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Studenten rufen zum Bildungsstreik auf

Resolution Studenten rufen zum Bildungsstreik auf

Der Bildungsstreik 2014 geht in die heiße Runde: Im Vorfeld der Wiesbadener Großdemonstration hat die Marburger Studierendenvollversammlung eine landesweite Resolution für optimale Bildungschancen beschlossen.

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Wie auch auf diesem Bild wollen die Studierenden lautstark auf die aktuelle Situation aufmerksam machen.

Quelle: Archivbild: Thorsten Richter

Marburg. Die Akteure des Bildungsstreiks 2014 wünschen sich optimale Förderung, staatliche Finanzierungszuschüsse für die Universitäten und kostenfreie Bildung. Die Initiative entstand durch die Unterfinanzierung der Universitäten und schlechten Studienbedingungen, sagen die Protestler und gehen deshalb morgen auf die Straße. Ihren Standpunkt machten die Marburger Studierenden schon während der studentischen Vollversammlung klar, zu der das Präsidium des Studierendenparlaments geladen hatte. Die Resonanz war überraschend dürftig, nur rund 60 Teilnehmer nahmen an der Sitzung teil.

Der Vorwurf: ein chronisch unterfinanziertes Bildungssystem

Wichtigster Tagesordnungspunkt war die gemeinsam verfasste Resolution für einen landesweiten Aufruf zum Bildungsstreik. Diese wurde während der Versammlung ausgiebig diskutiert und durch Vorschläge der Teilnehmer ergänzt. Die erste Textfassung entstand durch eine Gemeinschaftsarbeit verschiedener Studierender, Schüler, Auszubildender und Lehrende, teilte das Präsidium mit. Schwerpunkt der Erklärung ist der Wunsch der Studierenden nach einer „ausfinanzierten, demokratischen und inklusiven Bildung“. Des weiteren wenden sich die Verfasser gegen eine dauerhafte Bedrohung der Bildungsstandorte, ausgelöst durch massive Kürzungen im chronisch unterfinanzierten Bildungssystem. Die desolate Situation der Hochschulen sowie finanzielle Hürden und Diskriminierung im Unialltag erschwerten ein freies Lernen, betonen die Studierenden. Ziel der Proteste sei eine mehr auf Bildung ausgelegte gesellschaftliche Präferenz, stärkere Beteiligung der Studierenden und eine staatliche Finanzierung der Lernorte. „Das System muss sich den individuellen Bedürfnissen der Studierenden anpassen“, erklärte Gerrit Horstmann vom Referat für Hochschulpolitik.

Studierende klagen über steigenden Leistungsdruck

Um dies zu erreichen setzen sich die Studenten für die Abschaffung des Kooperationsverbotes zwischen Bund und Ländern ein, um eine Finanzierung aus Bundesmitteln zu erreichen. „Wir brauchen mehr qualitative Bildung und weniger Hochschulpakt“, betonten auch Alexander Herold und Aline Adam vom Arbeitskreis Unterfinanzierung der Fachschaften.

Kritisch betrachten die Verfasser der Resolution auch den weiter steigenden Leistungsdruck der Bildungseinrichtungen. Unter anderem durch das G8-System der Schulen sowie dem Bachelor-, und Mastersystem der Universitäten. Diese beschränkten die zeitlich bedingte Charakterentwicklung und soziales Engagement der Lernenden und damit letztendlich die gesellschaftliche Entwicklung, heißt es im Text. Das mehrgliedrige Bildungssystem setze zudem auf Selektion, nicht auf Inklusion. Steigende finanzielle Hürden erschwerten eine Teilnahme an Bildung noch weiter, während die schlechte Situation am Wohnungsmarkt den sozial Benachteiligten noch weitere Steine in den Weg lege. Die Folge: zunehmende Sortierung der Gesellschaft, finden die Studierenden und verlangen demokratische Teilhabe in der Bildungspolitik.

Dafür gehen sie auf die Straße und rufen zur Teilnahme an der Großdemonstration am Mittwoch ab 12 Uhr in Wiesbaden auf. Ihr Traum: kostenfreie, individuelle Bildung für alle, komplette öffentliche Finanzierung aller Bildungs- und Kulturinstitutionen und Mitbestimmungsrecht auf allen Ebenen.

  • Eine weitere studentische Vollversammlung findet am Dienstag ab 20 Uhr im Audimax statt. Wichtigster Tagesordnungspunkt ist die Information zur Urabstimmung „Zivilklausel“, die vom 1. bis 3. Juli stattfinden soll, teilt das Präsidium des Studierendenparlaments mit.

von Ina Tannert

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