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Südbahnhof: Umbau startet 2017

Barrierefreiheit Südbahnhof: Umbau startet 2017

Kommunalpolitiker forcieren einen Umbau des Südbahnhofs. Dieser soll barrierefrei werden. Vor allem die marode Treppe von der Autobahnbrücke hinunter zum Südgleis ist für viele ein Hindernis.

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Um das Gefälle der Treppe am Südbahnhof zu überwinden und barrierefrei zu gestalten, müsste wohl eine viele Meter lange
Rampe gebaut werden. Fotos: Björn Wisker / Thorsten Richter

Marburg. Behinderte, Alte und Alleinerziehende, die mit Kinderwagen reisen, sind genervt: Steht ein Trip in Richtung Frankfurt an, haben sie keine Chance vom Südbahnhof aus ihr Ziel zu erreichen. Für viele ist die Treppe, die zum Südgleis führt eine unüberwindbare Hürde. Um das zu ändern, wollen die Fraktionen in der Stadtverordneten-Versammlung eine neue Initiative starten, richten Forderungen an die Deutsche Bahn sowie den Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV).

„Trotz dieser seit Jahren bekannten misslichen Lage zucken weder RMV noch Bahn und unternehmen etwas“, sagt Hans-Joachim Seitz (Grüne). Wenn nicht jemand etwa Müttern beim Tragen vom Kinderwagen helfe, sei diesen der Zugang zum Südgleis verwehrt. „Von Behinderten oder gebrechlichen Leuten ganz zu schweigen.“ Er fordert Verkehrsverbund und Deutsche Bahn auf „dort endlich gegenzusteuern“.

Rampe oder Aufzug?

In ihrem während des Sozialausschusses diskutierten Antrag formulieren SPD und Grüne den Vorschlag einer Rampe, welche am Rand der steilen Treppe entlang führen solle. Noch besser wäre Christa Perabo (Grüne) zufolge ein Aufzug, was aus Kostengründen jedoch ganz sicher kaum umsetzbar sein werde.

„Der Südbahnhof ist mittlerweile unser städtisches Verkehrs-Drehkreuz. Umso wichtiger, dass er selbst für jeden zugänglich gemacht wird - und zwar beide Gleise“, sagt Bürgermeister Franz Kahle (Grüne). Während die eine, nach Norden in Richtung Kassel führende Strecke problemlos erreichbar sei, müssen Betroffene beim Einsteigen oder Aussteigen bis zum Hauptbahnhof durchfahren. „Aber die Stadt kann ja nicht alles alleine regeln. Da sind jetzt andere in der Pflicht“, sagt Perabo. „Dieses ewige Thema braucht aber auch endlich mal einen konkreten Zeitplan“, sagt Halise Adsan (Linke). Ohne Fristen drohen ihrer Aussage zufolge Hängepartien wie bei den Rollbändern oder der generellen Sanierung des Hauptbahnhofs.

Gespräche mit Magistrat laufen seit Jahren

2005 gab es bereits Gespräche zwischen Magistrat, Deutscher Bahn und dem RMV zu einem Umbau-Vorhaben am Südbahnhof. Vorübergehend plante man mit einem massiven Umbau des Areals. Im Zuge einer barrierefreien Gestaltung sollten auch die Gleise angehoben, der Ein- und Ausstieg in die Züge somit vereinfacht werden. Doch nach Kalkulation der Kosten schreckte die Deutsche Bahn offenbar von dem Vorhaben zurück. „Und das war dann der Tod der Idee“, sagt Kahle.

Beim RMV reagiert man irritiert auf den neuerlichen Vorstoß der Marburger Kommunalpolitik. „Der barrierefreie Umbau ist schon lange geplant, los geht es 2017“, sagt eine Sprecherin gegenüber der OP. Der Südbahnhof sei bereits vor vielen Monaten in den Rahmenplan für Stationen und Haltepunkte aufgenommen worden. Eine gleich-lautende Vereinbarung existiere zwischen Marburgs Stadtspitze, Deutscher Bahn sowie den nord- und südhessischen Verkerkehrsverbünden. In dieser Liste sind jene sanierungsbedürftigen Bahnhöfe in Hessen aufgeführt, die innerhalb der nächsten Jahre umgebaut werden sollen. „Wir halten das bei dieser Station auch für völlig sinnvoll“, sagt die RMV-Sprecherin. Die Bahn prüft unterdessen die genauen Kosten.

von Björn Wisker

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