Volltextsuche über das Angebot:

18 ° / 8 ° wolkig

Navigation:
Studenten und Lehrende fordern mehr Geld

Uni-Senat Studenten und Lehrende fordern mehr Geld

Die Uni ist nicht überfüllt, sie ist unterfinanziert, findet die Marburger Fachschaftenkonferenz. Im Uni-Senat klagten die Studenten über verschlechterte Bedingungen und wollen eine groß angelegte Kampagne starten.

Voriger Artikel
Mehrheit plädiert für Sterbehilfe
Nächster Artikel
Barrierefrei auf den Lahnradweg

Marburger Studenten vor der Mensa am Erlenring (Studentenhaus). Die Fachschaftenkonferenz klagt über Unterfinanzierung für die hohe Zahl der Studierenden. Foto: Thorsten Richter

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Die Liste der Klagen ist lang, wenn auch im Kern nicht neu. Die Lehre leide unter den großen Kursen, Profilbildung sei oft gar nicht mehr möglich, die Regelstudienzeit schwer einzuhalten, Sporthallen seien überfüllt und Mitarbeiterstellen würden gestrichen, so die Beschreibung der Fachschaftsvertreter. Weniger Studenten seien jedoch auch keine Lösung. „Seminare mit 400 Studenten sind nicht normal“, monierte die Sprecherin der Fachschaftenkonferenz (FSK). Dennoch wolle man „keinen Numerus Clausus“ und somit anderen ihr Studium verbauen. „Es geht uns darum, dass die Universität mehr Geld erhält“, so die Forderung. Dennoch wisse man, „dass das irgendwo Utopie ist.“

Nach Meldungen von anderen Universitäten, bestehe die Angst, dass möglicherweise auch in Marburg kleinere Studiengänge gestrichen werden könnten. In Gesprächen mit Uni-Präsidentin Professorin Katharina Krause und Kanzler Dr. Friedhelm Nonne seien diese Bedenken jedoch zunächst ausgeräumt worden. Ziel des Vortrags im Uni-Senat sei es, dessen Unterstützung zu erhalten und beispielsweise einen Arbeitskreis einzurichten, der sich damit beschäftige, wie man auf die Problematik aufmerksam machen könne. Man wolle auf mehreren Ebenen den „Protest bündeln, um etwas zu erreichen.“

Der Senat zeigte sich der Initiative gegenüber aufgeschlossen und sagte Unterstützung zu, sobald konkretere Pläne ausgearbeitet seien. Auch Krause fand, dass eine „Imagekampagne für die Wissenschaft nicht verkehrt“ sei. Es komme jedoch darauf an, wie sie angegangen werde. Es seien in den Medien bereits „viele Bilder von zu vollen Hörsälen“ gezeigt worden, doch sei dies offenkundig nicht anschaulich genug. Es gelte, „die langfristigen Auswirkungen irgendwie im Bewusstsein der Bevölkerung zu verankern“ und Folgen nicht nur für Einzelpersonen, sondern auch für die Gesellschaft aufzuzeigen. Die Position der Landesregierung, sie nehme bereits viel Geld in die Hand, sei zwar zutreffend, doch reiche dies nicht aus, um die Mehrbelastung aufzufangen. Die FSK hat bereits Kontakt zu Fachschaften in Gießen und Frankfurt aufgenommen und möchte eine Kampagne möglicherweise auch überregional anlegen. Eine erste Idee wäre, zunächst einmal ein Schreiben an den hessischen Wissenschaftsminister Boris Rhein (CDU) oder den Marburger Abgeordneten Dr. Thomas Spies (SPD) zu senden.

Der Fachbereich Gesellschaftswissenschaften und Philosophie hat unterdessen mit dem hochschulpolitischen Sprecher der Landtags-Fraktion der Grünen, Daniel May, diskutiert. Der Fachbereichsrat verabschiedete daraufhin eine Resolution, in der die Landesregierung aufgefordert wird „die Forschungsfinanzierung zwischen den außeruniversitären Forschungsgesellschaften und Universitäten neu auszubalancieren.“ Die Unis hätten den gesellschaftlichen Auftrag, eine hohe Qualität an Bildung sowie eine unabhängige Forschung zu leisten.

Das Land Hessen versetze sie dazu nicht ausreichend in die Lage. Der Fachbereich fordert daher, den Universitäten pro Student 500 Euro zur Verfügung zu stellen und die Grundmittel zur besseren Planungssicherheit „nicht mehr länger nach Leistungsparametern“ zu berechnen.

von Peter Gassner

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Marburg

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr