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Therapieansätze bei Sprachstörungen

Forschungsprojekt Therapieansätze bei Sprachstörungen

Am Mittwoch machte Kultusstaatssekretär Dr. Manuel Lösel während der „Loewe-Woche“ Halt in Marburg, um sich über das Forschungsprojekt „Fundierung linguistischer Basiskategorien“, kurz „LingBas“, zu informieren.

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Das Loewe-Projekt hilft bei der Entwicklung von Therapieansätzen für Schüler mit Sprachstörungen.

Quelle: Paulwip / pixelio.de

Marburg. Und was er von den Zuständigen erfuhr, fand der Kultusstaatssekretär „extrem spannend“. Dass sich Lösel während der Sommerreise, bei der sich alle Mitglieder der Hessischen Landesregierung über Forschungseinrichtungen in ganz Hessen informieren, ausgerechnet die Marburger Uni ausgesucht hat, hat einen ganz einfachen Grund: „Ich bin selbst Lehrer, habe in Gießen unter anderem Deutsch unterrichtet.“

Den Ausführungen über die Arbeit der Marburger Sprachforscher zu folgen, war also kein Problem für den Kultusstaatssekretär. Interessiert hörte er zu, als sie über die Entwicklungen ihres Schwerpunkts „Fundierung linguistischer Basiskategorien“ berichteten, der sich mit der Frage beschäftigt, welche vergleichbaren Elemente unterschiedliche Sprachen in Form sogenannter Basiskategorien aufweisen. Um die Antwort darauf zu finden, untersuchten die Forscher Sprachwandel über lange Zeiträume und analysierten die Struktur und Dynamik deutscher Regionalsprachen.

Erfolgreiche Nachwuchsförderung

Was abstrakt klingt, kann für Verbesserung in wichtigen Bereichen eingesetzt werden: Beispielsweise in der Entwicklung von Therapieansätzen für Schüler mit Sprachstörungen. „Unsere Studien im Loewe-Schwerpunkt geben dazu wertvolle Anstöße“, erklärte Christina Kauschke, Professorin für Klinische Linguistik und im Loewe-Schwerpunkt LingBas für die Forschungsthemen Spracherwerb und Sprachförderung zuständig.

Aber nicht nur das: Dank der Förderungen der Landesregierung für das Projekt, die sich zwischen dem Start 2012 und heute auf rund 3,8 Millionen Euro belaufen haben, konnte auch eine sehr erfolgreiche Nachwuchsförderung betrieben werden, erläuterte Professor Jürgen Schmidt, Sprecher des Loewe-Schwerpunkts. Bis heute konnten zum Beispiel elf Promotionen abgeschlossen werden.

Ein Teil dieser Nachwuchsförderung ist auch die Master-Studentin Rhea Eghtesadinia. Die 28-Jährige erklärte dem interessierten Staatssekretär am Montag ihre Arbeit mit einem achtjährigen Probanden mit Sprachstörung. „Hochinteressant“, fand Lösel und kündigte einen zweiten Besuch an. Diesmal mit dem Mountainbike: „Marburg steht da ganz oben auf meiner Liste.“ Und außerdem wolle er die Karten und Tonaufnahmen des Deutschen Sprachatlas‘ sehen. Aufgrund des Umzugs und der damit verbundenen Unordnung waren ihm diese nämlich bei diesem Besuch verwehrt worden.

von Suria Reiche

Kultusstaatssekretär Dr. Manuel Lösel (Vierter von rechts), mit Vertretern der Philipps-Universität und des Loewe-Projekts, informierte sich über das Marburger Forschungsprojekt. Foto: Suria Reiche
 
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