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Podiumsdiskussion Suche nach dem guten Studium

Welche Bestandteile machen die Qualität eines richtig guten Studiums aus? Darüber gibt es unterschiedliche Ansichten von Studierenden und Professoren.

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Geographie-Professorin Carina Peter (von links), Psychologie-Professor Harald Lachnit, Studentin Annika Eigmann, Student Kons­tantin Korn, Mathematik-Professorin Ilka Agricola und Moderatorin Katja Franz diskutierten in der Alten Aula der Universität über das Thema „Was macht ein gutes Studium aus?"

Quelle: Marcus Hergenhan

Marburg. Nachdem die Philipps-Universität seit kurzem Geld in Millionenhöhe in der zweiten Phase des Qualitätspakts Lehre erhält, fanden sich am vergangenen Dienstag Vertreter der Hochschullehre, Unileitung und Studierenden ein, um über die erste Phase Bilanz zu ziehen. „Diese beiden Runden des Qualitätspakts Lehre haben jeweils ein Budget von 11 Millionen Euro, und die wurden im Sinne des Programms vor ­allem in die Lehre investiert“, erklärte Astrid Bendix, die die Diskussion organisiert hatte.

Dabei kam die erste Förderung im Jahr 2011 genau zur rechten Zeit, denn in den letzten fünf Jahren stieg die Anzahl der Studierenden an der Uni Marburg um rund 25 Prozent, wodurch sich ohnehin der Bedarf an Lehrpersonal entsprechend erhöht hatte. „Wir sind sehr glücklich über die hervorragende Zusammenarbeit der Fachbereiche, des Zentrums für Lehrerbildung und der Unileitung. Durch den Qualitätspakt Lehre konnten wir die dringend benötigten zusätzlichen Professorenstellen schaffen, deutlich mehr abgeordnete Lehrer für die Praxislehre der Lehramtsstudenten gewinnen und natürlich viel mehr Tutoren einstellen,“ freute sich Unipräsidentin Katharine Krause. Allerdings merkte die Präsidentin auch etwas kritisch an: „Trotz der großen Freude über die Förderung ist es seltsam, dass solche Budgets für die Lehre, wie auch bei der Exzellenzinitiative für die Forschung, in einem Wettbewerb vergeben werden, anstatt sie grundsätzlich allen zukommen zu lassen.“ Verbesserte Lehre bedeutete in den vergangenen fünf Jahren auch eine bessere Betreuung von Erstsemestern und die modernere Aufbereitung von Inhalten.

„Wir haben viel darin investiert, jungen Menschen den Übergang von der Schule ins Studium zu erleichtern, sie mehr an die Hand zu nehmen. Darüber hinaus betreiben wir heute mehr Evaluationen und es gibt viele grundsätzliche ­Inhalte zum Studieren in ­Marburg jetzt auch auf You­tube,“ erklärte Professorin Evelyn Korn, die als Vizepräsidentin für Studium und Lehre die Verantwortung für das Projekt übernommen hat. Im Anschluss an die Vorträge der Unileitung wurde eine Podiumsdiskussion zwischen Vertretern der Studierenden und ausgewählten Professorinnen und Professoren zu dem Thema „Gute Lehre Zeitgemäß“ abgehalten.

Seminar oder Vorlesung

Dabei hatte jeder Vertreter oder Vertreterin ganz eigene Ansichten, was denn wirklich in der Lehre funktioniere, ob „Summerschools“, Blockseminare oder aufwändig gestaltete Vorlesungen. „Generell sollten die Studierenden öfter gefragt werden, sonst kommt es etwa zu Anwesenheitspflichten, die keiner will und es ändert sich nie etwas an langatmigen Veranstaltungen“, bemerkte Kons­tantin Korn, studentischer Vertreter im Uni-Senat. Mathematik-Professorin Ilka Agricola­ vertrat einen etwas verbindlicheren Kurs: „So sehr ich Fragen und ­Input von Studierenden schätze: Manche Dinge im Mathe-Studium machen nun mal keinen Spaß, sondern sind harte Arbeit. Die Integralrechnung lässt sich nicht durch entdeckendes Lernen vermitteln. Der Spaß an der ­Sache kommt hier eher über längere Zeit, wenn langsam das Verständnis einsetzt“. Englisch- und Deutschstudentin Annika­ Eigmann zog aus ihrem Studium vor allem in Sachen Vorlesungen eine ziemlich drastische Bilanz: „Mittlerweile habe ich für mich gelernt, dass es mir mehr bringt, die Folien selbst durchzuarbeiten und gar nicht in die Vorlesungen zu gehen: Das sind ohnehin eher Massenabfertigungen und die Tutorien sind viel besser“.

Die anwesenden Professoren wie etwa der ehemalige Uni-­Vizepräsident Professor Harald­ Lachnit wiesen eher darauf hin, dass sich die Kombination beider Veranstaltungen bewährt habe und die Möglichkeit der Nachfragen an den Dozenten nicht zu ersetzen sei. Weitestgehend einig waren sich die Diskussionsteilnehmer darin, dass wirklich gute Vorlesungen, enorm viel Vorarbeit von beiden Seiten benötige und es mehr Flexibilität bei der Verteilung von Tutorien geben sollte.

von Marcus Hergenhan

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