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Tipps sollen Zähne gesund erhalten

Tagung von Experten Tipps sollen Zähne gesund erhalten

Einen Fünf-Punkte-Plan für gesunde Zähne hat eine Arbeitsgruppe der Deutschen Gesellschaft für Zahnerhaltung gestern am Rand der Jahrestagung der Gesellschaft in Marburg vorgestellt.

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Die Professoren (von links) Werner Geurtsen, Roland Frankenberger und Elmar Hellwig, stellten bei der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Zahnerhaltung den Fünf-Punkte-Plan für gesunde Zähne vor.

Quelle: Manfred Hitzeroth

Marburg. „Was kann jeder Einzelne tun, damit sein Gebiss gesund und kariesfrei bleibt?“: Unter dieser Fragestellung haben die Zahnmediziner Professor Werner Geurtsen (Medizinische Hochschule Hannover) und Professor Elmar Hellwig (Uni-Klinikum Freiburg) die aktuelle wissenschaftliche Literatur ausgewertet und fünf Kernempfehlungen herausdestilliert. Die Vorschläge richten sich vor allem an Zahnärzte, Lehrer und Eltern sowie Mitarbeiter von Institutionen der Gesundheitsaufklärung. Folgende fünf Tipps stellten die Zahnmediziner gestern bei einem Pressegespräch am Rand der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für ­Zahnerhaltung im Congress Center Marburg als am effektivsten vor:

nMindestens zweimal täglich sollten die Zähne nach den Mahlzeiten mit fluoridhaltiger Zahnpasta geputzt werden. Falls nötig, sollten auch die Zahn-Zwischenräume mit Zahnseide oder Zahn-Zwischenraumbürsten geputzt werden. „Wichtig ist die Dauer: Nach zwei Minuten Putzzeit sind die Zähne deutlich sauberer als nach einer Minute“, verdeutlichen die Experten.

n Sie raten außerdem dazu, sich im Sinn einer für die Zahngesundheit förderlichen Ernährung bei zuckerhaltigen Lebensmitteln und Getränken einzuschränken. Denn Bakterien im Biofilm wandeln Zucker in Säure um, die wiederum den Zahnschmelz angreifen. „Maximal vier zuckerhaltige Zwischenmahlzeiten pro Tag sollte man den Zähnen zumuten, darüber hinaus schnellt das Kariesrisiko in die Höhe“, heißt es in der Empfehlung der Wissenschaftler.

n Das regelmäßige Kauen zuckerfreier Kaugummis kann aus Sicht der Zahnmediziner den Speichelfluss stimulieren und die Kariesentwicklung hemmen. Besonders nach Zwischenmahlzeiten sei ein ausreichender Speichelfluss wichtig, weil Speichel als starkes Schutzsystem Säuren neutralisiere, Nahrungsreste aus der Mundhöhle spüle und Mineralstoffe für die Zahnsubstanz bereitstelle, heißt es im dritten Punkt des Fünf-Punkte-Plans.

n Prophylaxeprogramme, die ein Paket an Informationen enthalten können aus Sicht der Experten Patienten mit erhöhtem Kariesrisiko helfen. Dabei seien Fluoridanwendungen (zum Beispiel fluoridhaltige Zahnpastsa, oder fluoridhaltige Mundspülungen) ein wichtiger Baustein.

n Als fünften Punkt für den Erhalt gesunder Zähne empfehlen die Zahnmediziner in einzelnen Fällen die Versiegelung kariesgefährdeter Risse im Zahnschmelz. Der Erfolg dieser Versiegelung hänge jedoch von der richtigen Verarbeitung ab und erfordere eine regelmäßige Überprüfung.

Alle fünf Punkte sind in der Kariesprävention nicht neu, gestand Professor Hellwig auf Nachfrage ein. Trotz großen Erfolgen von Präventionsprogrammen, die in den vergangenen Jahrzehnten zu einer deutlichen Karies-Reduktion beigetragen hätten, gebe es aber immer noch Defizite bei Risikogruppen.

So haben beispielsweise Forscher der Universität Gießen mithilfe von Videobeobachtungen herausgefunden, dass junge Erwachsene teilweise große Schwierigkeiten mit dem richtigen Zähneputzen haben.

Probleme gibt es auch bei der frühkindlichen Vorsorge der Zahngesundheit. Eigentlich ist vorgesehen, dass schon Kinder ab dem sechsten Lebensmonat vorsorglich zum Zahnarzt gehen.

Doch die Zahnärzte sehen Kinder häufig erst dann, wenn sie schon kranke Zähne haben. Ein Vorschlag, um gegenzusteuern lautet, dass Zahnärzte beispielsweise im Rahmen von Baby-Besuchsdiensten kleine Kinder aus benachteiligten Strukturen besuchen könnten.

von Manfred Hitzeroth

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