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Studenten erobern den Stadtwald

Wohnraum Studenten erobern den Stadtwald

Studentischer Wohnraum in Marburg ist knapp. Um dem etwas entgegen zu setzen, plant die Stadt neue Appartements im Stadtwald und möchte die dortige Infrastruktur verbessern.

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Die Jakob-Kaiser-Straße vom Platz der Weißen Rose aus gesehen – rechts ist die zu bebauende Fläche.

Quelle: Peter Gassner

Marburg. Die neuen Wohnkomplexe sollen entlang der Jakob-Kaiser-Straße gegenüber dem Platz der Weißen Rose gebaut werden und somit zentral gelegen sein. Die etwa 50 Wohneinheiten könnten circa 200 Studenten beherbergen und im Falle sinkender Studentenzahlen auch leicht zu Familienwohnungen umfunktioniert werden. „Wir legen den Grundriss so an, dass er veränderbar ist“, sagte Reinhold Kulle von der Stadtplanung am Dienstagabend im Ockershäuser Ortsbeirat.

Vorgesehen sind wahrscheinlich viergeschossige Bauten, mit denen „die Nachbarschaft nicht überfordert“ werden soll, so Kulle. Man wolle „das Herz des Stadtwalds zu Ende bauen“ und dabei aber auch nicht zu dicht in den Hangbereich rein gehen. Daher müsse in den weiteren Planungen gesehen werden, was sich letztlich umsetzen lasse.

Mehr Wohnungen schaffen Attraktivität für Geschäft

Definitiv geplant ist, rund 300 Quadratmeter Ladenfläche für den Einzelhandel zur Verfügung zu stellen. Die Ansiedlung eines örtlichen Supermarkts ist seit vielen Jahren eines der dringendsten Anliegen der Anwohner, wie der Ockershäuser Ortsvorsteher Matthias Simon (SPD) berichtet, der selbst im Stadtwald wohnt.

Auch Bürgermeister Dr. Franz Kahle (Grüne) hofft „mit aller Vorsicht, dass durch die neuen Wohnungen eine Bevölkerungszahl erreicht wird, mit der wir einen Nahversorger her bekommen.“ Die Stadt habe „in den vergangenen Jahren viele Bemühungen unternommen, Schwung in den Stadtwald zu bekommen.“ Sollte es mit dem Supermarkt klappen, „würde das einen massiven Schub bedeuten.“ Darüber hinaus soll eventuell auch für die Gastronomie oder wichtige Infrastruktureinrichtungen wie etwa Arztpraxen Platz geschaffen werden. Die Machbarkeit dieser Vorhaben ist jedoch noch ungewiss.

Baubeginn: Frühjahr 2014

Die Planungen für die Neubauten sind noch in vollem Gange und benötigen laut Einschätzung der Verantwortlichen Zeit bis Ende des Jahres. Realistischer Baubeginn wäre dementsprechend im Frühjahr 2014.

Um auch die Anwohner nicht außen vor zu lassen, ist eine Informationsveranstaltung angedacht, die wahrscheinlich Ende Mai bis Anfang Juni stattfinden wird. Die Wohnungen, die jeweils mit Balkon ausgestattet sein werden, sollen den Planern zufolge in das Gesamtbild eingefügt werden.

Bedenken, dass die Unterkünfte aufgrund der relativ großen Entfernung in die Innenstadt nicht nachgefragt werden könnten, weisen die Beteiligten zurück. Manfred Nolting, der in beratender Funktion für die Baufirma Gefra tätig ist, verweist darauf, dass nach dem Umbau der ehemaligen Kaserne innerhalb von fünf Wochen alle Wohnungen komplett belegt gewesen seien.

Kahle stellt die Vorzüge des Stadtwalds heraus, indem er ihn als attraktiv für jene Studenten bezeichnet, die keine Unsummen für ein Zimmer in der Oberstadt ausgeben wollen oder können. Obendrein sei der Stadtwald ein „sonnenverwöhnter Platz“. Und auch Ortsvorsteher Simon zeigt sich zuversichtlich, nicht zuletzt aufgrund der Verkehrsanbildung an die Innenstadt. Nach Umsetzung des Bauvorhabens sei „die Takterhöhung des Nahverkehrs die logische Konsequenz.“

von Peter Gassner

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