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Taxifahren für nur drei Euro Stundenlohn

Mindestlohn Taxifahren für nur drei Euro Stundenlohn

Die Gewerkschaften streben einen gesetzlichen Mindestlohn von 7,50 Euro an, der dann Schritt für Schritt auf 9 Euro erhöht werden soll.

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Eine Putzfrau hält 3,20 Euro in der Hand. Selbst in Luxushotels bewegt sich der Stundenlohn für Reinigungskräfte oft auf diesem Niveau.

Quelle: Patrick Pleul

Marburg. Dazu starten die Gewerkschaften ver.di und Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) in Mittelhessen zum Bundestagswahlkampf eine Aktion, die sich „Dumpinglohn-Melder“ nennt. Nach Angaben von ver.di und NGG, die sich auf Zahlen aus dem Kreisjobcenter beziehen, gibt es im Landkreis Marburg-Biedenkopf 2.600 Vollzeitbeschäftigte mit Stundenlöhnen von 5,50 Euro und darunter, die von ihrem Gehalt nicht leben können. Als so genannte „Aufstocker“ sind sie auf staatliche Hilfe aus dem Hartz-IV-Topf angewiesen.

Jörg Lüdde, Geschäftsführer von ver.di Mittelhessen, möchte mit der Aktion zur Wahlzeit das Thema Lohndumping und prekäre Arbeitsplätze stärker ins öffentliche Bewusstsein rücken. „Schon heute gibt es das Denken: ,besser einen schlecht bezahlten Job als gar keine Arbeit.’ Lüdde weiß im Kampf für den gesetzlichen Mindestlohn mehr als 70 Prozent der Bevölkerung hinter sich und sieht auch in den Parteien Bündnispartner.

Prekäre Arbeitsplätze gab und gibt es laut Lüdde in der Region genug. „In Gießen gibt es Taxifahrer, die arbeiten für drei Euro in der Stunde. Subway soll drei bis vier Euro bezahlen. Ich bekomme nur niemanden der sagt: ,Ich verdiene nur so wenig’, weil die Betroffenen Angst haben, dann ihren Job zu verlieren“, berichtete Lüdde aus seiner Praxis. Genau hier setzt die Aktion an. Betroffene könne – auch anonym – Dumpinglöhne melden. Das geht im Internet unter www.dumpinglohn.de oder telefonisch bei ver.di (0641/ 932 340) oder bei der NGG (0641/ 317 95).

von Matthias Mayer

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