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Tafeln zum Schutz von Rad-Rowdys

Aufklärungs-Kampagne Tafeln zum Schutz von Rad-Rowdys

Schutz für eine Oberstadt-Oase: Das Flora- und Fauna Habitat Dammelsberg nahe dem Landgrafenschloss wird von rücksichtslosen Wanderern und Radfahrern geplagt. Stadt startet Aufklärungs-Kampagne.

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Barbara Zimmermann (l.) von der Naturschutzbehörde, Lutz Hofheinz von HessenForst, Bürgermeister Franz Kahle und Fachdienstleiterin Marion Kühn vor einer der drei Tafeln.

Quelle: Björn Wisker

Marburg. Müll, Lärm und Feuer sind die drei größten Sorgen von Lutz Hofheinz. Der Forstamtsleiter Kirchhain ist so etwas wie der Anwalt des Waldes. Und als solcher muss er aufpassen, wie sich die Natur der Region entwickelt. Und der 318 Meter hohe Dammelsberg, der täglich von Dutzenden Spaziergängern erklommen wird, entwickelte sich zuletzt nicht mehr so erfreulich. Die Gefahr geht vor allem von Mountainbikern aus, die illegal die steilen Hänge hinab brettern. „Der Lärm stört die Tiere, aber auch die Schäden, die im Boden hinterlassen werden, haben Konsequenzen“, sagt Hofheinz.

Nun haben Forstamt und städtische Naturschutzbehörde ein Mini-Schutzkonzept für den Dammelsberg enthüllt: Drei Info-Tafeln sind an den Haupteingängen zum Waldgebiet installiert worden. Die Tafeln sollen zeigen, wie wichtig das Waldgebiet für Marburgs Tiere ist: „14 von 19 Fledermausarten, die es gibt, leben hier“, sagt Zimmermann. Darunter seltene wie etwa das Große Mausohr. Auf den Tafeln sind auch die Routen markiert, auf denen Wanderer laufen, Radfahrer rollen dürften. „Das Ziel ist es, die Besucher besser durch die Natur zu steuern“, sagt Barbara Zimmermann von der Unteren Naturschutzbehörde.

In den vergangenen Jahren haben sich zahlreiche Trampelpfade in das Areal gefräst. Wege, die nicht gesichert sind - und wo die Stadt, sobald dort Leute unterwegs sind, totes Holz entfernen muss. „Und das ist völlig kontraproduktiv zu dem Artenschutz, Stichwort Hirschkäfer, den wir hier betreiben“, sagt Zimmermann. Denn genau die am Dammelsberg verbreiteten Eichenhölzer seien es, die für manche Tiere überlebenswichtig seien. Muss die Stadt diese entfernen, geht Käfer-Lebensraum verloren.

„Auch Hunde, die nicht angeleint laufen, sind ein Problem das wir mit den Appellen auf den Tafeln zu lösen hoffen“, ergänzt Marion Kühn, Fachdienstleiterin Naturschutz.

von Björn Wisker

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