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Tanzprotest gegen Gewalt 
an Frauen und Mädchen

„One Billion Rising“ Tanzprotest gegen Gewalt 
an Frauen und Mädchen

An diesem Sonntag findet der Aktionstag „One Billion Rising“ gegen Gewalt an Frauen und Mädchen weltweit statt.

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In Marburg tanzen Frauen, Männer und Kinder gegen die Gewalt an Mädchen und Frauen weltweit.

Quelle: Archiv

Marburg. Am 14. Februar, den die meisten Menschen eher mit dem Valentinstag verbinden und mit ihren Liebsten verbringen, startete 2012 die Kampagne durch eine alarmierende Statistik der UN. Diese zeigt, dass jede dritte Frau schon einmal Opfer von Gewalt wurde. Das sind erschreckende Zahlen, und insgesamt eine Milliarde Frauen auf der ganzen Welt sind betroffen. Deswegen auch der Kampagnen Name „One Billion“ (eine Milliarde). 2013 kamen Menschen aus aller Welt zusammen, um ihre Empörung und Erschütterung zu zeigen.

Ins Leben gerufen wurde diese Aktion von der New Yorkerin, Künstlerin und Feministin Eve Ensler. „One Billion Rising“ ruft Frauen, Männer und Kinder dazu auf, sich gegen die Gewalt und Ungerechtigkeit zu wehren. Das Motto „Revolution“, das auch schon 2015 Thema war, soll in diesem Jahr fortgeführt werden. Es sei Zeit, die Gewalt an Frauen und Mädchen endgültig zu stoppen. „I am rising“, steht auf der Website und den Plakaten, was so viel heißt wie „Ich erhebe mich.“

Mehr als 100 deutsche Städte nehmen teil

Die Menschen werden dazu aufgefordert zu tanzen, in welcher Form auch immer. Das darf jeder Veranstalter selbst entscheiden. Getanzt wird, weil es Aufmerksamkeit erregt, ansteckend ist und überall auf der Erde, auf unterschiedliche Art und Weise getanzt wird. In manchen Ländern wird zum Beispiel der Tanz mit verschiedenen Tänzen aus ihrer Kultur verbunden.

Die Hymne der Kampagne ist „Break the Chain“ (Spreng die Kette) und wurde in mehr als 15 Sprachen übersetzt. Seitdem wird sie immer wieder neu inszeniert und angepasst. Allein in Deutschland nehmen mehr als 100 Städte teil, in Hessen insgesamt 8 Städte.

In Marburg startet die Aktion um 15 Uhr am Elisabeth-Blochmann-Platz mit einer Begrüßung. Danach werden Tänze mit Aerobic-Trainerin Evelyn Mahla und Tanztherapeutin Astrid Kolter angeboten. Außerdem finden Kreistänze mit Claudia George statt. Die Veranstaltung soll bis 17 Uhr dauern.

Frauennotruf stark gefragt

In Deutschland ist Gewalt an Frauen momentan ein großes und aufwühlendes Thema, das viel mit den Ereignissen der Silvesternacht in Köln zu tun hat. Für Frauen, die Gewalt jeglicher Art ausgesetzt sind, gibt es heutzutage viele Möglichkeiten, sich Hilfe zu suchen und Schutz zu erhalten. Vor rund 40 Jahren wurde das erste deutsche Frauenhaus in Berlin gegründet. Ziel war es, die Gewalt an Frauen und Mädchen öffentlicher zu machen und Betroffenen zu zeigen, dass sie nicht allein sind.

Dass der Bedarf an solchen Einrichtungen nach wie vor besteht, zeigt sich etwa darin, dass sich allein in Marburg in einem Jahr (2014) mehr als 180 Personen beim Frauennotruf meldeten. Die meisten der Frauen, die Hilfe suchten, waren zwischen 40 und 49 Jahre alt.

von Emilia Vogt

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