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Suppenfans kommen wieder voll auf ihre Kosten

Suppenfest Suppenfans kommen wieder voll auf ihre Kosten

Viele Köche verderben den Brei? Dieses Sprichwort wurde beim Suppenfest am Richtsberg widerlegt. Insgesamt 23 Suppen aus aller Herren Länder wurden literweise zubereitet und angeboten.

Marburg. Da der Andrang erfahrungsgemäß groß werden würde, kostete die ­fünfköpfige Jury mit Schirmherrin Rita Vaupel bereits eine Stunde vor dem offiziellen Einlass die Suppen und vergab Punkte, während sich vor den Türen lange Schlangen bildeten. Diese Entscheidung erwies sich als richtig, denn schon kurz nach Eröffnung platzten die Räume vor Suppenfans, die sich um die Stände drängten, fast aus allen Nähten. Im Laufe des Nachmittags kamen mehr als 600 Besucher zum Fest. Jeder von ihnen erhielt am Eingang eine Schüssel samt Löffel und los ging der Ansturm auf die hübsch dekorierten Suppentische.

Trotzdem sah man überall lachende, freudige Gesichter und Menschen, die sich angeregt mit den Köchen unterhielten. Und genau darum gehe es bei dem Fest, freute sich Helga Pukall vom Verein „Netzwerk Richtsberg“. Der Verein veranstaltet das Suppenfest innerhalb des Projektes „Kultur und Kulturen“ und in Kooperation mit der evangelischen Kirchengemeinde Am Richtsberg Marburg.

„Wir wollen Integration durch Vermittlung verschiedener Kulturen im kulinarischen Bereich“, so Pukall.

Wie bei denFamilien zu Gast

Am Richtsberg herrsche eine große Kulturenvielfalt und so habe vor acht Jahren das Fest als kleines Nachbarschaftsfest angefangen. Man habe bei einem netten Beisammensein gegenseitig Suppen aus verschiedenen Heimatkulturen probiert und so ein wachsendes Zusammengehörigkeitsgefühl entwickelt. Liebe geht eben durch den Magen und Essen hat etwas mit Gemeinschaft und sozialem Miteinander zu tun, betonte auch die Schirmherrin Rita Vaupel.

Diesem Prinzip bleibt der Verein auch heute noch treu, nachdem das Fest derart groß geworden ist. Das Gefühl „bei den Familien zu Gast“ zu sein und der kulturelle Austausch stehen im Mittelpunkt, nicht der Konsum. Denn trotz der großen Nachfrage wurde der Eintrittspreis von 2,50 Euro nie angehoben.

Da erfahrungsgemäß die Suppen schnell aufgegessen sind und die Besucher vorher bei kühlen spätwinterlichen Temperaturen vor den Kirche warten müssen, wurden schon draußen gespendete Suppen angeboten.

Die Schulgartengruppe der Theodor-Heuss-Schule kochte direkt vor Ort in einem großen Topf und verteilte Suppe an die Wartenden.

Ebenso spendeten die Gaststätte Balzer aus Schröck, das „Vila Vita Hotel“, die Marburger Altenhilfe St. Jakob und Carmen Gaus-Staubitz, die einen Biogemüse-Stand auf dem Wochenmarkt betreibt, gleich mehrere Liter Suppe. Bei strahlendem Sonnenschein fiel es den Suppenfans jedoch dieses Jahr weniger schwer zu warten.

Jeder Besucher erhielt am Eingang einen „Wahlstein“, mit dem er der schmackhaftesten Suppe eine Stimme geben konnte. Kinder bekamen einen Extra-Stein. Später wurden die Steine ausgezählt. Insgesamt gab es drei Gewinner verschiedener Kategorien beim Suppenwettbewerb.

Die Jury wählte die Hühnersuppe, gekocht von Ahmed Adouna vom Ausländerbeirat Marburg zum Sieger. Den ­Publikumspreis erhielt Hellen Reinarz für ihre Melonensuppe mit Kokos-Chilischaum und Fenchel. Den Kinderpreis bekam Manal Atalla für die Frühlingssuppe mit Cumin aus Palästina.

von Ina Tannert

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