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Student klagt über Hetz-Kampagne

Shitstorm Student klagt über Hetz-Kampagne

Der Student Sercivan Ungan (30) ist Opfer einer Hetz-Kampagne geworden. Mitglieder des Allgemeinen Studierenden Ausschusses (Asta) der Universität Gießen nutzen das Internetportal Facebook für Schmäh-Attacken.

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Der Marburger Sercivan Ungan (30) studiert Ethik und Biologie auf Lehramt in Gießen. Vom dortigen Asta wird er im Internet unter anderem als „Lügner“ und „Depp“ bezeichnet.

Quelle: Björn Wisker

Marburg. Der Streit begann, als der Ethik- und Biologiestudent von dem Gremium mehr Transparenz forderte. „Protokolle, Schriften von Sitzungen und Beschlüssen des Asta waren monatelang für Studenten nicht einsehbar“, sagt der Marburger. Auf der Homepage des Asta fand sich keine Niederschrift. „Ich bin hochschulpolitisch aktiv, dieses Gebaren konnte und wollte ich so nicht hinnehmen, forderte die Herausgabe der Dokumente.“

Nach langem Hin und Her reichte Ungan Klage beim Verwaltungsgericht Gießen ein. Die Forderung: Der Asta müsse diese Dokumente umgehend zugänglich machen. Nachdem die Studentenvertretung Kenntnis von den juristischen Schritten erhielt, füllte sich die Homepage, selbst viele Monate alte Protokolle waren abrufbar. Das bestätigt der Asta der Justus-Liebig-Universität in ­seinem Internetauftritt. Was das ­Ende eines Konflikts um Transparenz hätte sein können, entwickelte sich zum Start einer Facebook-Fehde.

Der Sprecher des Gießener Asta, Felix Döring, nutzte das soziale Netzwerk, um eine Gegendarstellung zu veröffentlichen: Er bezeichnete Ungans Berichte, wonach im Asta ein Transparenz-Mangel herrsche als „Lüge“, es seien „falsche Tatsachen“ behauptet worden. Den Wortführer - Lehramtsstudent Ungan - nannte er „Depp“ und „Schwachkopf“, der ohnehin „als unseriös bekannt“ sei. 90 Leute kommentierten den Beitrag, Dutzende äußerten sich abfällig über den Freien ­Journalisten. „Ich schaute in die Lehramtsgruppe mit mehr als 4000 Mitgliedern und war absolut schockiert, als ich die ganzen bösen Kommentare über mich sah“, sagt der 30-Jährige.

Nach einigen Stunden löschte Asta-Mann Döring den Beitrag, Ungan hatte zuvor schon ­Beweisbilder gemacht und ­mittlerweile Anzeige bei der Polizei erstattet - die ­Unterlagen liegen der OP vor. Auf OP-­Nachfrage wollte sich Döring nicht äußern. Nur so viel: ­Ungan sei eine „bereits sehr gut ­bekannte Person“. Sein Anwalt habe ihm aufgrund des laufenden Verfahrens geraten, nichts weiter zu den Geschehnissen zu sagen. Nach Abschluss des Verfahrens wolle der Asta jedoch „gerne Stellung zu allem beziehen“.

Einträge in verschiedenen Blogs und Foren im Internet belegen, dass Ungan von vielen kritisch gesehen wird. In der Vergangenheit ist er bereits mehrfach angefeindet worden - auch wegen seiner Tätigkeit als ­Freizeitreporter in Gießen. Er soll unter mehreren Pseudonymen auftreten und wird etwa wegen „seiner Feindseligkeit“, so der Autor eines Blogs, kritisiert.

von Björn Wisker

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