Marburg. Dort, wo normalerweise Professoren und Referenten am Rednerpult stehen, liegen seit Donnerstagabend Schlafsäcke: Das Audimax, der größte Hörsaal der Uni, wurde am Abend von rund 100 Studenten besetzt.
Es war etwa 21 Uhr, als sich die Aktivisten im Anschluss an eine studentische Vollversammlung dazu entschlossen, den Saal zu besetzen. Die Aktion ist Teil der Kampagne „Uni brennt", mit der Studenten an österreichischen und deutschen Universitäten für bessere Bedingungen im Bildungswesen protestieren.
Während am Abend immer mehr Studenten mit Isomatten und Schlafsäcken im Hörsaalgebäude eintrudelten, waren andere bereits damit beschäftigt, Transparente zu malen oder über eine gemeinsame Pressemitteilung nachzudenken. Vor allem solle die Besetzung „als Protest gegen die aktuelle Situation im Bildungssystem" und das neue Hessische Hochschulgesetz verstanden werden, verlautbarte die Aktive Fachschaft Politikwissenschaft am späten Abend im Internet.
Mit einer Räumung des Hörsaals müssen die Protestierenden wohl vorerst nicht rechnen. Die Uni habe am Abend zugesagt, die Blockade zunächst zu dulden, teilten die Streikenden in der Nacht mit. Uni-Sprecherin Viola Düwert bestätigte das am Freitagmorgen gegenüber der OP: „Da das Wochenende bevorsteht und keine Lehrveranstaltungen gefähdet sind, warten wir einfach ab", sagte sie.
Anders lief es beispielsweise in Münster: Dort wurden die Studenten, die ein Uni-Gebäude besetzt hatten, am Freitagmorgen um 6 Uhr zur Aufgabe aufgefordert.
von Sabine Nagel-Horn
Kommentare
Annemarie anne.s@hotmail.com – 13.11.09
Unsere Regierung hört eh nur auf den Rat des gefährlichen Lobbyisten Tink-Tanks der Bertelsmann Stiftung, als auf die Studenten!Siehe: www.bertelsmannkritik.de
Die wollen alles privatisieren und die Universitäten gehören dabei auch Ökonomisiert.. (Privare - Latein: Berauben)
Dieser sogenannten Stiftung gehört die Gemeinnützigkeit ein für alle mal aberkannt!
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Wortbruch des Uni-Präsidenten ein Studierender – 06.11.09
Der MArburger Unipräsident Volker Nienhaus hat mal wieder gezeigt, was er eigentlich unter Worten wie Demokratie und Fairness versteht.Die heute auf einmal eingeleitete Räumung, der die Studierenden, die zuvor friedlich das Audimax besetzt hatten, nur durch spontanes Verlassen des Hörsaalgebüdes entgehen konnten, wirft einige Fragen auf: Warum gibt das Präsidium zunächst Aussagen von sich, das Audimax vor Ende des Wochenendes nicht zu räumen um nur Stunden später ein gewaltiges Polizeiaufgebot auffahren zu lassen und den Studierenden, ohne zuvor auch nur ein einziges Wort persönlich mit ihnen gewechselt zu haben oder zumindest anwesend zu sein, keine andere friedliche Wahl zu lassen, als das Hörsaalgebäude zu verlassen. Es ist schon fast ironisch, dass sich der Protest der Studierenden unter anderem gegen eine Entdemokratisierung an der Universität richtete. Volker Nienhaus hat mit seinem offensichtlichen Wortbruch bewiesen, dass er es nicht für nötig hält, Studierenden auch nur irgendein Mitspracherecht, oder zumindest eine Behandlung auf Augenhöhe, zu gewähren! Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
Uni-Streik und B252 Da sieht man mal die Prioritäten! – 06.11.09
Man kann es nicht glauben, wegen so ein paar Studenten, die friedlich protestieren wird mal wieder eine Hundertschaft Ordnungshüter nach Marburg zitiert und gleichzeitig sind es sicher nicht mal hundert Demonstranten, die schon wieder den dritten Freitagnachmittag in Folge hunderte Autofahrer an ihrem wohlverdienten Feierabend hindern und durch diesen sinnlosen Stau hunderte von Euro Kraftstoff in die Luft blasen lassen, nur um nicht selbst mal nach Wiesbaden oder Berlin fahren zu müssen, um den Politikern mal zu zeigen, wie ernst es ihnen wirklich ist.Den Politiker im fernen Land, wird wohl beides nicht wirklich stören. Ach wie Schade! Denn Wahlen wird es wohl so bald nicht geben, um ihnen mal wieder einen Denkzettel zu verpassen. Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
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