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Tegut erobert den Stadtwald

Wohnen Tegut erobert den Stadtwald

Seit vielen Jahren wünschen sich die Bewohner des Stadtwalds einen Supermarkt. Im Zuge des Studentenwohnbau-Projekts prüft nun Tegut verschiedene Möglichkeiten.

Marburg. Bereits im April hatte der Ockershäuser Ortsbeirat über die Pläne für neue Studentenwohnungen und einen Supermarkt im Stadtwald beraten (die OP berichtete). Inzwischen ist ein Investor für das Bauvorhaben gefunden und mit Tegut ist auch eine Einzelhandelskette an den Planungen beteiligt. Unternehmensvertreter Knut John bestätigte dies vor den Anwohnern im gut gefüllten Gründerzentrum in der Hanna-Ahrendt-Straße.

„Wir haben Interesse bekundet“ sagte John. Es gebe allerdings zwei Varianten für die Größe des Marktes. Angesichts der etwa 2.000 Bewohner, sei es denkbar einen „reinen Quartierladen“ zu errichten. Dieser würde eine Gesamtfläche von etwa 300 Quadratmetern einnehmen und wäre etwa mit dem in Michelbach vergleichbar. Möglich sei aber auch eine größere Lösung mit etwa 450 Quadratmetern Gesamtfläche. Diese Option hätte den Vorteil eines breiteren Sortiments und wäre darauf ausgelegt auch aus den umliegenden Gemeinden Kunden anzulocken.

Welche der beiden Varianten sinnvoll sei, „muss erstmal untersucht werden“, so John. Klar sei aber, dass „sich das nicht von heute auf morgen verwirklichen lässt“. 2015 sei ein realistisches Datum für die Eröffnung. Udo Boguslawski, Architekt des Bauprojekts, bestätigte auf Nachfrage aber, dass der Supermarkt definitiv kommen werde. Gemeinsam mit Reimund Hoffmann entwarf er zudem auch die 160 Studentenwohnungen.

Gegenüber dem ursprünglichen Plan 200 Wohnungen entstehen zu lassen, verringerte sich die Zahl aufgrund der äußeren Gestaltung der Gebäude. Um sie den Nachbarhäusern anzupassen, wurden sie nun zum Teil mit einem Stockwerk weniger geplant. Auf drei Etagen sollen sie nun Studenten „vernünftige Bedingungen“ bieten, sagte Boguslawski und ergänzte: „damit meine ich nicht acht bis zehn Quadratmeter und eine Gemeinschaftsküche“. Im Fall einer geringeren Studentenzahl können die Wohnungen zukünftig auch „mit wenigen Änderungen als ganz normale Familienwohnung gestaltet werden“. Investor Thomas Pascher freute sich darüber „bei sinkender Studierendenzahl keine Investitionsruine“ zu haben. Mit seiner Firma Pascher Immobilien investierte er bereits in Städten wie Leipzig, München, Magdeburg und Hannover und verfügt bereits über Erfahrung mit Studenten. „Jeder möchte Lebensqualität“ sagte er und zeigte sich zum Gefallen der Anwesenden auch aufgeschlossen für eine attraktive Gestaltung der Freiflächen hinter dem Gebäude.

Ebenso teilte er den Wunsch der Stadtwald-Bewohner nach einer höheren Taktung des öffentlichen Nahverkehrs. Der vehement erhobenen Forderung der Bürger nach einer 20-Minuten-Taktung konnte der anwesende Bürgermeister Franz Kahle (Grüne) jedoch nicht mit einem Versprechen nachkommen.

Dennoch betonte er, der Magistrat habe „ambitionierte Ziele für dieses Wohngebiet“ und dabei sei „auch der Nahverkehr immer wieder auf der Tagesordnung“.

von Peter Gassner

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