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Telefonzelle wird zur Bücherei

Richtsberg Telefonzelle wird zur Bücherei

Zwischen Gartenfest, Clowns, Ständen und Grillgut wurde beim Fest des Marburger Gemeinwesenträgers auch die neue Buchtauschzelle eingeweiht. Dort können sich Jung und Alt Schmöker ausleihen.

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BSF-Geschäftsführerin Karin Ackermann-Feulner (von links), Helga Pukall vom Projekt „Kultur & Kulturen“, Bücherfan und Anwohner Pascal Grieser durfte sich als Erster ein Buch holen, Kathalin Günter macht ein Freiwilliges Soziales Jahr beim BSF und wird die Buchzelle betreuen.Foto: Ina Tannert

Marburg. Ein Telefon wird man hier nicht mehr klingeln hören. Apparat, Strippen und Hörer sind ausgebaut, um mehr Platz für Bücher zu schaffen. Die ehemalige Telefonzelle wurde zu einem großen Bücherregal umgebaut.

Von Fachliteratur bis zu aktuellen Bestsellerromanen: Bücherfans finden dort alles was das Leseherz begehrt. Das Besondere: Die Auswahl wird ab sofort im steten Wandel sein. Anders als in üblichen Bibliotheken, können an der Buchtauschzelle in der Friedrich-Ebert-Straße/Ecke Damaschkeweg Bücher nicht nur geholt und gebracht, sondern auch getauscht werden. Jedermann kann sich kostenlos ein Buch mitnehmen, ob es wieder zurück gebracht oder gegen ein anderes ausgetauscht wird, ist jedem Leser selber überlassen.

Die tagsüber geöffnete Zelle ist frei zugänglich und lädt zum Stöbern auf begrenztem Raum ein. Die literarische Aktion ist ein Kultur & Kulturen-Gemeinschaftsprojekt des Vereins Netzwerk Richtsberg. Die ehemalige Telefonzelle stammt aus dem Privatbesitz eines der Mitglieder, wurde als ausgefallene Gartenlaube genutzt und nun in eine kleine Bücherei verwandelt. Von morgens bis abends ist die Zelle geöffnet, nachts wird sie aus Sicherheitsgründen abgeschlossen. „Die Leute, die in der Nacht kommen, wollen hier nicht lesen“, erklärte Helga Pukall vom Projekt „Kultur & Kulturen“.

Um die Bücherzelle kümmert sich der Verein und Netzwerkpartner Bürgerinitiative für soziale Fragen e. V. (BSF). Die Mitglieder achten auch darauf, welche Bücher dort mit eingebracht werden. Buchspenden sind immer willkommen, ungehörige oder nicht jugendfreie Literatur ist nicht erwünscht.

Gleich hinter der Zelle, auf dem Gelände des BSF, feierte am Samstag der Stadtteil das 40-jährige Bestehen des Gemeinwesenträgers.

Vor allem für die Kinder gab es auf dem Familienfest zahlreiche Spielangebote. Neben Hüpfburg, Go-Kart-Rennen und mehreren Clowns, waren die jungen Gäste zum Beispiel auch vom Mitmach-Zirkus begeistert. Der Deutsche Kinderschutzbund war ebenfalls vor Ort. Das Energiekonzept Richtsberg informierte über Energieeffizienz.

Am Abend unterhielt die Live-Band „The Heads“ die ausgelassenen Besucher mit hausgemachtem Rock‘n‘Roll. Mehrere hundert Gäste strömten an diesem Tag auf das Fest und ließen sich auch von vereinzelten Regenschauern nicht die gute Stimmung vermiesen.

„Das Fest ist ein großer Erfolg, die Leute kommen gerne zu uns“, freute sich BSF-Geschäftsführerin Karin Ackermann-Feulner. Zum Geburtstag wünschte sich der Verein keine Geschenke im herkömmlichen Sinne.

Statt Blumen oder Sekt waren viel mehr Spenden für den Erhalt des Projekts „Helfende Hände am Berg“ willkommen. Die wohltätige Aktion unterstützt seit drei Jahren bedürftige Menschen des Stadtteils, hilft im Haushalt, bei Einkäufen oder Besuchen.

Die finanzielle Förderung des zeitlich begrenzten Projekts läuft im Dezember aus, daher sammelt die Bürgerinitiative seit geraumer Zeit bereits Spenden für dessen Erhalt. Der BSF, entstanden aus einer kleinen Spiel- und Lernstube, ist heute der größte Gemeinwesenträger des Stadtteils Richtsberg. Die Angebote reichen von der Stadtteilhebamme, über soziale Beratung, multikulturelle Zusammenarbeit bis zu Kinderbetreuung und Seniorengruppen. Gesellschaftliche Teilhabe, Kinder- und Jugendarbeit, Bürgerbeteiligung und Vernetzung stehen im Vordergrund des Vereins.

von Ina Tannert

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