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Studenten drängen in Altstadt-Häuser

Semesterstart Studenten drängen in Altstadt-Häuser

Hoffnung für wohnungslose Hochschüler: 34 neue Zimmer in Top-Lage sind ab Anfang 2014 bezugsfertig. Der Trumpf des Studentenwerk-Baus in der Oberstatd: günstige Mieten unter 300 Euro.

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Noch verdeckt ein Gerüst samt Sichtschutz die Fassade des Wohnhauses in der Ritterstraße oberhalb der Lutherischen Pfarrkirche. Doch in Zukunft sollen Studenten in die 34 ab Anfang 2014 verfügbaren Wohnungen einziehen. Fotos: Björn Wisker

Marburg. 50 000 Euro kommen zudem von der hessischen Denkmalschutzbehörde, die restlichen 1,1 Millionen Euro trägt das Studentenwerk der Philipps-Universität. Investiert wird in den massiven Umbau der Hausnummer 13, jenes 1566 erbauten Gebäudes, das seit etwa vier Jahren leer steht.

„Wohnungsnot hin oder her: Jeder junge Mensch möchte im Zentrum oder möglichst nah daran wohnen“, sagt Uwe Grebe, Geschäftsführer des Studentenwerks. Mehr bezahlbaren Wohnraum zu schaffen sei angesichts des Studenten-Ansturms unumgänglich gewesen. Die Zimmer sind im Durchschnitt 15 Quadratmeter groß, zusätzlich gibt es Gemeinschaftsküchen und Badezimmer. Die Kaltmiete beträgt nach Angaben des Studentenwerks 6,50 Euro pro Quadratmeter. Die Gesamtkosten werden je nach genauer Raumgröße zwischen 250 und 280 Euro liegen. Auch die Kosten für Internetanschlüsse sind darin enthalten. Bis Ende des Jahres sollen die Bauarbeiten abgeschlossen, die Räume Anfang 2014 bezugsfertig sein.

Denkmalschutz und zeitgemäße Nutzung

„Wir wollen nicht irgendwo Häuser hinstellen, sondern den Kontext und das Gesicht Marburgs erhalten“, sagt Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD). Die 340 000 Euro Förderung stammen aus dem 1,5 Millionen Euro schweren städtischen Wohnungsbau-Programm. 200 Studentenzimmer sollten im Laufe des Jahres damit geschaffen werden. Vaupels Resümee: „Wir sind, was diese Zahl angeht auf einem sehr guten Weg.“ Dieses Fachwerkhaus am Fuße des Schlosses und in Nachbarschaft der Lutherischen Pfarrkirche präge Marburg „an einer für alle Bewohner und Besucher wichtigen und sichtbaren Stelle“, sagt Bernhard Buchstab von der hessischen Denkmalpflege. Zwar sei die Aufgabe seiner Behörde zuerst der Erhalt alter Gebäude. Doch am besten sei es, wenn sich dieses Ziel mit einem Umbau für zeitgemäße Nutzungen umsetzen ließen.

Erstsemester bewohnen 18 Räume der Kapelle

In der Ritterstraße gab es bis 2009 nur 16 Wohnungen, ausschließlich für Paare und junge Familien. Wegen Wasserschäden und des Befalls mit Holzschädlingen wurde das Haus unbewohnbar. Nachdem mehr als ein Jahr lang alle Schäden begutachtet wurden und es zwischenzeitlich Befürchtungen gab, dass das Haus abgerissen werden müsse, sollen nach der Super-Sanierung Experten wachen. Damit der alte Bestand nicht verfällt wird sich künftig eine Putzfirma wöchentlich um die Reinigung kümmern. Auch Hauswirtschaftspersonal soll auf den sorgsamen Umgang der Neu-Mieter mit dem alten Bauwerk achten.

Der Ausbau der Studenten-Wohnungen in der Ritterstraße ist das nächste Kapitel der Wohnraum-Offensive in der Oberstadt: Nach dem Umbau der ehemaligen Kilianskapelle am Schuhmarkt sind dort gestern fast alle Mieter eingezogen. Von den 22 Zimmern in Marburgs ältester Kirche sind 18 von 22 Räumen an Studenten - laut Vermieter, der Gewobau sind alle Erstsemester - vermietet worden. Denkmalschützer Buchstab: „Marburg lebt von alten Gebäuden. Und dank des Umbaus von Kilians-kapelle sowie Ritterstraße 13 lebt Marburg auch wieder in diesen historischen Gebäuden“.

von Björn Wisker

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