Volltextsuche über das Angebot:

19 ° / 6 ° wolkig

Navigation:
Tierhasser attackiert Hunde

Rasierklingen Tierhasser attackiert Hunde

Ist es bloße Frustration oder der reine Hass auf Tiere: Robert Neureuther kann nur spekulieren, warum jemand vorsätzlich die Hunde im Tierheim Cappel verletzen will.

Voriger Artikel
Vergiftete Ratten: Uhus droht Ungemach
Nächster Artikel
Zum Klingen gebrachter Lebenshauch

Gefährliche Neugierde: Beagle Vreddy erkundet einen Auslauf im Tierheim Cappel. Hier wurden in den vergangenen Wochen vermehrt Rasierklingen gefunden.

Quelle: Andreas Arlt

Marburg. Für den Geschäftsführer und Tierheimleiter Robert Neureuther ist es unbegreiflich, wie ein Mensch so etwas machen kann: Seit Anfang des Monats finden sein Team und er vermehrt Rasierklingen im Hunde-Auslauf in Cappel. „Wir haben uns erst nicht viel dabei gedacht, als vor etwa einem Jahr eine verrostete Rasierklinge gefunden wurde“, sagte Neureuther. Ein paar Wochen später verletzte sich aber ein Hund an der Pfote und die Funde häuften sich. An einen Zufall glaubte kaum noch jemand, es „eindeutig Attentate“, so Neureuther.

Das Motiv des Täters bleibt rätselhaft

Am vergangenen Wochenende schließlich wurden insgesamt fünf Rasierklingen in verschiedenen Ausläufen entdeckt. Erst im letzten Augenblick verhinderte eine aufmerksame Tierpflegerin, dass einer der Vierbeiner eine der Klingen verschluckte. „Den Gedanken daran, dass ein Hund sich innerlich verletzt und langsam verblutet, finde ich fürchterlich“, sagte Neureuther. Eine Erklärung für ein Motiv hat er nicht. Anwohner im näheren Umkreis des Tierheims, die sich vielleicht durch das Hundegebell gestört fühlen könnten, schließt Neureuther aus. „Man spricht miteinander, wenn es Probleme gibt und eigentlich ist man uns sehr gewogen.“

Es müsse, so Neureuther, ein „sehr kranker Mensch“ sein, der den Hunden Schaden zufügen will und offensichtlich an den Schienen der Bahnstrecke entlang zum Zaun der schwer einsehbaren Ausläufe wählt, um von dort seine in Köder verpackten Rasierklingen auf das Gelände zu werfen. Ebenfalls gefundene Brötchentüten veranlassen Neureuther zu der Annahme, dass die Klingen in Backwaren versteckt werden.

Zwei Stunden suchen die Tierheim-Mitarbeiter die Ausläufe jeden Tag nach gefährlichen Gegenständen. Dabei helfen auch zwei Hunde, die die Köder zwar aufspüren können, aber nicht fressen. Durch eine Spende konnte eine Infrarot-Kamera auf dem Tierheimgelände installiert werden, mit der Live-Bilder auch an mobile Endgeräte übertragen werden können. Zusätzlich ist mittlerweile die Polizei eingeschaltet worden. Der Marburger Tierrechtler Wolfgang Penzler hat zudem eine Belohnung von 100 Euro für Hinweise ausgesetzt, die zur Ergreifung des Täters führen.

Bereits im März war es zu einem ähnlichen Fall in Neustadt gekommen. Unbekannte hatten hier Leberbrocken mit Rasierklingen gespickt und an verschiedenen Stellen ausgelegt.

  • Hinweise nimmt das Tierheim in Cappel (Telefon: 06421/46792) oder die Polizei in Marburg (Telefon: 06421/4060) entgegen.

von Andreas Arlt

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr