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Trauermarsch für das Arbeitsgericht

„Bürgernähe Ade“ Trauermarsch für das Arbeitsgericht

Mit einem Trauerzug protestierten rund 150 Demonstranten am Samstag gegen die Schließung des Marburger Arbeitsgerichts.

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Der Protestmarsch, der hier durch die Untergasse zieht, richtete sich gegen Gerichtsschließungen in Hessen.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Es war ein ungewöhnlicher Anblick an einem von leichtem Nieselregen begleiteten Marburger Samstagmorgen: Begleitet von schwermütigen Trauermärschen einer Dixieland-Kapelle setzte sich der Trauerzug, der vom Arbeitsgericht über den Marktplatz bis hin zum Elisabeth-Blochmann-Platz führte, am Samstag gegen 11 Uhr morgens in Bewegung. Die „Trauergemeinde“, die gegen die Schließung des Marburger Arbeitsgerichtes protesierte, hatte einen Sarg mit dabei, um das Gerichtssterben zu symbolisieren. Das Ziel der Trauernden war es aber nicht nur, das Unverständnis über die Entscheidung der hessischen Landesregierung darzustellen. Den Initiatoren des Protestes geht es auch darum, mit den Protesten eventuell für eine Rücknahme der Entscheidung zu sorgen.

Auf mitgeführten Plakaten und Transparenten waren zahlreiche kritische Kommentare zu lesen. „Bürgernähe Ade“, „Schließung: Wir haben bessere Vorschläge“, „Gerichte werden geschlossen – Ihr Recht rückt in weite Ferne!“ oder „Heute sterben die Gerichte, morgen Ihr Standort. Wehren Sie sich“: Das waren nur einige der dort zu lesenden Kritiken.

„Wenn die Bürger merken, was da wegfällt, werden sie sich wehren müssen“, sagte Gisela Falk vom Marburger Anwaltverein, der die Demonstration mit organisierte. Der Protest, an dem zahlreiche Marburger Juristen teilnahmen, richtet sich auch gegen die Schließung von neun anderen hessischen Gerichten und zwei Zweigstellen durch die hessische Landesregierung. Falk betonte, dass die Schließung des Marburger Arbeitsgerichts noch nicht einmal zu Einsparungen führen werde. Denn es müssten teure neue Gebäude errichtet werden für die Erweiterung der Arbeitsgerichtsbarkeit in Gießen, wo künftig die bisher in Marburg verhandelten Arbeitsgeriichtsverfahren stattfinden sollen.

Hans-Gottlob Rühle, der Direktor des Marburger Arbeitsgerichts, war am Samstag nicht zu der Protestaktion erschienen und sprach deswegen auch nicht bei der Abschlusskundgebung. Bei dieser Kundgebung protestierten Gisela Falk sowie der Marburger Oberbürgermeister Egon Vaupel und Gewerkschaftsekretär Ulf Immelt mit Redebeiträgen gegen die Entscheidung der Landesregierung, das Marburger Arbeitsgericht zu schließen.

von Manfred Hitzeroth

Protest gegen Gerichtsschließungen in Hessen vor dem Marburger Arbeitsgericht, hier Rechtsanwalt Rolf Schwedux.

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