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Student tauscht sich durch das Land

Auf dem Weg zum eigenen Auto Student tauscht sich durch das Land

Konsum mal anders: 
Mithilfe von Dutzenden Tauschgeschäften will 
der Motologiestudent 
Johannes Huhn im Laufe des Jahres ein eigenes 
Auto ergattern.

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Der Motologiestudent Johannes Huhn lebt in einer Wohngemeinschaft in Wehrda – von dort aus betreibt er sein Tauschhobby, das ihm einen Tablet-PC und Camcorder bescherte.

Quelle: Björn Wisker

Marburg. Mit einem Apfel hat alles begonnen. Auf einem Wochenmarkt kaufte Huhn das Obst, 47 Cent teuer. Es war sein erstes Tauschobjekt – mittler
weile ist er bei einem Tablet-Computer im Wert von mehr als 250 Euro angelangt. Und derzeit hat er ein DJ-Pult in Aussicht, darauf könnten wiederum 
Musical-Karten samt Bühnenführung folgen.

„Für mich ist das eine persönliche Herausforderung, ein Wettkampf mit mir selbst“, sagt der 26-Jährige. Es gehe ihm nicht um Besitz, um Eigentum und materielle Werte. Denn im Leben dürfe Geld nicht das Wichtigste sein. „Schule, Studium, Arbeit und Geld verdienen: Das ist der nötige Alltag, aber das macht doch nicht das Leben aus. Lebenswert wird das Leben nur durch das Spaßhaben“, sagt er.

Tausch-Status wird auf Facebook aktualisiert

Der Tauschgedanke als solcher „ist gerade überall wieder voll im Kommen“ und sei für ihn von Beginn an ein Selbstzweck gewesen. „Ich mache einfach gerne verrückte Sachen.“ Vor seinem Umzug nach Marburg wohnte er in Berlin, eröffnete und betrieb ein Underground-Café. Parallel zum Studium hat er zwei Nebenjobs. „Ich will mehr machen, als nur den Alltag 
vorbeiziehen zu lassen.“

Und so funktioniert der Kettentausch: Der Wehrdaer will den jeweiligen Gegenstand gegen etwas Größeres, Besseres, Wertvolleres eintauschen. Er bietet das, was er tauschen möchte, in Inseraten, im Internet, in sozialen Netzwerken an. In Facebook hat er eine Seite eingerichtet, auf der der gebürtige Schwarzwälder regelmäßig seinen Tausch-Status aktualisiert.

Aber gerade am Anfang des Kettentauschs sprach Huhn einfach Leute auf der Straße an, ob sie dieses oder jenes haben möchten, und was sie ihm dafür bieten könnten. Bis heute trampt er zu Interessenten, um den neuen Gegenstand abzuholen. „Ich habe durch diese Aktion schon viele interessante Menschen und Geschichten kennengelernt, reise und sehe dadurch einiges vom Land.“

Ein Auto soll es werden

Huhn folgt dem Beispiel des Kanadiers Kyle MacDonald. Dieser hatte die Idee, ausgehend von einer roten Büroklammer, per Kettentausch zu einem Haus zu kommen – und das klappte. Der Student Max Raschke aus Osnabrück kam auf die gleiche Weise zu einem Cabrio.

Ein Auto zu bekommen, ist auch das erklärte Ziel des Marburgers. „Die Bedingung ist nur, dass es fährt und zumindest noch eine Weile hält, nicht gleich auseinanderfällt.“ Wobei zuletzt schon der Gedanke gereift sei, auch das eigentliche Endziel Auto weiter zu tauschen.

von Björn Wisker

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