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„Tor zur Oberstadt vollständig offen“

Großer Aufzug fährt wieder „Tor zur Oberstadt vollständig offen“

Kaum war die größere Kabine des Oberstadtaufzugs gestern nach achtwöchiger Sperrung wieder eröffnet worden, stand der Lift schon wieder still.

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Bürgermeister Dr. Franz Kahle durchschnitt das Absperrband vor dem renovierten Oberstadt-Fahrstuhl.

Quelle: Marcus Hergenhan

Marburg. Regelmäßige Aufzug-Benutzer fühlten sich an die Situation im November erinnert, als die kleinere der beiden Kabinen fertig renoviert und wieder offiziell freigegeben worden war, aber am gleichen Tag wieder gesperrt werden musste.  Ein technischer Defekt hatte damals dafür gesorgt, dass noch einmal für einige tage nachgebessert werden musste.

Gestern Mittag wurde nun die rechte, größere Kabine zwei Wochen früher als ursprünglich geplant nach erfolgter Renovierung feierlich freigegeben – um wenige Stunden später wieder stillzustehen.
Anders als im November war aber diesmal kein technischer Defekt verantwortlich, sondern blanker Vandalismus, wie Jan-Bernd Röllmann gestern Abend der OP auf Anfrage sagte: Mehrere junge Leute hatten den Aufzug durch rhythmisches Wippen zu einem Notstopp veranlasst. Dies würden die Bilder der Videokamera aus der Kabine zeigen, sagte Röllmann.

Binnen weniger Minuten waren die eingesperrten Aufzuginsassen durch Mitarbeiter des Pilgrimstein-Parkhauses befreit  – „was zeigt, dass das Notrufsystem einwandfrei funktioniert“, so Röllmann. Der Aufzug sollte noch am Abend wieder für den Publikumsverkehr freigegeben werden. Nach der schrittweisen Renovierung beider Aufzugkabinen stehe „das Tor zur Oberstadt endlich wieder vollständig offen“ , hatte sich Röllmann am Mittag bei der offiziellen Freigabe gefreut. „Wir sind stolz darauf, dass wir mit Blick auf den Marburger Frühling, nun die Eröffnung zwei Wochen vor dem eigentlichen Fertigstellungstermin vornehmen können“, sagte Bürgermeister Dr. Franz Kahle (Grüne).

Zwei Monate Bauzeit

Rund zwei Monate Bauzeit und insgesamt 450 000 Euro hat die Sanierung des Fahrstuhls und der Fassade benötigt, immerhin war das alte Modell fast 30 Jahre lang im Dienst und transportierte täglich etwa 7 500 Fahrgäste.

„Sie müssen bedenken, dass diese Fahrstühle enorm häufig genutzt werden, sie kommen da auf jeweils 1 500 Fahrten  am Tag, das macht im Jahr über 16 000 Kilometer,“ erklärt Norbert Gundlach, dessen Firma mit der Sanierung betraut worden war. „Eine solche Strecke entspricht in etwa der Distanz zwischen Marburg und Sydney, ist also nicht mal eben um die Ecke“, fügt Röllmann hinzu.

Neben einer verbesserten Motorisierung, die nun das doppelte Fahrtempo ermöglicht, sind die neuen Kabinen auch mit einem leichter zu reinigenden und schwer zu beschädigenden Innendekor aus Edelstahl ausgestattet. Besonders aufatmen können nun auch Fahrradfahrer und Besitzer größerer Kinderwagen, denn mit 2.40 Metern, ist die zweite Kabine 80 Zentimeter länger als die kleinere.

von Till Conrad und Marcus Hergenhan

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