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"Synmikro" erhält bis 2019 Forschungsbau

Wissenschaftsrat "Synmikro" erhält bis 2019 Forschungsbau

Die Empfehlung des Wissenschaftsrates, den neuen Forschungsbau des "Loewe"-Zentrums für synthetische Mikrobiologie (Synmikro) zu errichten, sorgte für große Freude an der Universität.

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Der „Synmikro“-Modulbau soll bald bezugsfertig sein. Bis 2019 soll dann in unmittelbarer Nähe ein neuer Forschungsbau für das „Synmikro“-Forschungszentrum entstehen. Foto: Thorsten Richter:

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. „Synmikro hat sich innerhalb weniger Jahre zu einem international sichtbaren Forschungszentrum entwickelt“, freut sich die Marburger Uni-Präsidentin Professorin Katharina Krause über die Mitteilung aus Darmstadt, wo der Wissenschaftsrat gestern seine Frühjahrssitzung abhielt. Wie drei andere hessische Forschungbauten soll auch der Marburger Forschungsbau für das „Synmikro“-Zentrum jeweils zur Hälfte durch den Bund und das Land Hessen gefördert werden. Die Empfehlung durch den Wissenschaftsrat bedeutet, dass das Großvorhaben nun bald umgesetzt werden kann.

„Es ist ein fantastischer Erfolg für Marburg bei all der harten Konkurrenz in diesem Verfahren“, freute sich Professor Roland Lill, der gegenüber einer Expertenkommission des Wissenschaftsrates das Marburger Konzept vertreten hatte. Die Gesamtinvestitionen für den Forschungsbau belaufen sich nach Angaben der Uni-Pressestelle auf rund 61 Millionen Euro. Davon entfallen 51 Millionen Euro auf den Bau sowie 4,3 Millionen Euro auf die Ersteinrichtung und 5,3 Millionen Euro auf den Erwerb von Großgeräten wie speziellen Elektronenmikroskopen. Auf der Basis der Wissenschaftsrats-Empfehlung und nach der Förderentscheidung durch die gemeinsame Wissenschaftskonferenz des Bundes und der Länder wird der Bund voraussichtlich 25 Millionen Euro übernehmen und das Land Hessen die restliche Summe von 36 Millionen Euro tragen.

Bereits im Juni 2013 war das Richtfest für einen Modulbau auf den Lahnbergen gefeiert worden, in dem bis zum Start des Forschungsbaus als provisorische Zwischenstation ein Großteil der „Synmikro“-Arbeitsgruppen unterkommen soll. Noch ist dieser Bau mit einer Fläche von rund 1000 Quadratmetern nicht fertiggestellt, er soll aber bald bezogen werden. Direkt neben dem Modulbau ist bereits eine große Waldfläche gerodet worden, wo der neue Großbau mit einer Nutzfläche von rund 6000 Quadratmetern entstehen soll, erläuterte Uni-Präsidentin Krause der OP gestern auf Anfrage. Denn der Forschungsbau war vorbehaltlich einer gesicherten Finanzierung bereits im Masterplan für die Umgestaltung der Naturwissenschaften auf den Lahnbergen vorgesehen. Und so sieht laut der Präsidentin der Zeitplan aus: Voraussichtlich im kommenden Jahr könnte der Neubau starten, der dann laut Plan im Jahr 2019 bezugsfertig wäre. Der Neubau soll die Chance bieten, alle neuen Arbeitsgruppen des von der hessischen Landesregierung im „Loewe“-Programm geförderten Zentrums unter einem Dach zusammenzufassen. Bisher arbeiten die Wissenschaftler aus den biologisch-chemischen universitären Gruppen und den theoretisch-modellierenden Gruppen und auch die Mitglieder der „Synmikro“-Abteilung am Max-Planck-Institut für terrestrische Mikrobiologie in unterschiedlichen Gebäuden.

Im Forschungszentrum „Synmikro“ untersuchen Wissenschaftler, wie sich die in den Ingenieurwissenschaften etablierten Konzepte der Modularisierung und Standardisierung auf die Funktionsweise von Zellen übertragen lassen. So werden dort Zellteile und Prozesse nachgebaut und zu Modulen zusammengefasst, die dann zu komplexeren funktionellen Einheiten zusammengebaut werden. So könnte die Grundlage für „zukünftige Technologien“ gelegt werden, „die das Design und die Synthese von neuartigen, in dieser Form nicht aus der Natur bekannten Zellen mit vordefinierten Eigenschaften ermöglichen“, heißt es in einer „Synmikro“-Mitteilung.

von Manfred Hitzeroth

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