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Stute verletzte sich das Bein im Hundeloch

Bewegender Appell an Hundehalter Stute verletzte sich das Bein im Hundeloch

Dass Laura noch lebt, grenzt an ein Wunder. Die Zuchtstute war auf der Koppel in das Buddelloch eines Hundes getreten und hatte sich die Beugesehne schwer verletzt. "Eigentlich ein Todesurteil", sagt ihr Besitzer.

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Ludwig Nau betrachtet die kaputte Sehne seiner wertvollen Zuchtstute Laura. Sie war auf der Weide in ein Loch getreten, das höchstwahrscheinlich ein Hund gebuddelt hat.

Quelle: Nadine Weigel

Großseelheim. Vorsichtig setzt die Schimmelstute ein Bein vor das andere. „Na, mein Mädchen, wird‘s langsam besser?“ begrüßt Ludwig Nau sein altes Pferd und tätschelt ihm liebevoll den Hals. Wochenlang konnte die Schimmelstute mit ihrem linken Vorderbein gar nicht auftreten. Am 2. Juni war sie auf der Weide in ein Loch getreten, das offensichtlich von einem Hund gebuddelt worden war. Diagnose: Schwere Verletzung der Beugesehne.

„Das war vielleicht ein Schreck“, erinnert sich der Landwirt und erfahrene Pferdezüchter aus Großseelheim. „Eigentlich sind Pferde mit einer solch schwerwiegenden Verletzung nicht zu retten, aber da sie tragend war, haben wir es noch einmal versucht. Mit Geduld und Glück hat es geklappt“, sagt Nau dankbar.




 
 
 
 
 
 
 
 
 


 

Schockiert von der schweren Verletzung appelliert er nun an alle Hundebesitzer, umsichtiger mit ihren Vierbeinern spazieren zu gehen. „Viele Menschen lassen ihre Hunde einfach herumrennen und auf Koppeln graben, ohne zu wissen, welch dramatische Folgen das haben kann“, betont Nau. Er sieht nicht nur seine 20 Pferde in Gefahr, sondern auch Reiter. Denn im bei Spaziergängern beliebten Ohmtalbecken, wo sich Naus Pferdekoppeln befinden, liegt auch sein Reitplatz. Auf der Wiese in Ortsrandlage von Großseelheim sind zahlreiche Sprünge aufgebaut, die regelmäßig von Reitern genutzt werden. „Man mag sich gar nicht ausdenken, was passiert, wenn ein Pferd mit Reiter vielleicht in vollem Galopp in ein Loch tritt und dann stürzt“, grübelt der Landwirt.

Deshalb hofft er, Hundehalter sensibilisieren zu können. „Wenn ein Hund unbeaufsichtigt über die Wiesen rennt, ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass er auf der Jagd nach Mäusen auch Löcher buddelt“, mutmaßt Nau.

Natürlich sind Hunde nicht die einzigen Tiere, die ihrem Jagdtrieb folgend Löcher graben. Auch Wildtiere tun dies. „Füchse ernähren sich hauptsächlich von Mäusen. Auf der Jagd nach ihnen graben sie auch Löcher in die Erde“, erklärt Lutz Hofheinz, Leiter des Forstamtes Kirchhain auf OP-Anfrage. Hasen und Wildschweine sind ebenfalls oft für Flurschäden verantwortlich.

Doch die relativ kleinen,dafür aber tiefen Löcher, die so gefährlich für Pferde sind, lassen sich meist auf Hunde zurückführen. „Wenn Pferde da mit dem Huf hineintreten, sind schwere Verletzungen wie bei Laura vorprogrammiert“, betont Nau.

Mittlerweile ist die Stute wieder einigermaßen hergestellt, kann sich schmerzfrei bewegen. Das Bein allerdings ist noch immer dick, einwandfrei laufen wird sie wohl nie wieder. „Wäre sie ein Sportpferd, so wäre sie wohl unbrauchbar“, sagt Nau, der seine Schimmel­stute nicht nur gerettet hat, weil sie tragend war, sondern auch weil er sehr an ihr hängt. „Sie ist vor 23 Jahren in meinem Stall zur Welt gekommen und es war klar, dass sie bei mir bleibt. Wäre sie nicht zu retten gewesen, wäre das neben dem materiellen auch ein großer emotionaler Verlust gewesen“, betont Nau. Laura gehört zu den wertvollsten Zuchtstuten Hessens. Unter den rund 15 Nachkommen der Schimmelstute finden sich international erfolgreiche Sportpferde. Ludwig Nau hofft nun, dass das Schicksal seiner Stute die Augen von so manchem Hundehalter öffnet und sie ihre Vierbeiner nicht auf Weideflächen buddeln lassen.

„Das Thema Hundekot auf Privatflächen, die zur Lebensmittelproduktion genutzt werden, will ich da mal ganz außer Acht lassen“, sagt Nau, dem es vor allem darum geht, dass sich solch ein Drama wie mit seiner Laura nicht noch einmal wiederholt. Zum Schutz von Tier - und Mensch.

von Nadine Weigel

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