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Streit in der Oberstadt endet tödlich

Messerstiche Streit in der Oberstadt endet tödlich

Am Sonntagmorgen gegen 5.45 Uhr ereignete sich am Schuhmarkt unterhalb des Marburger Marktplatzes ein Tötungsdelikt: Vermutlich durch den Einsatz eines Messers erlitt dabei ein 20-jähriger Student tödliche Verletzungen.

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Am Schuhmarkt kam es zu dem Streit, bei dem ein 20-jähriger tödlich verletzt wurde.

Quelle: Tobias Hirsch

Marburg. Tödliche Messerstiche in der Oberstadt: Um kurz nach elf Uhr am Sonntagmorgen teilten Staatsanwaltschaft und Polizei in einer gemeinsamen Pressemitteilung mit, dass ein 20-jähriger Student nach einem Streit gestorben war. Für den 20-jährigen Studenten kam jede Hilfe zu spät: Er starb im Klinikum, wie Alex Hauser, der leitende Polizeibeamte am Tatort, der OP am Sonntagvormittag erklärte. Der Fundort des später Verstorbenen lag am Schuhmarkt direkt an der Reitgasse, wo viele Kneipen und Restaurants sind und direkt vor dem „Kilian“, in dem sich seit einigen Monaten ein Studentenwohnheim befindet. Zur Tatzeit waren die umliegenden Kneipen jedoch alle schon geschlossen.

Mehrere Stunden lang war am Sonntag die Stelle weiträumig abgesperrt, und Beamte der Spurensicherung suchten den Ort nach Spuren ab. Dort gab es noch Spuren eines Kampfes: Unter anderem sah man noch ein Verkehrsschild, das anscheinend umgefallen war. Nach ersten Erkenntnissen habe es einen Streit gegeben, an dem mehrere Personen beteiligt gewesen seien, teilte die Polizei der OP am Sonntag mit. Das Opfer scheine die Verletzungen mit dem Messer beigebracht bekommen zu haben.

Ob allerdings bereits eine Tatwaffe aufgefunden wurde, dazu gaben weder Polizei noch Staatsanwaltschaft am Sonntag Auskunft. Ebenfalls nur spekulieren kann man bis jetzt, wie es zu dem tödlichen Streit kam und wer daran außer dem Opfer – einem 20-jährigen Studenten – beteiligt war.

26-jähriger Student tatverdächtig

Klar ist, dass der am Sonntag vorläufig festgenommene Tatverdächtige, ein 26-Jähriger, nach Mitteilung von Staatsanwaltschaft und Polizei, ebenfalls ein Student sein soll. Anwohner der umliegenden Häuser gaben im Gespräch mit der OP an, dass sie nichts von einem lautstark ausgetragenen Streit mitbekommen hätten. „Es war Krach wie immer“, sagte eine Anwohnerin, die schon seit Jahrzehnten in der Reitgasse wohnt. Dort klagten Anwohner in den vergangenen Jahren öfter über nächtliche Ruhestörungen durch lautstark Feiernde. Mit der Thematik war auch schon das Stadtparlament beschäftigt.Auch eine in einem in der Nähe des mutmaßlichen Tatorts wohnende Studentin, die noch gegen halb vier Uhr bei einer Party gefeiert hatte, gab gegenüber der OP an, dass sie fest geschlafen habe und nichts Außergewöhnliches gehört habe.

Bereits rund sechs Stunden später gaben Staatsanwältin Annemarie Petri und Polizeisprecher Jürgen Schlick bekannt, dass sich ein Tatverdacht gegen einen 26-jährigen Studenten ergeben habe. Der mutmaßliche Täter sei am Sonntagnachmittag in Begleitung eines Rechtsanwaltes bei der Polizei in Marburg erschienen und sei vorläufig festgenommen worden, hieß es in der Mitteilung. Nach Informationen der OP wurden am Sonntag nach der Tat mehrere Personen von der Polizei vernommen.

Die weiteren Hintergründe der Tat liegen noch völlig im Dunkeln. Zu möglichen Motiven der Tat oder weiteren Einzelheiten wollte sich Petri nicht äußern. „Aufgrund der andauernden Ermittlungen“ will die Staatsanwaltschaft erst am Montag weitere Auskünfte erteilen.

  •  Zeugen, die Angaben zur Tat machen können, sollen sich bei der Kriminalpolizei, Telefon 06421/406-0, melden.

von Manfred Hitzeroth

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Student in Oberstadt erstochen
Mit dieser Stange, die Teil eines Verkehrsschildes war,  soll sich das 20-jährige Opfer gewehrt haben. Foto: Tobias Hirsch

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