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Studentische Notquartiere sind noch leer

Wohnungen in Marburg Studentische Notquartiere sind noch leer

Zum Start des Sommersemesters suchen viele Erstsemester eine bezahlbare Unterkunft, und das möglichst in der Stadt Marburg. Noch nicht alle haben sie gefunden.

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Am Max-Kade-Zentrum im Studentendorf wird noch bis Ende des Jahres gebaut. Foto: Nadine Weigel

Quelle: Nadine Weigel

Marburg. „Die Wohnungssituation ist, so wie zum Start des Sommersemesters üblich, recht entspannt“, gab gestern Franziska Busch, Pressesprecherin des Marburger Studentenwerks auf Anfrage der OP Entwarnung. Es gebe keine lange Warteliste für Plätze in Wohnheimen des Marburger Studentenwerks, erläuterte Busch. Aktuell wisse sie nur von 15 Anfragen von Studierenden. Zudem müssten die Notquartiere des Studentenwerks, die provisorisch eingerichtet werden, derzeit noch nicht benutzt werden.

Fragt man beim Allgemeinen Studierendenausschuss (Asta) nach, wie es auf dem Marburger Wohnungsmarkt für Studierende derzeit aussieht, dann bekommt man eine etwas andere Einschätzung. „Wir wissen alle, dass die Situation für Studierende in Marburg katastrophal ist“, sagte Lisa Wüst vom Asta-Vorstand. Diese Ansicht bekräftigte auf Anfrage der OP auch Jamal Lutz vom Asta-Sozialreferat. „Die Lage ist weiterhin schwierig, langfristig gesehen sogar desaströs“, meint Lutz. Allerdings sagte der Sozialreferent, dass sich viele der Probleme im Sommersemester angesichts einer traditionell etwas geringeren Studierendenzahl noch nicht so stark bemerkbar machten.

Viele kommen bei Freunden unter

Zwar sei es wohl so, dass die Notunterkünfte noch nicht so stark frequentiert würden. Das bedeute aber nicht, dass es zum Semesterstart gar keine studentische Wohnungsnot gebe. „Die Studierenden, die noch keine Wohnung gefunden haben, kommen dann teilweise übergangsweise bei Freunden unter“, erläuterte Lutz.

Mangelware sei in Marburg immer noch der Wohnungsbau für sozial Schwächere, zu denen auch viele Studierende gehörten. Wenn sich auf diesem Sektor nicht bald einiges tue, dann könne es aufgrund des schon für das Wintersemester prognostizierten massiven Anstiegs von Studentenzahlen zu noch größeren Problemen kommen. Der Sozialreferent forderte den Bau von rund 1000 neuen preiswerten Wohnungen in der nahen Zukunft. „Wir können keine Wohnungen bauen, aber wir versuchen, mit den Verantwortlichen des Studentenwerks und der Universität ins Gespräch zu kommen“, betonte Jamal Lutz.

Um die Wohnungssituation in den Griff zu bekommen, haben die Verantwortlichen von Uni und Stadt gemeinsam einen Runden Tisch ins Leben gerufen, an dem über Sofortvorhaben und mittelfristige Projekte geredet werden soll. Für diesen „Runden Tisch Studentisches Wohnen“ wird noch nach einem Termin gesucht, teilte Uni-Kanzler Dr. Friedhelm Nonne auf OP-Anfrage mit.

Vaupel verweist auf aktuelle Wohnprojekte

„Dass die studentische Wohnungssituation angespannt ist, wissen wir“, sagte der Marburger Oberbürgermeister Egon Vaupel. Konkrete Rückmeldungen über den aktuellen Sachstand habe er noch nicht. Vaupel verwies jedoch auf einige Projekte, die mit einem vom Stadtparlament genehmigten mit 1,5 Millionen Euro finanzierten Förderprogramm auf den Weg gebracht würden. Das gelte für die Sanierung des Wohnheims des Studentenwerks in der Ritterstraße ebenso wie für eine Sanierung des Gebäudes in der Uferstraße, wo nicht alle Wohnungen als Ersatzwohnungen für die Schwesternschülerinnen gebraucht würden. Auch in dem historischen Gebäude Kilian in unmittelbarer Nähe des Marktplatzes sollen neben fünf Wohnungen für „Betreutes Wohnen“ der „BI Sozialpsychiatrie“ mehrere studentische Wohnungen entstehen.

Dem Fortgang der Arbeiten für das Max-Kade-Zentrum im Studentendorf im Waldtal, bei dem das Studentenwerk neben einem Kommunikationszentrum 49 Wohnungen errichtet, hat der strenge Winter einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Statt zum Start des Wintersemesters im Oktober werden die Wohnungen wohl erst frühestens Ende des Jahres bezugsfertig sein, sagte Studentenwerks-Sprecherin Busch der OP auf Anfrage.

von Manfred Hitzeroth

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