Marburg. Seit zwei Wochen bewegt eine Gewalttat die Marburger Öffentlichkeit. Ein 25 Jahre alter Mann aus Bürgeln erlag am Sonntag den schweren Kopfverletzungen, die ihm zwei 19 und 22 Jahre alte Männer eine Woche zuvor bei einer Auseinandersetzung im Wehrdaer Weg zugefügt hatten. Die Täter sind seit dem 14. August in Haft.
Längst ist aus der Gewalttat ein Politikum geworden: Oberbürgermeister Egon Vaupel verbot am Mittwoch einen am heutigen Samstag geplanten Trauermarsch zum Gedenken an den 25-Jährigen. Nach Erkenntnissen der Polizei sollte der Gedenkmarsch von der rechten Szene instrumentalisiert werden.
Das Verwaltungsgericht Gießen (VG) entschied am Freitag, dass eine politische Auseinandersetzung im öffentlichen Raum, wie sie mit der Versammlung beabsichtigt sei, prinzipiell hingenommen werden müsse. Dem stünden nach Lage der Akten auch private Interessen der Angehörigen nicht entgegen.
Das Stadtparlament hatte OB Vaupel am Freitag einstimmig darin unterstützt, Beschwerde gegen das Urteil einzulegen.
Freitagabend hat der Initiator des Trauermarschs, ein hinlänglich bekannter 31 Jahre alter Rechtsextremist, auf der Internetseite „Ruhe in Frieden Samuel“, „auf die Durchführung einer Versammlung verzichtet“. Ihm sei es zivilrechtlich verboten.
Laut Polizeibericht von gestern, hat der 31-Jährige am Donnerstag Anzeige gegen Unbekannt gestellt. Er sei gegen 22 Uhr in der Fontanestraße von zwei Männern angegriffen, geschlagen und mit Pfefferspray leicht verletzt worden. Die Angreifer seien etwa 25 Jahre alt und hätten dunkle Kleidung getragen. Die Polizei Marburg ermittelt.
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