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Südbahnhof soll barrierefrei werden

Umbau Südbahnhof soll barrierefrei werden

Modernisierung und barrierefreier Umbau des Südbahnhofs werden in einem Kooperationsvertrag vereinbart, den die Stadt mit der Deutschen Bahn und dem Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) abschließen wird.

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Zum Gleis Richtung Frankfurt führt an der Bahnhaltestelle am Südbahnhof bisher nur eine Treppenanlage, so dass Radfahrer ihr Gefährt heruntertragen.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. „Aus Marburger Sicht ist das sehr erfreulich. Dass der Südbahnhof jetzt barrierefrei umgestaltet werden soll, ist auch ein Erfolg des Stadtparlaments“, erläuterte Bürgermeister Dr. Franz Kahle (Grüne) bei der Präsentation der Magistrats-Vorlage im Bauausschuss. Denn die Debatten in mehreren Ausschüssen sowie die darüber veröffentlichten Zeitungsartikel seien ein Anlass für den RMV gewesen, noch einmal mit der Stadt Marburg in Verhandlungen zu treten. Und diese seien erfolgreich abgeschlossen worden, so dass sich jetzt auch der RMV an den Kosten für das Vorhaben beteiligen wolle.

Kahle machte deutlich, dass die Planungen schon einen langen Vorlauf gehabt hätten. Bereits seit 20 Jahren gebe es Bestrebungen der Stadt, den Südbahnhof barrierefrei zu erschließen. Dabei geht es vor allem um das Gleis für den Bahnverkehr Richtung Frankfurt. Dieses ist bisher nur über eine Fußgängerbrücke mit Treppenstufen erreichbar, die nicht von Rollstuhlfahrern, Radfahrern oder älteren Menschen mit Rollatoren benutzbar ist.

Ganz wichtig sei es, dass das Marburger Projekt nunmehr angegangen werden könne. Denn die Rahmenvereinbarung des Landes Hessen mit der Deutschen Bahn Station&Service GmbH und den hessischen Verkehrsverbünden zur Umsetzung einer Vielzahl von Infrastrukturvorhaben gebe es bisher nur für den Zeitraum von 2011 bis 2019, und eine Fortsetzung dieses Programms sei ungewiss. Der Zeitplan für das Marburger Projekt sieht vor, dass die Umbauten im Jahr 2018 ausgeführt werden. Zuvor sieht der Zeitplan mehrere Planungsschritte vor, zu denen Aufträge für Planungsbüros, die Genehmigung durch das Eisenbahnbundesamt sowie die Beteiligung von Gremien gehört. Froh zeigte sich Ausschuss-Mitglied Marco Nezi (Grüne) darüber, dass der Zeitplan im Vergleich mit ähnlichen Vorhaben eigentlich noch recht zügig sei. „Es ist aber auch Zeit, dass am Südbahnhof etwas passiert“, sagte Nezi. Schließlich werde der Südbahnhof von vielen Pendlern genutzt.

Land und RMV übernehmen Großteil der Kosten

Insgesamt wird für das Projekt mit einer Gesamt-Investitionssumme von 2,49 Millionen Euro gerechnet. Das Land Hessen soll 85 Prozent der Baukosten übernehmen, und der RMV soll fast die Hälfte der Planungskosten mitfinanzieren. Für die Stadt Marburg bleiben Investitionen für Bau- und Planungskosten von 830 000 Euro übrig.

Verärgert zeigte sich Ausschuss-Mitglied Sonja Sell (SPD) darüber, dass die Deutsche Bahn AG sich nicht an den Kosten für den barrierefreien Ausbau des Südbahnhofs beteiligen wolle. Diese Verärgerung konnten Kahle und Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD) nachvollziehen. Jedoch gibt es einen Grund für die finanzielle Zurückhaltung, der in der Magistratsvorlage nachzulesen ist. Die DB Station&Service AG wäre nur dann anteilig zu einer Finanzierung verpflichtet, wenn für die bestehenden Anlagen am Südbahnhof aufgrund des baulichen Zustands eine Sanierungserfordernis bestehe. Dies ist am Südbahnhof aber „trotz vorhandener Mängel wie Risse im Asphalt“ aus Sicht der Deutschen Bahn nicht der Fall, heißt es in der Magistratsvorlage.

Parallel zur barrierefreien Gestaltung am Südbahnhof soll auch der  Vorplatz, an dem sich eine Bushaltestelle befindet, modernisiert werden. Für dieses Zusatz-Projekt soll es in diesem Jahr eine städtische Machbarkeitsstudie geben. So sollen die Verkehrsverknüpfungen unter anderem mit der Haltestelle Konrad-Adenauer-Brücke optimiert werden. Auch soll die Anlage von zeitgemäßen „Bike-and-Ride“-Plätze  geprüft werden. Zudem soll über eine bessere Verkehrsführung für Fußgänger und Radfahrer, nachgedacht werden.

von Manfred Hitzeroth

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