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Stützmauer: Sanierung dauert länger

Pilgrimstein Stützmauer: Sanierung dauert länger

Die Sanierung der einsturzbedrohten Mauer am Alten Botanischen Garten dauert länger als ursprünglich vorgesehen. Spätestens Ende April dieses Jahres soll sie aber ­beendet sein.

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Die Bauarbeiten zur Sanierung der Stützmauer am Botanischen Garten dauern noch rund zwei Wochen an.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Oberstes Ziel der ­Sanierung der Mauer am Pilgrimstein soll die Erhaltung der denkmalgeschützten Mauer sein, betonte der städtische Baudirektor Jürgen Rausch auf OP-Anfrage. Die Mauer bildet eine natürliche Grenze zwischen der Straße und Bürgersteig auf der einen Seite sowie dem Alten Botanischen Garten auf der anderen Seite.

Bei routinemäßigen Messungen der Stadt war festgestellt worden, dass sie sich immer mehr nach vorne Richtung Park neigt und im schlimmsten Fall vom Einsturz bedroht wäre. „Dass die Sanierung kompliziert werden würde, wussten wir vorher“, sagte Rausch. Dass die Sanierungszeit jetzt so viel länger dauere, darüber freue er sich jedoch nicht.

Die Sanierungsarbeiten hatten im April begonnen und sollten eigentlich spätestens im ­November abgeschlossen sein. Doch nun laufen die Arbeiten nach wie vor, und dafür ist xder komplette Bürgersteig auf der Strecke zwischen der Campus-Großbaustelle und dem Pilgrimstein-Parkhaus aufgerissen und nicht begehbar.

Daran entlang werden auf einer verschmälerten Fahrbahn die Autos Richtung Rudolphsplatz vorbei geleitet.

240 Bohrungen sind notwendig

Für die Sanierung der Stützmauer wurden 600 Löcher mit einem Durchmesser von je 15 Zentimetern gebohrt. In die Mauer wird mithilfe von ­Injektionslanzen eine Wasser-Zement-Mischung gespritzt, die maßgeblich zur künftigen Standfestigkeit beitragen soll. Zudem wird noch der Untergrund der Mauer im nicht sichtbaren Bereich unter der Erde stabilisiert. Dazu sind 240 Bohrungen notwendig. Ein dritter Bestandteil der Sanierung ist die Verfugung der teilweise­ mit Hohlräumen versehenen Mauer­fugen, die per Trockenspritzverfahren aufgefüllt werden sollen. Eigentlich sollten ­alle drei Vorhaben teilweise ­parallel umgesetzt werden.

Doch dieses habe sich so nicht vollständig realisieren lassen, erläuterte Rausch. Zudem sei wohl mehr Zement verbraucht worden als vorher geplant. Auch habe die Enge des Terrains, auf dem die Injektionen ablaufen mussten, zusätzlich für Erschwernisse gesorgt. Alles in allem sollten die Sanierungsarbeiten ungefähr in zwei Wochen abgeschlossen sein, erklärt Baudirektor Rausch.

Doch dann steht immer noch die Wiederherstellung des Gehwegs mit integrierter Radspur aus, wofür erst eine Betonplatte gelegt werden muss. Die dafür notwendigen Arbeiten können aber nur bei frostfreiem Wetter ausgeführt werden. Spätestens Ende April soll dann aber die komplette Sanierungsphase beendet sein.

Klar ist, dass das vorher für die Mauersanierung festgelegte Kostenvolumen von 1,5 Millionen Euro, das zur Hälfte aus Bund-Ländermitteln und zur Hälfte aus dem städtischen Haushalt bestritten werden sollte, überschritten wird. Um wie viel teurer das Gesamtpaket nun wird, das ist auch Verhandlungssache zwischen der Stadt Marburg und der von ihr beauftragten Spezialfirma.

von Manfred Hitzeroth

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