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Studenten drohen mit Hausbesetzung

Konflikt um Wohnraum Studenten drohen mit Hausbesetzung

Protestzug durch die Innenstadt : 250 Demonstranten demonstrieren für günstigeren Wohnraum in Marburg.

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Rund 250 Demonstranten "tanzten" am Samstagabend durch Marburgs Innenstadt, um gegen die Wohnungsnot zu demonstrieren.

Quelle: Foto: Nadine Weigel

Marburg. „In Marburg pflegt man eine autoritäre Stadtgestaltung, Eliten setzen sich über die Bedürfnisse von Bewohnern hinweg“, sagt die Frauenstimme aus dem Smartphone. Während im Nordviertel der Wohnraum für Studenten und Leute mit geringem Einkommen jetzt schon nicht mehr zu bezahlen sei, drohe am Ortenberg und vielen anderen Stadtteilen dasselbe. „Es gab schon zwei Hausbesetzungen dieses Jahr. Das wird nicht das Ende der Auseinandersetzung mit Stadt und Universität sein“, lassen die Traumklinik-Aktivisten über das Edelhandy verkünden. Die elektronische Ansprache handelt auch von Rassismus und Sexismus, von Kommerz und Kapitalismus. Clowns tanzen während dessen umher, sie quietschen Sätze ins Mikrofon.

Ansonsten herrscht Schweigen unter den Aktivisten, die für billigere Mieten und mehr Mitsprache bei Bauprojekten und eintreten wollen. Nur ein Demo-Organisator, Tim Müller (21), äußert sich: „Bisher entscheidet ein kleiner Kreis von ausgewählten Leuten. Für uns ist so etwas kein Mitreden an einem Runden Tisch, der den Namen verdient. Dort kommen keine Betroffenen zu Wort“, sagt er.

Der Demo-Tross schlängelt sich über Biegen- und Deutschhausstraße in Richtung Hauptbahnhof. „Miete verweigern, Verträge ins Klo, Häuser besetzen sowieso“, skandierten die Teilnehmer. Sie tragen Plakate mit der Aufschrift „Ein Recht auf Stadt für alle“, rufen Sätze wie „keine Miete für mehr Rendite“

Zuletzt enthüllte jedoch eine deutschlandweite Studie mit 200 000 Wohnungen, dass Studenten in kaum einer anderen Stadt weniger monatliche Warmmiete (235 Euro) für ein WG-Zimmer zahlen müssen als in Marburg (die OP berichtete). Müller bezweifelt das: „Die Realität ist anders. Ich kenne viele, die weitaus mehr zahlen.“

Die Stimme aus dem Handy ergänzt: „Marburg ist zu teuer. Wir lassen das Mietproblem nicht ins Private drängen.“

von Björn Wisker

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