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Teure Bude, volles Wohnheim

Wohnungssuche in Marburg Teure Bude, volles Wohnheim

Zehntausende Studenten haben bundesweit kurz vor Semesterbeginn noch immer keine Wohnung. Auch in Marburg und Gießen hat sich die Situation verschärft.

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In 39 der 87 Uni­städte mit mehr als 5000 Studenten ist die Wohnsituation angespannt – das ist das Ergebnis einer Untersuchung des Immobilienentwicklers GBI.

Quelle: Archiv

Marburg . 2 300 Namen stehen auf der Warteliste des Berliner Studentenwerks. So lang sei sie noch nie gewesen, sagt Sprecher Jürgen Morgenstern. Vor Semesterstart in drei Wochen werden die meisten nicht mehr unterkommen. Dabei ist die Wohnsituation in der Hauptstadt traditionell noch entspannter als in Unistädten wie Jena, Tübingen, Freiburg oder München. Hier leben Studenten zu Semesterbeginn in Hostels und Wohnwagen.

In diesem Jahr dürften noch mehr unversorgt bleiben als sonst, denn die Konkurrenz um günstige Wohnungen ist durch den Flüchtlingsandrang hoch wie nie. In 39 der 87 Uni­städte mit mehr als 5000 Studenten sei die Wohnsituation angespannt – das ist das Ergebnis einer Untersuchung des Immobilienentwicklers GBI, die an diesem Montag vorgestellt wird.

Lage in München und Frankfurt am schwierigsten

Auch in Marburg hat sich die Situation verschärft. Die Universitätsstadt belegt im Ranking zur Anspannung des Wohnungsmarktes für Studierende den 27. Platz, mit 39 von 100 möglichen Punkten. In den Vorjahren belegte die Stadt die Plätze 33 (2014) und 26 (2013), mit damals 34,5 (2014) oder 36 (2013) Punkten.

Rechnerisch gibt es in Marburg nur 2,6 Wohneinheiten je 18 - 29-Jährigem. Das sorgt für einen hohen Druck auf den Immobilienmarkt. Gießen belegt Platz 25, dort ist die Zimmersuche also schwieriger als in Marburg.

In München, Frankfurt, Hamburg und Freiburg sei die Lage am schwierigsten. Das schrecke die Studenten aber kaum ab. Dadurch muss ein Student für ein Zimmer in einer Münchener Dreier-Wohngemeinschaft derzeit mehr als 500 Euro einplanen. GBI spricht von 521 Euro. Die Datenbank des Wohnportals WG-Suche weist sogar Durchschnittsmieten von 543 Euro aus, 3,5 Prozent mehr als im Wintersemester.

Auch in Frankfurt/Main gingen die WG-Mieten hoch, um mehr als zwei Prozent auf um die 430 Euro. Berlin liegt mit 380 (GBI) beziehungsweise 322 Euro (WG-Suche) im Mittelfeld – und mehr als drei Prozent über den Mietpreisen vom vergangenen Jahr. 90 Prozent der Studenten lebten trotzdem in WGs oder normalen Wohnungen, nur 10 Prozent im Studentenwohnheim, sagt Axel Gedaschko, Präsident der Bundesarbeitsgemeinschaft Immobilienwirtschaft.

In Unistädten steigen die Mieten stärker als anderswo

Damit hätten Studenten die gleichen Probleme wie alle anderen Wohnungssuchenden. Oft haben sie es mit ihrem geringen Budget aber schwerer, denn in Unistädten steigen die Mieten stärker als anderswo.

„Die Wohnsituation in vielen Städten ist hoch dramatisch und wird sich für Studierende auch nicht entspannen“, sagt der Generalsekretär des Deutschen Studentenwerks, Achim Meyer auf der Heyde. 25 000 zusätzliche Wohnheimplätze wären nötig, um den normalen Wohnungsmarkt der Unistädte zu entspannen, rechnet er vor.

Vier Bundesländer – Berlin, Hamburg, Nordrhein-Westfalen und Bayern – versuchen das derzeit auch mit der Mietpreisbremse. Studenten jedoch hilft diese aus Expertensicht kaum. „Studierende sind mobil und ziehen oft um“, sagt Studentenwerks-Sprecher Stefan Grob.

Die Mieten in den typischen Studentenwohnungen nah an Innenstadt und Universität lagen dadurch vor Einführung der Mietpreisbremse oft schon deutlich über den Mietspiegeln. Kein Vermieter muss unter der Bremse weniger Miete verlangen als er zuletzt bekam. Billiger wird Wohnen so also nicht, maximal weniger schnell teurer. Dazu kommt, dass die Wirkung der Mietpreisbremse insgesamt umstritten ist. In München und Hamburg seien die Mieten nach ihrer Einführung leicht gesunken, meldet das Immobilienportal Immoscout24.    

von Theresa Münch und unseren Redakteuren

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