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Tour de Natur darf nicht auf die B3

Demo Tour de Natur darf nicht auf die B3

Der Optimismus im Tour-Lager war groß. Schließlich hatte der Verwaltungsgerichtshof (VGH) in der Vergangenheit zweimal zu ihren Gunsten entschieden. Diesmal jedoch nicht. Die Beeinträchtigung von Rettungsfahrzeugen sei zu groß.

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Die Baustelle auf der Stadtautobahn B 3 in Höhe des Krummbogens. Wegen zu großer Gefahren beim Einsatz von Rettungsfahrzeugen darf die „Tour de Natur“ dort nicht demonstrieren.Foto: Peter Gassner

Marburg. Der Verein „Grüne Liga Dresden / Oberes Elbtal“ hatte im Zusammenhang mit der seit 1991 jährlich stattfindenden „Tour de Natur“ eine Fahrraddemonstration auf einem Teilstück der Bundesstraße 3 von der Auffahrt Marburg-Süd bis zur Abfahrt Marburg-Nord beantragt. Nach der Ablehnung durch das Verwaltungsgericht Gießen, hatten die Tourveranstalter Berufung eingelegt. Die Tour, die auf ihrer diesjährigen Route von Stuttgart nach Marburg für eine umwelt- und sozialverträgliche Verkehrspolitik und Lebensweise demonstriert, wollte den 5,5 Kilometer langen Streckenabschnitt gemeinsam mit der Bürgerinitiative (BI) Stadtautobahn sowie Aktivisten von Greenpeace befahren.

„Wir sind jetzt natürlich sehr niedergeschlagen“, sagte der Marburger Tour-Mitorganisator Wolfgang Schuch am Freitag. „Wir haben mit diesem Urteil überhaupt nicht gerechnet.“ Nach den Präzedenzfällen bei der Tour 2008 in Kassel und der Fahrraddemonstration in Marburg am 14. Juni dieses Jahres, habe man auch in diesem Fall eine Erlaubnis durch den VGH erwartet. Eine Vermutung für die Ablehnung äußerte Schuch indes mit der Annahme, man habe „zu hoch gepokert“. Bei den letzten Demonstrationen sei es jeweils nur eine Strecke von einer Ausfahrt zur nächsten gewesen, die man befuhr, nun sollten es zwei Ausfahrten sein.

Der VGH erklärte in seiner Pressemitteilung, der Veranstalter habe die Befürchtung der Stadt, „dass es wegen der geplanten Demonstration zu unvertretbaren Beeinträchtigungen für Rettungsfahrzeuge kommen werde, nicht entkräften können“. Dabei sei die für den heutigen Samstag geplante Aktion auch nicht mit der zuletzt stattgefundenen Veranstaltung vergleichbar. Mit einer nötigen Sperrung der B3 von bis zu 90 Minuten überschreite die Ziel-etappe der „Tour de Natur“ die Demo aus dem Juni um das Drei- bis Vierfache.

„Das müssen wir mal in Ruhe analysieren“, so Schuch weiter, dennoch wolle man das Ergebnis „selbstverständlich sportlich nehmen“. Die neue vorgesehene Route führt nun gleich neben der Stadtautobahn her. Vom Treffpunkt am Landratsamt aus, fahre man ab 14 Uhr über die Cappeler Straße bis zum Krummbogen. Über die Bahnhofstraße geht es dann weiter bis zum Marktplatz, wo, wie geplant, um 15.30 Uhr der Empfang durch Oberbürgermeister Vaupel (SPD) sowie die einstündige Kundgebung und die anschließende Podiumsdiskussion mit führenden Kommunalpolitikern ansteht.

von Peter Gassner

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