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Tarek Al-Wazir: „Glückliches Marburg“

OB-Wahlkampf Tarek Al-Wazir: „Glückliches Marburg“

Ein energetisch herausragendes Gebäude, eine gute Kinderbetreuung sowie eine Kooperation mit einem freien Träger: OB-Kandidatin Elke Neuwohner zeigte Grünen-Parteifreund Tarek Al-Wazir ein erfolgreiches Marburger Modell. 

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Dr. Elke Neuwohner sprach mit Tarek Al-Wazir über die hessenweit einmalige Krippe in Marburg.

Quelle: Nadine Weigel

Marburg. „Du weißt, warum Du hier bist“, sagt Dr. Elke Neuwohner, die OB-Kandidatin der Marburger Grünen, als sie den Parteifreund aus Wiesbaden, den sie  seit vielen Jahren kennt, in der neuen Kinder-Krippe auf dem Vitos-Gelände in der Cappeler Straße begrüßt. Der stellvertretende Ministerpräsident Tarek Al-Wazir blickt in den Raum hinein, auf die leuchtend grüne Wand, die lindgrünfarbenen Stühle. „Das ist die grüne Zukunftsfarbe“, sagt er erfreut und schaut auch in die andere Richtung: Der Turn- und Spielraum ist fast komplett verglast – man schaut auf  Wiesen und Bäume.

Der Termin ist für den Minister ein Kinderspiel. Er kommt – als Landespolitiker, aber auch als Vater – aus dem Staunen und Loben nicht mehr heraus. Marburgs Bürgermeister Dr. Franz Kahle (Grüne) und die Stadtverordnete Neuwohner wollen dem Energie- und Wirtschaftsminister Al-Wazir zeigen, wie grüne Akzente in Familien- und Energiepolitik gesetzt und miteinander kombiniert werden können. „Es ist das einzige Krippen-Gebäude, das Energie sogar abwirft“, erklärt Neuwohner.

Die Passivbauweise des neuen Gebäudes setzt Maßstäbe. „Das Beeindruckende an dem Gebäude ist, dass die Photovoltaikanlage nicht additiv ist, sondern integraler Bestandteil“, erklärt Peter Wagner vom Hochbauamt der Stadt Marburg, der gemeinsam mit Kollegen aus der Verwaltung Konzept und Fakten erläutert. Um den so genannten Energieplus-Standard zu erreichen, wurden die Dachflächen und die südwestliche Fassade im Obergeschoss als Faltwerk ausgeführt und mit Photovoltaik-Modulen belegt. Sie berichtet  aber auch von kritischen Stimmen, die sgaen, das moderne Gebäude passe nicht ins historische Gelände. „Ich empfinde das Gebäude nicht als Fremdkörper. Die spannende Frage ist die Verbindung zwischen Alt und Neu. Und vieles, was jetzt ein Denkmal ist, war früher einmal ganz neu“, so der Minister. Positiv sei auch das Konzept der Kita:  In der Küche werden möglichst regionale, biologische und fair gehandelte Lebensmittel zubereitet. „Glückliches Marburg“, so Al-Wazir. Diesen Ausdruck gebraucht er an diesem Tag häufiger.

Der evangelische Dekan Burghard zur Nieden hakt ein: Die Stadt kooperiere hier auch „mit einem Träger, der erhebliche Eigenmittel bringt“.  Der evangelische Gesamtverband betreibt die Krippe, Eigentümer und Bauherr des Gebäudes ist die Stadt.  Auch die Betreuungszeiten der Krippe, die im Neubau 50 Kleinkinder untergebracht hat, sind keine Selbstverständlichkeit. Um 7 kommen die ersten Eltern mit ihren Jungen und Mädchen, die letzten werden um 17 Uhr abgeholt. Die Kinder sind alle unter drei Jahre alt, keine Gruppe habe mehr als zehn Kinder, sagt Kahle. Das sei sehr angenehm, betont die Leiterin Burgel Hochgesand-Geulen. In Frankfurt betrage die Durchschnittsgröße der Krippen-Gruppen zwölf Kinder.

Das gute Betreuungsangebot in Marburg sei nicht nur eine feine Sache für die Eltern, sondern nutze der Stadt: Wer Akademiker und Fachkräfte am Universitäts- und Pharmastandort halten wolle, müsse etwas für die Infrastruktur  und Familien bieten, sagt Kahle.

Ein Problem gibt es aber auch im „glücklichen Marburg“, so die Kommunalpolitiker. In der Grundschulbetreuung fehle es an Plätzen. Berufstätige Eltern stellen fest, dass sie die ersten Jahre gut mit der Betreuung ihrer Kinder zurecht kommen, aber ab der ersten Schullasse Probleme bekommen. Daher wünschen sich Neuwohner und Kahle dafür Unterstützung, konkret Geld, von Bund und Land. Insgesamt müsse die Grundschulbetreuung ausgebaut werden, bestätigt Al-Wazir. Er setzt auf eine Zusammenarbeit zwischen Kommunen und Land, macht aber keine konkreten Zugeständnisse. Man könne da nur schrittweise vorgehen, erklärt er.

  • Am Tag der Architektur, 28. Juni, wird die Plusenergie-Kita ihre Türen um 15 und 16 Uhr für die Öffentlichkeit öffnen.

von Anna Ntemiris

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