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Terra Tech unterbricht Projekt in Sierra Leone

Ebola-Gefahr Terra Tech unterbricht Projekt in Sierra Leone

Eine kinderfreundliche Schule - das sollte eigentlich der Standard sein. Mancherorts muss dies noch gelernt werden. Etwa im afrikanischen Staat Sierra Leone. Ein Projekt von Terra Tech liegtwegen „Ebola“ auf Eis.

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Keine Stühle, keine Tische und eng. Die Kinder sind trotzdem froh, einen Platz im Klassenzimmer ergattert zu haben.

Quelle: Privatfoto

Marburg. Die aktuellen Nachrichten aus Sierra Leone machen traurig. Der Ebola-Virus wütet, sucht und findet seine Opfer, auch unter jenen Menschen, die selbstlos helfen. Am Dienstag vor einer Woche starb einer der führenden Ärzte im Kampf gegen die tückische Infektionskrankheit, Sheikh Umar Khan. Für Terra-Tech-Mitarbeiterin Leonie Dylla, die sich um das Projekt „Child Friendly Schooling“ (siehe auch HINTERGRUND) in Sierra Leone kümmert, ist es nun wichtig, dass die Menschen, die an dem Programm teilnehmen, nicht unnötig in Gefahr gebracht werden. Seit 30. Juli gilt in Sierra Leone der Notstand. „Das bedeutet neben Reiseverbot auch Versammlungsverbot“, sagt Leonie Dylla. Folglich wurde auch das Schulprojekt ausgesetzt. „Wir werden es auf jeden Fall wieder aufnehmen und basteln derzeit auch an einer Fortsetzung“, sagt Christian Schmetz, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit und das Fundraising. Deshalb habe man sich auch dafür entschieden, die Einnahmen aus dem am 16. August stattfindenden Terra-Tech-Festival in dieses Projekt fließen zu lassen. Spendendosen werden auf dem Festivalgelände zu finden sein. „Kailahun, dort wo sich die zehn Schulen befinden, ist am meisten von der Ebola-Gefahr betroffen“, sagt Dylla. Das Personal der Partnerorganisation DIP hat deshalb Kailahun verlassen. Von Terra Tech ist niemand vor Ort. „Glücklicherweise sind dort jetzt auch Ferien, so dass zuletzt niemand in den Schulen war“, so Leonie Dylla weiter, die selbst erst Anfang des Jahres direkt vor Ort war, um das Projekt zum Laufen zu bringen.

Und weiter sagt sie: „Das große Problem in Sierra Leone ist, dass Kranke einfach zu Hause unter Verschluss gehalten werden, so dass man jetzt noch nichts darüber sagen kann, wann die Epidemie wieder in den Griff zu kriegen ist.“

HINTERGRUND: Child Friendly Schooling

Im Dezember 2013 startete Terra Tech zusammen mit dem Partner vor Ort „Development Initiative Programme“ (DIP) ein Schulprojekt mit dem Fokus auf „Child Friendly Schooling“. Die Zielgruppe umfasst etwa 3000 Kinder aus finanziell schwachen Familien, vor allem Mädchen. Durch das Projekt sollen sie ganz gezielte Fördermaßnahmen erfahren, damit sie zumindest die Grundschule erfolgreich abschließen können. Das Projekt findet an zehn Schulen in besonders abgelegenen Dörfern im Osten von Sierra Leone statt. Neben der Förderung bestehender Strukturen, etwa der „Mother‘s Clubs“, werden Komitees gegründet, die dabei helfen sollen, benachteiligte Kinder zu identifizieren und Hilfen zu organisieren. Zum Programm gehören auch Trainingskurse für Lehrer, die auf diese Weise für die Bedürfnisse benachteiligter Kinder sensibilisiert werden und in kinderfreundlichen Lehrmethoden geschult werden. Anfang Januar 2014 besuchten Mitarbeiter von DIP sowie eine Mitarbeiterin von Terra Tech die 10 Dörfer und Schulen.

von Götz Schaub

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