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Studenten und Dozenten: eine Familie

Jubiläum der Marburger Zahnmedizin Studenten und Dozenten: eine Familie

Es gebe kaum eine ältere zahnmedizinische Fakultät in Deutschland, sagte der Geschäftsführende Direktor des Medizinischen Zentrums für Zahn- und Mundheilkunde Professor Roland Frankenberger zu Beginn des Festaktes.

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Professor Roland Frankenberger hielt einen der beiden Festvorträge.

Quelle: Arnd Hartmann

Marburg. Und Uni-Präsidentin Professorin Katharina Krause betonte: „125 Jahre sind wirklich ein Grund zum Feiern.“ Nach preußischer Strategie entstand damals das zahnärztliche Privatinstitut für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde. „Heute stellt die Fakultät ein junges Team aus Kolleginnen und Kollegen dar und das ist auch richtig so“, betonte Krause.

Neben den Studierenden, die sich stets stark für die Zahnklinik am Ortenberg und ihre Professoren gemacht haben, „stand auch der Bezug zu den Bürgern der Stadt im Vordergrund“, betonte Dekan Professor Helmut Schäfer. Aus dieser engen Verknüpfung zwischen Hochschule und Stadt profitieren die Patienten aus der Region von der wissenschaftlichen und praxisorientierten Ausbildung der Studierenden.

Präventionsarbeit als zukünftiger Behandlungsschwerpunkt

„Die Marburger Zahnmedizin ist alt und jung zugleich“, sagte der Dekan und verwies zugleich auf die derzeitig gute Lage der medizinischen Disziplin, auch wenn sie in Marburg schwierigere Zeiten durchlebt habe. Aus diesem Grund sei der „Nachholbedarf durch Land, Universität und Universitätsklinik für einen künftigen Entwicklungsplan notwendig“, um den Standort von Forschung und Lehre weiterhin zu gewährleisten, erklärte der Ärztliche Direktor am UKGM Professor Harald Renz.

Nicht zuletzt sei deshalb die Präventionsarbeit als zukünftiger Behandlungsschwerpunkt in der Zahnmedizin wichtig. „Deshalb wissen wir, wo wir noch unsere Hausaufgaben zu erledigen haben“, sagte Renz.

„Wir müssen zudem den Status quo ins Rampenlicht stellen“, sagte Professorin Bärbel Kahl-Nieke, Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde – da die Studierenden den elementaren Bestandteil der Marburger Zahnmedizin bildeten.

„Nicht mehr so aktuelle technische Ausstattung“

Und wenn auch so einiges in die Jahre gekommen ist, von Gebäudestruktur bis medizinischem Equipment, so könne die Zahnklinik durch „die digitale Vernetzung mit bundesweiten Standorten mithalten“.

Besonders „die Wechselwirkungen zwischen Stadt und Universität sind unverzichtbar“, sagte Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies (SPD). Als „außergewöhnlich und phänomenal“ beschrieb Fachschaftsvertreter Malte Kusch das familiäre Verhältnis zwischen Studierenden und Dozenten. Dieser gemeinsame Umgang lasse auch schon mal über die „nicht mehr so aktuelle technische Ausstattung hinwegblicken“.

Über den Wandel und die künftige Ausrichtung der Zahnmedizin sprachen der emeritierte Marburger Zahnmediziner Professor Vitus Stachniss und Professor Frankenberger in ihren Festvorträgen. „Zähne und Zahnheilkunde im Wandel – Eine Zeitreise“, verdeutlichte die evolutionsbedingte Entwicklung aus anthropologischer Sicht.

Zukünftige Entwicklung schwer einschätzbar

Die Herausstellung der menschlichen Zahnästhetik zeigte Stachniss später im Verlauf seiner Lichtbildpräsentation: „Von der Antike über das Mittelalter bis in die heutige Neuzeit.“

„Zahnmedizin – Quo vadis?“ fragte Frankenberger in seinem Vortrag. „Das kann ich nicht voraussagen“, so der Zahnmediziner. Fortschritt und technologische Entwicklungen seien nur schwer abschätzbar. Wichtig sei dennoch „die Behandlungsspirale zu dämpfen“.

Die interdisziplinäre Wissenschaft solle sich deshalb auch weiterhin an der „restaurativen Therapie mit Prävention“ orientieren, anstatt an „Drill-Fill-Bill“. 3-D-Technologie, robotergestützte Behandlung und Laserverfahren sagte Professor Frankenberger in der Zahnheilkunde einen zukünftigen Einsatz voraus.

von Arnd Hartmann

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