Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / 1 ° Schneeregen

Navigation:
Teilregionalplan liegt ab 7. September aus

Regionalversammlung Teilregionalplan liegt ab 7. September aus

Der nächste Schritt auf dem Weg zu einer gültigen Regionalplanung in Sachen erneuerbare Energien in Mittelhessen ist geschafft. Nach den Sommerferien wird dieÖffentlichkeit angehört.

Voriger Artikel
Sorge vor weiterer Wohnverdichtung
Nächster Artikel
Verkehrs-Reform in der Nordstadt steht bevor

Die Regionalversammlung beschließt eine zweite Offenlage der Vorrangflächen für erneuerbare Energien.

Quelle: Archivfoto

Kirtorf. Das beschloss die Regionalversammlung gestern in der Gleentalhalle in Kirtorf bei drei Gegenstimmen der Fraktion Freie Wähler (FW). Im Sitzungssaal verlief gestern eine deutlich spürbare Grenze durch den Saal. Im Besucherraum saßen fast ausschließlich Windkraftgegner von diversen Bürgerinitiativen aus der Region, die vor der Veranstaltung mit Transparenten und Schildern deutlich gemacht hatten, was sie von den geplanten Festlegungen zu Windkraftvorrangflächen halten. Im vorderen Bereich ein völlig anderes Stimmungsbild: Zwar war Erleichterung zu spüren, dass nach zweieinhalb Jahren Vorbereitung nun ein Teilregionalplanentwurf steht, der weiterhin mehr als 2 Prozent der Fläche des Regierungsbezirks als windkraftgeeignet einstuft.

Ergiebige Flächen fallen weg

Im Gegensatz zu den Gästen bedauerten die Fraktionen aber, dass vor allem aus Vogelschutzgründen nicht noch mehr oder vom Windpotenzial her besser geeignete Flächen zur Verfügung gestellt werden können.Kritisch wurde zudem angemerkt, dass 70 Prozent der heute genehmigten und gebauten Anlagen nach neuem Regionalplan nicht mehr genehmigungsfähig wären, was dort einen Austausch (Repowering) gegen leistungsfähigere und möglicherweise für Vögel verträglichere Anlagen ausschließe. Unter anderem mit diesen Punkten begründete FW-Fraktionschef Friedl Kopp (Freiensteinau) das Nein seiner Fraktion. Mit diesem Plan sei ein nennenswerter Ausbau der Windkraft in den kommenden Jahren nicht möglich.

Der gestern wegen einer Landtagssitzung verhinderte Stefan Grüger (Wetzlar, SPD) ließ schriftlich wissen, der Planentwurf widerspreche den Zielen der Landesplanung, weil effektiv nur auf 0,6 Prozent der Fläche Windkraftanlagen wirtschaftlich zu betreiben seien. Deutlich bekam die Ablehnung des Publikums gestern in Form von Buh- und Zwischenrufen jedoch der Grünen-Fraktionschef Dr. Karsten McGovern (Marburg) zu spüren.

Eingaben bis 20. Oktober

Er hatte den Anwesenden im Saal vorgerechnet, dass die selbst gefassten Energieziele - ein Drittel des Endenergieverbrauchs aus erneuerbaren Quellen im Jahr 2020, 100 Prozent bis 2050 - nur über einen merklichen Zubau bei der Windkraft zu schaffen seien. Dafür müsse die Erzeugung von heute 0,6 auf 3 Terawattstunden (TWh) bis 2020 gesteigert werden. Zugleich müsste im Vergleich zum Jahr 2008 der Energie-Ertrag aus Biomasse verdoppelt und der aus Solartechnik verachtfacht werden. Nur dann sei der Umstieg möglich, so McGovern.

Nach den Sommerferien, vom 7. September bis 6. Oktober, liegen die Pläne beim RP und in den Kreisverwaltungen zur Einsicht aus, so die Aussage der Behörde. Bis 20. Oktober können Stellungnahmen zum Teilregionalplan abgegeben werden.

  • Begleitend zur Öffentlichkeitsbeteiligung bietet das Regierungspräsidium am 16. und 28. September jeweils in der Kulturhalle in Buseck öffentliche Veranstaltungen zum Teilregionalplan an. Am 28. September sind um 16 Uhr gezielt Bürgerinitiativen eingeladen.

Die Planunterlagen sind auf der Homepage des RP verfügbar, dort gibt es auch ein Formular für Stellungnahmen. Weitere Informationen auch hier.

von Michael Agricola

Hier können Sie eine Übersicht über die geplanten Vorranggebiete für Windkraft im Landkreis herunterladen:

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr