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Telefon-Abzockerin wollte mehrere tausend Euro

Polizei warnt vor Betrugsversuch Telefon-Abzockerin wollte mehrere tausend Euro

Eine angebliche Staatsanwältin versuchte am Telefon, einen Marburger Rentner um knapp viertausend Euro zu betrügen. Der reagierte aber genau richtig.

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Egal wie nett die Betrüger klingen - es geht ihnen ums Geld der Opfer.

Quelle: Lili Graphie/pixelio.de

Marburg. Eine unbekannte Frau hat am Montag versucht, einen Marburger Rentner um knapp viertausend Euro zu bringen. Sie gab sich laut Polizei am Telefon als "Staatsanwältin Dr. H... S..." aus Frankfurt aus, und erklärte dem Mann, dass  er seit 2012 an einem Gewinnspiel teilnehme, dafür aber nie bezahlt habe. Nun liege gegen ihn eine Strafanzeige vor. Um einen Gerichtstermin zu vermeiden, solle er schnell 3895 Euro überweisen. Sie nannte eine türkische Bankverbindung.

"Der Rentner reagierte genau richtig", teilte die Polizei am Dienstag mit: Er legte auf, überwies kein Geld und informierte die Polizei.

Betrüger versuchen in letzter Zeit häufig, am Telefon Unbekannte um Geld zu bringen. Dafür setzen sie ihre Opfer unter Druck und verunsichern sie. Am Samstag versuchte es ein Unbekannter im Kreis Marburg-Biedenkopf bei einem 73-Jährigen: Er gab sich am Telefon als Polizist aus und versuchte, persönliche Informationen über den Rentner in Erfahrung zu bringen - etwa, ob er Geld oder Schmuck im Haus habe. Besonders raffiniert: Im Display erschien sogar die Nummer der Marburger Polizeidirektion, doch der Anrufer war keineswegs Polizist.

Wie berichtet hatte im Oktober in Gladenbach eine Rentnerin ihre gesamten Ersparnisse verloren, weil sie Opfer eines Telefonbetrugs wurde. Damals hatte sich eine unbekannte Anruferin als gute Freundin ausgegeben und erklärt, sie brauche dringend Bargeld für einen Hauskauf, könne dies aber nicht selbst abholen. Die Seniorin übergab darauf einen fünfstelligen Betrag an eine angebliche Mitarbeiterin des Notars.

Die Polizei gibt daher folgende Tipps:

- Niemals die technischen Möglichkeiten der Betrüger unterschätzen! Es ist durchaus möglich, eine falsche Telefonnummer zu generieren und im Display des Angerufenen anzeigen zu lassen. Falls sich ein Anrufer am Telefon als Polizist ausgibt, ist es ratsam aufzulegen, die Nummer der Polizei nachzuschlagen, zurückzurufen und sich mit dem entsprechenden Beamten verbinden zu lassen. Genauso, wenn sich jemand als Freund oder Verwandter ausgibt - im Zweifelsfall halten Sie mit Angehörigen Rücksprache.

- Seien Sie misstrauisch, wenn sich Personen am Telefon als Verwandte oder Bekannte oder als Kinder von ihnen ausgeben, die Sie als solche nicht erkennen.

- Niemals persönliche Daten, Informationen oder Angaben zu Wertsachen an fremde Personen weitergeben, erst recht nicht am Telefon. Antworten Sie auch nicht auf scheinbar harmlose Fragen, wenn die Antworten eben doch einige persönliche Informationen enthalten würden.

- Rufen Sie bei Ihrer zuständigen Polizeistation an und fragen, ob der Ihnen geschilderte Sachverhalt dort tatsächlich bekannt ist.

- Reden Sie mit Freunden und Familienmitgliedern über solche Maschen oder konkret über erhaltene Anrufe. Falls die Betrüger es geschafft haben, Sie zu verunsichern, fällt der Trick vielleicht einem Freund oder Familienmitglied auf, der Sie dann vor Schlimmeren bewahren kann

- Geben Sie niemals Geld und/oder Wertsachen an fremde Personen heraus, egal welche Geschichte man ihnen erzählt und warum sie in diesem Fall ruhig eine Ausnahme machen können.

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