Der Bericht „Armut im Landkreis Marburg-Biedenkopf“ gibt Aufschluss darüber, wie viele Menschen in der Region Leistungen beziehen. Trotzdem bleiben einige Fragen offen.
Marburg. Die Marburger Linke und die Linke im Kreistag wollten es genau wissen: Wie stellt sie sich dar, die Armut im Landkreis Marburg Biedenkopf? Sie stellten eine große Anfrage an den Kreistag und mussten erst einmal warten. Lange warten. Denn verlässliche Zahlen, Studien und Statistiken lagern keineswegs griffbereit in den Amts-Schubladen. Sie mussten erst zusammengesucht und ausgewertet werden. Der provisorische Armutsbericht bleibt jedoch lückenhaft.
„Die Sozialdaten sind gegenläufig zu den Wirtschaftsdaten“, erklärt Nico Biver, Mitglied des Magistrats. So sei die Arbeitslosenquote im Kreis zwar gesunken, die Zahl der Menschen, die zusätzliche Leistungen beantragen mussten, jedoch gestiegen. „Die Zahl der Menschen, die sich durch ihre eigene Arbeit nicht ernähren können und Zusatzleistungen in Anspruch nehmen müssen, steigt“, so Biver.
Auf viele Fragen haben die Statistiken keine Antworten. Welche Bevölkerungsgruppe ist von Armut am meisten betroffen? Welche Altersgruppe beantragt vermehrt Leistungen?
Fragen, die auch die Linke in Zukunft mit gesicherten Zahlen aufschlüsseln will. Mit der lückenhaften Armutsstatistik des Landkreises wollen sie unterstreichen, wie wichtig eine akribische Armutberichterstattung für die Region ist. „Es fehlen Zahlen, eine detaillierte Aufschlüsselung ist nicht möglich“, erklärt Biver das Problem.
von Marie Schulz
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