Großes Medieninteresse herrschte beim Auftakt des Missbrauchs-Prozesses gegen einen 48-jährigen Marburger, der am Donnerstag im Landgericht fortgesetzt wurde.
Marburg. Jahrelang soll der 48-Jährige seine Frau, seine im Haushalt lebende Schwägerin und seine sieben Kinder brutal unterdrückt und misshandelt haben. Im Zentrum steht aber der Missbrauchsvorwurf. Seine heute 16-jährige älteste Tochter hatte im Juni 2008 ausgesagt, sie werde seit mehr als einem Jahr regelmäßig von ihrem Vater zum Sex gezwungen. Eine wenig ältere Nachbarstochter erhebt ähnliche Vorwürfe.
Der zweite Verhandlungstag drehte sich hauptsächlich um die Aussagen der Tochter und ihrer 10-jährigen Schwester, die sich zunächst einer Sozialarbeiterin und später der Polizei anvertraut hatten. Da beide noch minderjährig sind, wurde die Vernehmung als Videoaufzeichnung vorgespielt.
Sicher und gefasst schilderte die 16-Jährige zunächst die Gewaltexzesse, denen sie und ihre Geschwister ausgesetzt gewesen seien. Faustschläge ins Gesicht entpuppten sich dabei noch als die harmloseste Form der Gewalt. Auch von Tritten war die Rede, sowie von einem Vorfall, bei dem der Vater der Tante ein heißes Bügeleisen ins Gesicht geschlagen habe.
Die 10-jährige Schwester konnte zu den Missbrauchsvorwürfen nichts sagen, außer dass ihre große Schwester ihr einmal davon erzählt habe und sie nach dem Zubettgehen oft seltsame Geräusche gehört habe. Von der Gewalttätigkeit des Familienoberhaupts berichtete sie aber genauso wie ihre große Schwester.
Unterdessen hat die Tante des Opfers, gegen die ebenfalls ermittelt wird, ihre frühere Aussage zurückgezogen, in der sie den Vater belastet hatte, weil sie diese nur unter dem Druck der Ermittler gemacht habe.
Der Vater selbst gab sich während der Verhandlung selbstsicher. Zwar gab er zu, dass es Fälle von Gewalt gegeben habe, diese seien aber weit weniger schwer als geschildert und hätten an schweren Medikamenten gelegen, die er zeitweilig habe nehmen müssen.
Den Missbrauch gestand er nicht. Es habe zwar einen Fall gegeben, in dem seine Tochter seinen Penis habe sehen wollen, als es um sexuelle Aufklärung ging und er habe ihr diesen auch gezeigt – zum Verkehr sei es aber nicht gekommen.
von Christoph Wohlleben
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Kommentare
missbrauch an kindern simone – 20.06.10
ich habe diesen mann im gericht gesehen-er verzog keine miene bei allen ihm vorgelsenen anklagepunkten.hoffendlich wird er für immer vor der menschheit und seinen kindern weggesperrt.die kinder haben schon lebenslänglichen kummer und schmerzen.hoffendlich müssen sie nie mehr angst vor ihrem vater haben und er bleibt für immer in sicherheitsverwahrung.hier in deutschland sind die gesetze bei so was nicht scharf genug.in den usa ist das besser geregelt.alles liebe für die kinder.antwort ich------ – 26.04.10
da haste recht aber solche leute haben meist noch glück und bekommen ich sage mal 4 jahre und die kinder leiden drunter das is sowas von ungerecht das gibt es nichkindesmissbrauch marti – 23.04.10
Wenn es eine Gerechtigkeit gibt kommt er nie wieder raus,den die Kinder leiden ein Leben lang.dreckschwein ich – 23.04.10
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