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TV-Professor spricht an Uni

Gott und die Welt TV-Professor spricht an Uni

Der aus dem ZDF bekannte Professor Harald Lesch referierte vor einer großen Zahl von Zuhörern im großen Hörsaal des Landgrafenhauses über das Verhältnis zwischen Religion und Naturwissenschaften.

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Professor Harald Lesch überzeugte die Zuhörer mit seinem charmanten und humorvollen Vortragsstil.Foto: Peter Gassner

Marburg. „Es gibt mindestens zwei Universen - das von Männern und das von Frauen.“ Mit derartigen Sprüchen lockerte der Referent seinen Vortrag mit dem Titel „Schöpfung oder Urknall“ auf und bestach dabei durch Humor und Charme, mit denen er auch technische Pannen überspielte.

Mit dieser Art hat es der in Gießen geborene Professor Harald Lesch bis ins Fernsehen gebracht, wo er unter anderem seit 2009 als Nachfolger von Joachim Bublath die Reihe „Faszination Universum“ betreut und seit 2010 die Sendung „Leschs Kosmos“ moderiert.

Zudem wurde der an der Ludwig-Maximilians-Universität inMünchen lehrende Lesch im vergangenen Jahr zum „Hochschulprofessor des Jahres“ gewählt.

In Marburg referierte der 53-jährige Philosoph und Astrophysiker anlässlich einer interdisziplinären Vorlesungsreihe des Fachbereichs Rechtswissenschaften, die sich mit dem Phänomen Religion auseinandersetzte. Auch einige Gasthörer hatten sich unter das Publikum gemischt, um den Ausführungen Leschs zu folgen.

Dieser erklärte, dass die Auseinandersetzung zwischen Naturwissenschaften und Philosophie ein „historisches Thema“ sei, dass die Menschheit schon immer beschäftigt habe. Ein philosophisches Grundproblem sei es immer das Woher, Wohin und Wofür zu hinterfragen, während die Physik immer nur die „vorletzten Fragen“ beantworten könne. So gesehen sei die Physik „sinnlos, aber nicht sinnfrei“.

Existenzielle Fragen stünden außen vor. Der Naturalismus, als philosophische Position, habe hingegen immer den „universellen Anspruch“ ein kosmisches Gesamtbild zu zeichnen. Das Problem, dass sich stelle, sei diese beiden Positionen zu vereinen.

„Die Natur“, so Lesch, „ist so freundlich, dass sie uns mathematische Antworten gibt“. Daher könne die Physik immerhin das Universum erklären und dessen Geschichte nachvollziehen. Warum es aber so ist, wie es ist, sei nicht abschließend zu beantworten. Mithilfe der Philosophie könne man sich der Antwort lediglich nähern. Wie man dies tue, sei daher letztlich eine individuelle und sehr persönliche Sache.

Ein Ansatz der ihn persönlich beeindruckt habe, sei der, dass eine Welt mit klaren Regeln (die auch mit Leid verbunden ist) die Voraussetzung für die Willensfreiheit und Individualität des Menschen sei.

von Peter Gassner

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