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Marburger Tafel

Tafel plant Preiserhöhung für Essenskörbchen

Die Marburger Tafel sucht händeringend nach neuen Einnahmequellen - eine Möglichkeit, die ausgelotet wird, ist eine Erhöhung der Selbstbeteiligung, die die Bedürftigen für ihr Essenskörbchen zahlen müssen.
Rita Vaupel bereitet in den Räumen der Marburger Tafel Lebensmittel für die Ausgabe an Bedürftige vor – doch denen droht eine Preiserhöhung.	Foto: Ina Tannert

Rita Vaupel bereitet in den Räumen der Marburger Tafel Lebensmittel für die Ausgabe an Bedürftige vor – doch denen droht eine Preiserhöhung. Foto: Ina Tannert

Marburg. Gut 1400 Kunden hat die Marburger Tafel inzwischen im dreizehnten Jahr ihres Bestehens, mehr als 200 Mitarbeiter geben täglich in den Ausgabestellen in Marburg, Stadtallendorf, Kirchhain, Gladenbach und Wetter Essenskörbchen an registrierte Kunden aus.

Verteilen statt wegschmeißen - so lautet das Motto der Initiative. Supermärkte, Bäckereien und Restaurants spenden Lebensmittel, die sie nicht benötigen, die Tafel holt sie ab und verteilt sie in ihren Ausgabestellen an Bedürftige. Mit eineinhalb hauptamtlichen Stellen und zwei „Bürgerarbeitern“, die eine Art Praktikum absolvieren, koordiniert die Marburger Tafel den Einsatz der Mitarbeiter, die Touren durch die Märkte und die Verwaltungsarbeit, die zu großen Teilen der Vorstand ehrenamtlich erledigt.

Diese Idee hat den Tafeln bundesweit Anerkennung gebracht. Bei der Marburger Tafel zahlen Bedürftige, die sich zuvor bei der Tafel registrieren lassen müssen, einen Euro für ein Ein-Personen-Körbchen, zwei Euro für ein Familienkörbchen - unabhängig von der Größe der Familie. Dabei sind unter den Kunden der Tafel auch 35 Personen, die Waren für jeweils 10 Personen erhalten.

Beim Packen der Körbchen wird, so Tafel-Vorsitzende Rita Vaupel, darauf geachtet, dass Familien vorrangig mit Vitaminen, also vor allem mit Obst und Gemüse, versorgt werden.

Steigende Spritpreise reißen Loch in die Kasse

Der Inhalt des Lebensmittelpaket variiert von Woche zu Woche, besteht aber zu großen Teilen aus frischem Obst und Gemüse und Brot. Verteilt wird nur, was an Lebensmitteln eingesammelt wird. Zugekauft wird nichts, sagt Rita Vaupel. Und dennoch braucht die Marburger Tafel Geld: Allein die gestiegenen Spritpreise reißen ein Loch von zusätzlich 2000 Euro pro Jahr in die Kasse, die Kühlfahrzeuge kommen langsam in die Jahre und werden reparaturanfällig.

Durch die stetig wachsende Zahl an Kunden steigt der Aufwand für die Beschaffung der Lebensmittel; hinzu kommt, so Rita Vaupel, dass „viele Supermärkte von uns gelernt haben“: Sie schmeißen Lebensmittel nicht weg, die vor der Erreichung des Mindesthaltbarkeitsdatums stehen, sondern verkaufen sie für einen deutlich niedrigeren Preis.

Immer weniger Spenden von Marburgern

Die Spendenbereitschaft aus der Bevölkerung hat unterdessen nachgelassen: Einstens waren es 15000 Euro pro Jahr, die die Tafel verbuchen konnte. Davon kann heute keine Rede mehr sein. Fördermitglied bei der Tafel kann man für 36 Euro pro Jahr werden. Damit die Tafel aber ihre Arbeit in bisherigem Umfang weiterführen kann, will Rita Vaupel auf der Jahreshauptversammlung der Tafel den Antrag stellen, die Preise für die Körbchen zu erhöhen: um einen Euro pro Körbchen. Für „zumutbar“ hält sie diese Preiserhöhung für die Kunden und verweist auf die „Gegenleistung“, die die Kunden erhalten.

„Natürlich weiß ich, dass selbst diese moderate Preiserhöhung für viele unserer Kunden hart ist“, sagt Vaupel. Im Grunde sieht sie aber keine Alternative, soll die Arbeit der Tafel so weitergeführt werden. „Ein Großspender, der uns unterstützt, ist leider nicht in Sicht.“

Die Jahreshauptversammlung der Tafel findet am Mittwoch, 5. Juni, ab 18 Uhr im Gemeindehaus Afföller statt. Neben der Diskussion um eine Preiserhöhung gibt es Vorstandswahlen. Infos zum Verein: Telefon 06421/614053 oder info@marburgertafel.de

von Till Conrad


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