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Therapie und Internetverbot sind die Auflagen

Aus dem Amtsgericht Therapie und Internetverbot sind die Auflagen

19 Bilder und eine Filmdatei mit kinderpornografischen Inhalten und vier Bilder mit Jugendpornografie wurden einem 39-Jährigen aus dem Südkreis zur Last gelegt, der bereits einschlägig vorbestraft war.

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Ein 39-jähriger Mann wurde zu einer elfmonatigen Bewährungsstrafe für den Besitz von Kinderpornos verurteilt.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Wegen Besitzes von Kinderpornografie hat das Marburger Amtsgericht einen 39-Jährigen aus einer Südkreisgemeinde zu einer elfmonatigen Bewährungsstrafe verurteilt. Auf dem Laptop des Angeklagten waren laut Auskunft eines Sachverständigen 19 Bilddateien und zwei Filme mit kinderpornografischen Darstellungen gefunden worden. Hinzu kamen vier Bilder mit Jugendpornografie. Nach dem Herunterladen aus dem Internet seien bewusst Unterordner angelegt worden.

Verteidiger: Mandant hat sich um Hilfe bemüht

Das stellte der Mann auch nicht in Abrede. Er gab an, auf einer Kontaktplattform im Internet unterwegs gewesen zu sein, wo ihm verschiedene Chatpartner das Bildmaterial angeboten hätten, was er, und das sei natürlich ein großer Fehler gewesen, angenommen habe.

„Sie wussten eigentlich, dass das nicht geht“, betonte Strafrichterin Melanie Becker in Anspielung auf eine frühere Verurteilung wegen Besitzes einer erheblich größeren Menge Kinderpornos. Sicher, räumte der 39-Jährige ein, er sei vorsichtiger geworden, habe keine einschlägigen Tauschbörsen wie früher mehr besucht, und trotzdem sei es ihm wieder passiert.

Sein Verteidiger Michael Schneider betonte, dass sein Mandant sich der Problematik bewusst sei. Er habe sich auch um Hilfe bemüht, er wolle wissen, ob er pädophil sei und deshalb eine Therapie beginnen. Im Hinblick auf das Verfahren habe er aber überall mitgeteilt bekommen, dass dessen Ausgang erst abgewartet werden muss.

Das Urteil ist bereits rechtskräftig

Die Therapiebereitschaft rechtfertige noch einmal eine Bewährung, sagte Becker, die mit dem Urteil von elf Monaten dem Antrag von Staatsanwalt Nikolai Wolf folgte. Dieser hatte betont, dass es in diesem „letztmaligen Fall“ einer sehr langen Bewährungszeit von fünf Jahren bedürfe, „um die weitere Entwicklung zu überwachen.“

Als Auflage muss der Mann eine Therapie beim Gießener Verein „Kein Täter werden“ beginnen und darf ein Jahr lang privat das Internet nicht nutzen. Weil alle Beteiligten Rechtsmittelverzicht erklärten, ist der Richterspruch rechtskräftig.

von Heiko Krause

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