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Trainieren ja, aber bitte ohne Trommler

Drachenbootrennen Trainieren ja, aber bitte ohne Trommler

Ein Sommerabend an der Lahn - das Wasser rauscht, die Vögel zwitschern. Doch schlagartig ist es vorbei mit der Idylle.

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Dringender Wunsch der „Klein-Venedig“-Anwohner: Die Drachenboot-Besatzungen sollten ohne Trommler trainieren.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Mit Trommelschlägen und Gebrüll tost ein Drachenboot durch das Wasser und hinterlässt hohe Wellen. Die OP ist zu Besuch bei Anwohnern am Grün.

Jedem Marburger ist die Geräuschkulisse bekannt. Vom Ortenberg bis nach Weidenhausen ist das Gepolter in der eintretenden Dämmerung in der ganzen Stadt zu vernehmen. Der Grund dafür: Dutzende Ruderteams trainieren für den Drachenboot-Cup bei „Drei Tage Marburg“ und das tagtäglich von 17 bis 21 Uhr. Was für die Wassersportler Spaß bedeutet, ist für die Anwohner zur Belastung geworden.

Idylle wird im Viertelstundentakt zerschlagen

Einer von ihnen ist Bernd Combé. Sein behagliches Häuschen am Grün mit Balkon über der Lahn bietet ihm ein Leben in Idylle. Doch seit fünf Wochen rauscht Abend für Abend viertelstündlich ein Drachenboot durch Marburgs „Klein Venedig“, wie die Häuserreihe unmittelbar am Fluss gern genannt wird. Rund 22 Paddler, ein Trommler und ein Steuermann, Motivationsrufe, Kommandos und Taktschläge veranlassen den Anlieger dazu, allabendlich zu Ohrenstöpseln zu greifen.

„Ich will wirklich kein Spaßverderber sein“, beteuert Combé, „aber das ist einfach nur belästigend.“ Der Marburger ersehnt sich etwas Einsicht vonseiten der Teams, was den Lärm angeht. „Ich gönne ihnen den Spaß an ihrem Sport. Sie denken nur nicht daran, dass sie uns Anwohnern zu nahe treten.“ Und mit diesem Empfinden ist er nicht alleine: „In der Nachbarschaft bin ich auf niemanden gestoßen, der sich nicht gestört fühlt“, betont Combé und wünscht sich, dass die Ruderer an einem anwohnerärmeren Ort oder ohne schallendes Getöse trainieren würden. Dass es auch ruhiger geht, beweisen einige der Mannschaften, die sich ohne viel Krach auf das Wettrennen vorbereiten, während andere Teams hingegen auch die Schlachtrufe zu üben scheinen.

von Hanna Prior

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