Marburg. Um einer Räumung durch die Polizei und unangenehmen Konsequenzen wie Zwangsexmatrikulation und Strafanzeigen aus dem Weg zu gehen, haben die studentischen Besetzer des Audimax am Freitagnachmittag ihre Blockade-Aktion beendet.
Noch am Vormittag hatte das ganz anders geklungen: Da hatte Uni-Sprecherin Viola Düwert im Gespräch mit der OP versichert, die Uni begegne der Blockade mit großer Gelassenheit und plane keine Räumung.
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Kommentare
Wortbruch und Hinterlist Niemand – 07.11.09
...typische DDR MethodeManchmal reichen nette Worte nicht... Grüße aus Konstanz – 07.11.09
Ich habe den Eindruck, manche Leute hier verstehen nicht, dass es gerade der Wunsch zu studieren ist, der Studierende auf Audimax-Besetzungen und dergleichen treibt.In den vergangenen Jahren wurde der Hochschulzugang dank Gebühren immens erschwert, einen Master soll nur ein Bruchteil der AbsolventInnen machen können, bloß weil die Länder die restlichen Studienplätze nicht finanzieren wollen, und trotz knapp 90€ Mehrbelastung im Monat reicht es nicht mal für ausreichend Plätze in Pflichtkursen.
Sämtliche schriftlichen und mündlichen Aufforderungen nicht nur seitens der Studierenden, sondern auch der RektorInnen an die Ministerien blieben unerhört. Über 270.000 Menschen auf der Straße im Juni ist man hinweggegangen. Ich finde es durchaus berechtigt, in solch einer Lage zu drastischeren (solange friedlichen!) Methoden zu greifen.
Bezüglich der Anschuldigung, die Besetzungen in Deutschland hätten keine konkreten Forderungen: Doch, haben sie. Ironischerweise genau die gleichen wie in Österreich. Oder wie schon im Juni. Hat sich ja nix groß geändert. Und das Problem einer unterfinanzierten, an der Heranbildung von Eliten und Humankapital orientierten "Bildung" ist mindestens europäisch.
hört auf zu jammern! die Vernuft! – 07.11.09
was bildet ihr euch eigentlich alle ein???? illegale aktionen durchführen & dann jammern wenn es den leuten, die jeden tag ihr bestes geben damit ärger und kosten aufbürden? was meint ihr denn was die uni mit dem geld hätte machen können was der einsatz jetzt wieder gekostet hat?? ihr besetzt einfach mal, weil andere das auch machen, ohne forderungen zu stellen die zu erfüllen wären! ich bitte euch. ihr seid einfach nur ein armseliger haufen der keinesfalls den willen der studierendenschaft wiederspiegelt! wenn ihr was erreichen wollt macht euch erstmal gedanken wie sich alles umsetzten lässt. nicht immer nur meckern und jammern. tut mal was konstruktives!herrlich :-) kritischer Student – 07.11.09
Ich finde es herrlich, dass dieses Mal durchgegriffen wurde, bevor die Lage wieder eskaliert und 100 Deppen auf der Autobahn rumstehen.Kritik an dem Bildungssystem ist gut und gerechtfertigt, aber es darf nicht sein, dass der radikale Rand der Gesellschaft, damit auf Stimmenfang geht.
Man hat bei der Verwüstung der jüdischen Ausstellung in der Uni Berlin gesehen, was dieser "konstruktive" Protest durch Asta, Antifa und Linkspartei bringt.
Wenn die Leute doch einfach nur mal einsehen würde, dass sich auch viel mehr als 100 Leute beteiligen würden, wenn man nur die Extremisten fern hält.
Absolut jämmerlich ein Student – 07.11.09
Ein absolut jämmerliches Verhalten von Seiten der Unileitung, nicht einmal verhandelt oder gesprochen wurde mit den Studenten! Für solch ein absolut jämmerliches Verhalten sollte man sich in Grund und Boden schämen! Aber der Kampf für eine bessere Bildung geht weiter, denn durch eine Räumung löst man keine Probleme! Genau so wenig wie auch dadurch, die Studenten die sich hier engagieren zu beschimpfen und selber nichts zu tun als rumzusitzen!das böse böse präsidium jemand der s weiß – 07.11.09
"keine andere friedliche Wahl zu lassen, als das Hörsaalgebäude zu verlassen."Naja... so kann mans auch nennen, wenn man gleich wenn man das Wort "Polizei" hört panisch abhaut.
wenn mensch sowas anfängt sollte mensch auch über die konsequenzen nachdenken!
jaja... ameno – 07.11.09
so wird bei uns in wien auch andauernd argumentiert.nur blöd, daß weite teile der lehrenden sich mit uns solidarisiert haben, weil für sie die verhältnisse mindestens eben so schlecht sind, wie für viele studenten (streichen von stellen, obwohl eh zu wenige da sind, publikationsdruck usw). sie halten jetzt vorträge über frühere besetzungen, über diverse andere sehr interessante sachen und freuen sich über die vielen zuhörer, die auch ohne ein zeugnis dafür zu bekommen im saal sitzen :)
grüße von der tuwien
Wunderbar Student – 07.11.09
Wunderbar! Je mehr "Studenten" auf der Straße rumrennen und demonstrieren oder Häuser besetzen, desto weniger sitzen in den Bibliotheken und Vorlesungen. Endlich können die Studenten die auch wirklich studieren wollen in Ruhe ihrer Lehre nachgehen und werdne nicht von pseudoelitärem Geschwätze aufgehalten. Endlich können die Dozenten nur noch die unterrichten die auch zuhören wollen und die Uni nicht als Verzögerung vor der Wahl eines Berufes sehen. Geht ihr mal schön auf Steuerzahlerkosten protestieren und lasst die Leute die studieren wollen damit in Ruhe!Wortbruch des Unipräsidenten ein Studierender – 06.11.09
Der Marburger Unipräsident Volker Nienhaus hat mal wieder gezeigt, was er eigentlich unter Worten wie Demokratie und Fairness versteht.Die heute auf einmal eingeleitete Räumung, der die Studierenden, die zuvor friedlich das Audimax besetzt hatten, nur durch spontanes Verlassen des Hörsaalgebüdes entgehen konnten, wirft einige Fragen auf: Warum gibt das Präsidium zunächst Aussagen von sich, das Audimax vor Ende des Wochenendes nicht zu räumen um nur Stunden später ein gewaltiges Polizeiaufgebot auffahren zu lassen und den Studierenden, ohne zuvor auch nur ein einziges Wort persönlich mit ihnen gewechselt zu haben oder zumindest anwesend zu sein, keine andere friedliche Wahl zu lassen, als das Hörsaalgebäude zu verlassen. Es ist schon fast ironisch, dass sich der Protest der Studierenden unter anderem gegen eine Entdemokratisierung an der Universität richtete. Volker Nienhaus hat mit seinem offensichtlichen Wortbruch bewiesen, dass er es nicht für nötig hält, Studierenden auch nur irgendein Mitspracherecht, oder zumindest eine Behandlung auf Augenhöhe, zu gewähren!