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Tandem-Sternfahrt eröffnet Treffen blinder und sehbehinderter Menschen

Braille-Festival Tandem-Sternfahrt eröffnet Treffen blinder und sehbehinderter Menschen

Ab morgen wird das Georg-Gaßmann-Stadion zum Zentrum des dreitägigen Louis-Braille-Festivals, zu dem mehr als 2 500 Teilnehmer erwartet werden.

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Am Wochenende findet das in Europa größte Zusammentreffen blinder und sehbehinderter Menschen in Marburg statt.

Quelle: dpa

Marburg. Das Festival gilt als das größte Zusammentreffen blinder und sehbehinderter Menschen in Europa. Ausgerichtet wird es vom Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) und der Deutschen Blindenstudienanstalt (Blista), die in diesem Jahr unter dem Motto „100 Jahre – 100 Talente“ ihr 100-jähriges Bestehen feiert.

Eröffnet wird das Festival morgen um 14.30 Uhr im Georg-Gaßmann-Stadion mit der Einfahrt von mehr als 50 Tandems – Höhepunkt einer Sternfahrt, an der sich Menschen mit und ohne Seheinschränkung aus allen Teilen Deutschlands sowie aus Ländern wie Luxemburg, Estland oder Russland beteiligen.

Verena Bentele, die Behindertenbeauftragte der Bundesregierung und Rekord-Paralympics-Gewinnerin, wird am Korso teilnehmen, ihr Tandempilot ist Bürgermeister Dr. Franz Kahle (Grüne).
Am Freitagabend ab 19 Uhr bietet die Blista-Revue „100 Jahre – 100 Talente“ auf der Festivalbühne in der Großen Halle ein buntes Programm aus Musik, Sport, Talk und vielem mehr, in dessen Mittelpunkt die vielen ehemaligen und aktuellen blinden und sehbehinderten Schüler der Blista stehen.

EM-Spiel wird live übertragen

Am Samstag von 10 bis 18 Uhr haben die Besucher des Festivals Gelegenheit, ihre Wünsche unter dem Motto „Zukunft inklusiv“ zu Papier zu bringen. Egal, ob blind oder sehend, alle schreiben ihre Botschaften auf einen schmalen Papierstreifen, entweder in Punktschrift oder in Schwarzschrift. Am Ende werden die beschriebenen Streifen aneinander geklebt. So soll der längste Wunschzettel der Welt entstehen – als inklusive, bunte Mischung von Wünschen, Anregungen und Ideen für eine inklusive Gesellschaft in Braille und normaler Schrift.

Bei der „Ultimativen Samstagabendshow“ ab 19 Uhr werden sich dann viele an die Samstagabende mit der Familie vor dem Fernseher erinnern. Die Spiel- und Quizaufgaben sind so oder so ähnlich bekannt, waren aber noch nie für das Publikum und die Kandidaten so blindengerecht erlebbar. Die Siegerteams des „Spiels ohne Grenzen“, das am Samstagnachmittag ab 14 Uhr im Stadion ausgetragen wird, kämpfen um Gewinnsummen von insgesamt 15 000 Euro für Projekte in ihrer Region.

Im Anschluss an die Show gibt es Gelegenheit, die Fernsehübertragung des Viertelfinalspiels der Fußballeuropameisterschaft Deutschland gegen Italien zu erleben – mit Audiodeskription.

Ein internationales Blindenfußballturnier am Samstag von 10 bis 18 Uhr, Judo, Klettern und Surfen im Wunder-Pool sind nur einige von zahlreichen Sportangeboten des Festivals.  Aber auch für Sportmuffel wird beim Festival viel geboten – von Konzerten und „Touching Moves“, einer Tanzperform­ance für ein nichtsehendes Publikum, über Blindenschrift-Lesungen und Akustikstationen der Blista-Schüler bis zum Markt der Begegnung, auf dem sich Organisationen und Einrichtungen präsentieren.

Am Sonntag öffnet sich das Festival in die Stadt und beginnt dazu um 10 Uhr mit einem ökumenischen musikalischen Gottesdienst in der Elisabethkirche, der von DVBS-Mitgliedern gestaltet wird.

  • Das vollständige Programm gibt es auf der Internetseite www.dbsv-festival.de
Louis Braille
Louis Braille (1809 bis 1852) ist der Erfinder des nach ihm benannten Punktschriftsystems für Blinde, der Brailleschrift oder kurz Braille. Der als Kind durch eine Verletzung Erblindete, wollte sich nicht damit abfinden, Literatur nur durch Vorlesen erleben zu können.
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