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Tiefer Graben in Straßendecke

Rohrbruch Tiefer Graben in Straßendecke

Ein Rohrbruch unterhalb der Fahrbahn sorgte für ein 1,50 Meter tiefes Loch in der Tulpenstraße. Das veraltete Kanalsystem sorgt bereits seit Jahren für Überflutungen. Anwohner fordern nun eine Sanierung.

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In der Tulpenstraße in Cappel klafft ein 1,50 Meter tiefes Loch. Durch ein veraltetes Kanalsystem ist die Straße laut Anwohner weitläufig unterspült. Anwohner Willi-Eckhard Wetzel hat es gemeldet.

Quelle: Thorsten Richter

Cappel. Die 30 Zentimeter breite und tief klaffende Lücke unter der Erde entstand durch einen Schaden an einer Zuleitung des Abwasserkanals. Nach Angaben der Stadt handelt es sich um einen sogenannten „Trümmerbruch“, also ein Rohrbruch in der Zuleitung zum Abwasserkanal. Der Hauptkanal sei nicht betroffen.

Aufgefallen war die Aushöhlung, nachdem eine Anwohnerin ein kleineres Loch in der Straßendecke bemerkte. Mittels einer Messlatte stellte Anwohner Dr. Willi-Eckart Wetzel die große Tiefe des Lochs fest und verständigte die Stadt, die Arbeiter des Dienstleistungsbetriebes (DBM) zur Untersuchung des Schadens entsandte.

Das nun entstandene Loch sei „nicht die erste Höhlung“, die Rohre seien „komplett morsch“ und die Straßen weitläufig unterspült. „Diesmal ist es aber etwas anderes – das haben auch die Arbeiter von der Stadt gesagt“, so Wetzel. Schon in den vergangenen Tagen habe sich der Asphalt um die Stelle, die in der Nähe von zwei Gullideckeln liegt, herum abgesenkt.

Ein großes Loch unter der Teerdecke sorgt in Cappel für Aufregung unter den Bewohnern. Die entstandene Grube reicht bis 1,50 Meter in die Tiefe. Die aufgerissene Stelle ist etwa 30 Zentimeter breit.

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Schließlich habe dann die Asphaltdecke gebröckelt. Wetzel weist zudem darauf hin, dass die Ausspülungen in tieferen Schichten des Erdreiches noch weiter führen, wie beim genauen Blick in das Innere der Grube zu beobachten ist. Aus Sicht von Wetzel keine Überraschung, denn bereits seit dem Bau der Reihenhäuser in der Straße im Jahr 1965 sei das Problem im Prinzip bekannt.

Durch das schlechte Kanalsystem nehme die Westseite der Tulpenstraße die Funktion einer Überflutungsfläche ein, da die vom Hang abfließende Gülle sich dort staue und nicht weiter hinunter fließe. Starken Regenfällen halte das Abwassersystem somit nicht stand, sodass – laut Wetzel – ein bis drei Mal im Jahr die Keller der Bewohner überflutet werden.

Bereits 1986 bildete sich daher eine Interessengemeinschaft, die bei der Stadt auf eine Erneuerung der Rohre drängte – bislang erfolglos. Im September 2014 gab es jedoch ein Gespräch mit Vertretern der Stadtwerke und des Tiefbauamtes, das aus Sicht der Anwohner positiv verlief. „Es gibt keinen Konflikt mit der Stadt“, sagt Wetzel, der nun aber auf eine schnelle Lösung drängt. Bei dem Termin sei signalisiert worden, dass das Problem bei der Stadt bekannt sei – das Kanalsystem sei „überholungsbedürftig“.

Die Überprüfung der Abwassersituation in der Tulpenstraße sei demnach nicht nur notwendig, sondern bereits im Zuge einer Neugestaltung der Marburger Straße eingeplant. Diese – aus Sicht Wetzels ebenfalls dringend notwendige – Erneuerung wurde in den vergangenen Jahren trotz der Absichtserklärung seitens der Stadt noch nicht angegangen.

Bürgermeister und Baudezernent Dr. Franz Kahle konnte zu einer geplanten Sanierung des Kanalsystems gestern spontan keine Auskunft geben. Bei Unterspülungen handele die Stadt jedoch immer sofort. Ab heute wird das defekte Rohr, das zu dem Loch geführt hat, repariert. Bis Ende der Woche ist die niedriger gelegene Seite der Tulpenstraße daher gesperrt.

von Peter Gassner

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