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Streit zweier Männer um Frau eskaliert

26-Jähriger angeklagt Streit zweier Männer um Frau eskaliert

Der vor Gericht aggressiv auftretende Angeklagte kam mit einer Bewährungsstrafe davon, muss 100 Sozialstunden ableisten und 300 Euro zahlen.

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Vor dem Marburger Amtsgericht ist ein 26-Jähriger Kirchhainer zur Rechenschaft gezogen worden.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. „Wie so häufig, wenn sich zwei Männer streiten, geht es um die Gunst einer Frau. Für meinen Mandanten hatte dieser Streit körperliches Leid zur Konsequenz!“ Mit diesen Worten begann Rechtsanwalt Arik Bredendiek, Vertreter des 25-jährigen Nebenklägers aus Münchhausen, sein Plädoyer. Dreieinhalb Stunden dauerte die Hauptverhandlung, bei der sich ein 26-jähriger Mann aus Kirchhain wegen Körperverletzung vor dem Marburger Amtsgericht zu verantworten hatte.

Dem Angeklagten, dessen Vorstrafenregister 13 Einträge zählt, wurde zur Last gelegt, am 8. Mai den 25-jährigen Münchhäuser misshandelt zu haben – mittels Faustschlägen, Kopfnuss und Tritten. Der Vorfall ereignete sich in einem Reitstall in einem Marburger Stadtteil. Die körperliche Auseinandersetzung zwischen den beiden Männern hatte für den 25-Jährigen einen Nasenbeinbruch zur Folge.

Während der Verhandlung fiel der Angeklagte aufgrund seines aggressiven Auftretens auf und beleidigte den Nebenkläger und dessen Rechtsanwalt mehrmals. Mehr noch: Als die Staatsanwältin am Ende der Verhandlung das ihrer Meinung nach angemessene Strafmaß darlegte, fuhr der Angeklagte ihr lautstark ins Wort. „Reißen Sie sich mal zusammen. Ihr Verhalten ist unerhört!“, wies der sonst so gefasste Richter Thomas Rohner den Kirchhainer zurecht.

Angeklagter: Nebenkläger hat mich mit Messer bedroht

Der Grund für die Konfrontation war eine Frau, in die beide Männer zur Tatzeit verliebt waren. Die passionierte Reiterin schien eher an dem Angeklagten interessiert. Die beiden Männer standen in SMS-Kontakt, der sich auf gegenseitige Bedrohungen und Beleidigungen beschränkte. Am 8. Mai begab sich der Nebenkläger auf den Weg nach Marburg, da er von der Frau erfahren hatte, dass sich diese in Begleitung des Kirchhainers in besagtem Reitstall befand. Er fuhr los, um die „Gesamtsituation zu besprechen“, wie er selber erklärte. Am Tatort wurde dann die Sprache der Gewalt gesprochen.

Der Angeklagte behauptete, dass er vom Nebenkläger mit einem Messer bedroht worden sei und  sich lediglich verteidigen wollte. Der Nebenkläger stellte dem gegenüber, dass er das Messer zum Schutz gezogen habe, als er vom Angeklagten attackiert wurde. Da die Beweisaufnahme auf Zeugenaussagen angewiesen war, gestaltete sie sich schwierig und langwierig. Weder die Zeugin noch ihre Mutter konnten den Nebel, der den Vorfall im Reitstall umhüllte, wirklich lichten. Die Angaben von Nebenkläger und Angeklagtem wichen erheblich von dem ab, was sie   gegenüber der Polizei ausgesagt hatten. Bredendiek beschrieb die Beweisaufnahme an einem Punkt zutreffend mit den Worten „Jetzt wird’s  ,vogelwild‘!“

Verteidigung plädiert auf Notwehr

„Sie gehören eigentlich auch auf die Anklagebank, da Sie meinen Mandanten massiv provoziert und mit einem Messer bedroht haben“, warf die Verteidigung, die auf Notwehr plädierte, dem Nebenkläger vor. Laut Angeklagtem wurde er mit unflätigen Worten über seine tote Tochter provoziert – vor einigen Jahren war sie kurz nach der Geburt gestorben. Der Nebenkläger stritt die Beleidigung ab.

Den seitens der Verteidigung geforderten Freispruch aufgrund von Notwehr wies Rohner zurück. Allerdings konnte er die von der Staatsanwaltschaft geforderte Geldstrafe von 1 500 Euro ebenfalls nicht verantworten, da der Angeklagte Hartz IV beziehe und bereits mit einem Schuldenberater zusammenarbeite. So erging folgendes Urteil: 100 Sozialstunden, eine Geldstrafe von 300 Euro  und eine Haftstrafe von drei Jahren, die zur Bewährung ausgesetzt wurde.

von Benjamin Kaiser

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