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Streik in Marburg beginnt am Mittwoch um 4 Uhr

3 Tage kein Linienbusverkehr Streik in Marburg beginnt am Mittwoch um 4 Uhr

Die Stadtwerke Marburg haben nun den genauen zeitlichen Rahmen für den Busfahrer-Streik bekannt gegeben. Busse bleiben bis Freitagnacht im Depot. Abiturienten und Kitas sind auch betroffen. 

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Kein Busbetrieb in Marburg: ab Mittwochmorgen treten die Busfahrer in einen dreitägigen Streik.

Quelle: Archivfoto: Nadine Weigel

Marburg. Die Gewerkschaft Verdi hat zu den Streiks im öffentlichen Dienst und im privaten Omnibusgewerbe aufgerufen. Die Verhandlungen mit dem Landesverband Hessischer Omnibusunternehmer waren in der vergangenen Woche gescheitert. Und auch die Tarifverhandlungen für den Öffentlichen Dienst stecken laut Verdi derzeit in einer Sackgasse. 

Die Verdi-Tarifkommission hatte die Verhandlungen mit dem Arbeitgeberverband vergangene Woche für gescheitert erklärt – wegen unterschiedlicher Auffassungen über den Zeitpunkt, ab dem die Busfahrer 12 Euro Stundenlohn bekommen und über die von den Arbeitgebern angestrebte lange Laufzeit des Tarifvertrages. Außerdem will Verdi die 39-Stunden-Woche für die Busfahrer. Die Pausen- und Wendezeiten werden derzeit nicht bezahlt, dies wolle die Gewerkschaft ändern. Auch solle die Ausbildungsvergütung um 100 Euro steigen.     

Nach Angaben der Marburger Stadtwerke wird das Verkehrsunternehmen ab 4 Uhr am Mittwochmorgen bestreikt. Laut Pressemitteilung fällt der reguläre Buslinienbetrieb komplett aus. Die Streikperiode dauert dann bis Freitag zum regulären Betriebsschluss an, heißt es weiter in der Erklärung. Die Busse werden bis Freitagnacht im Depot bleiben. Am Samstag wollen die Busfahrer die Arbeit wieder aufnehmen.

Analog zu den Streiks im Dezember habe man sich bei den Verkehrsbetrieben auf die Situation vorbereitet. Der Streckendienst habe bereits Informationen an den Haltestellen angebracht. „Wir versichern unseren Kunden sowie insbesondere den besorgten Eltern, dass wir alles unternehmen, damit kein Kind unvorbereitet an der Bushaltestelle stehen muss“, erklärte gestern Wolfgang Otto, Geschäftsführer der Verkehrsbetriebe. Während des Streiks werde der Streckendienst die innerstädtischen Haltestellen abfahren und die Kunden persönlich über die Situation informieren

Forderung zur Rückkehr 
an den Verhandlungstisch

  Gleichzeitig rufen die Stadtwerke alle Beteiligten dazu auf an den Verhandlungstisch zurückzukehren. „Sowohl die Gewerkschaft als auch die hessischen Omnibusunternehmer sind sich sicherlich bewusst, dass ihr Handeln unmittelbare Konsequenzen für tausende Bürger landesweit hat. Insbesondere für unsere Kunden in Marburg kann der erneute Streik seltsam anmuten, zahlen wir doch unseren Beschäftigten bereits heute einen Lohn, der in der Höhe der Forderung von Verdi liegt“, so Otto.     

Besonders hart trifft der Streik der Busfahrer Schüler, die morgen, am Donnerstag und Freitag pünktlich zu Abiturprüfungen erscheinen müssen. Unter anderem stehen Prüfungen in Physik, Chemie und Politik und Wirtschaft an.

Auch einzelne Marburger Kindertagesstätten werden wohl von dem Streik betroffen sein. Ralf Laumer, Pressesprecher der Stadt Marburg, konnte jedoch am Dienstag noch nicht sagen, in welchen Kitas gestreikt werde. Denn die Mitarbeiter würden ihren Streik erst am Mittwoch in den betroffenen Kitas ankündigen. Deren Leitung werde dann entscheiden, ob der Betrieb möglich sei oder nicht.

Während Verdi um Verständnis bittet und von einem notwendigen Protest spricht, kritisiert der Hessische Städtetag die Warnstreiks als „unverhältnismäßig und unfair“. Gegen die Ausfälle könnten sich die finanziell bereits angeschlagenen Kommunen ebenso wenig wehren wie die direkten Arbeitgeber, sagte der Geschäftsführende Direktor des Städtetags, Stephan Gieseler, gestern in Wiesbaden.

Der Landesverband Hessischer Omnibusunternehmer hat die Streiks scharf kritisiert. Der Streik gehe laut Verbandsgeschäftsführer Volker Tuchan „einmal mehr zu Lasten der Fahrgäste, vor allem der Schüler, die derzeit Abiturprüfungen haben und pünktlich ankommen müssen“. Der Verband kritisiert, dass es über den Streik keine Urabstimmung gegeben habe. „Als Warnstreik geht diese Drei-Tages-Aktion nicht mehr durch. Verdi muss sich deshalb die Frage nach der Legitimität und der Verhältnismäßigkeit dieses Streiks gefallen lassen“, so Tuchan.

Demo in der Innenstadt: Weitere Verkehrsbehinderung

Den Warnstreik wird Verdi mit einem Demonstrationszug durch Marburg flankieren. Dieser Zug könne zu Verkehrsbehinderungen führen. Die Demonstration beginnt um 8 Uhr am Busdepot bei den Stadtwerken und soll über die Schützenpfuhlbrücke, die Gisselberger Straße, die Schwanallee über Universitäts- und Gutenbergstraße und die Frankfurter Straße über die Straße Am Grün bis zur Schulstraße führen. „Es wird kurze Zwischenkundgebungen geben, etwa am Wilhelmsplatz“, teilt Jürgen Lauer von Verdi mit. Auf eine Abschlusskundgebung werde verzichtet, vielmehr werde man sich im Kulturladen KFZ austauschen.

Wie die Abfallwirtschaft Lahn-Fulda (ALF) mitteilte, bleibt heute wegen des Streiks auch die Müllumladestation in der Marburger Siemensstraße geschlossen. Die Anlieferung soll aber ab morgen wieder während der üblichen Öffnungszeiten möglich sein.

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Streik-Ankündigung von Verdi
Ein Bild aus dieser Streikwoche. In der kommenden Woche soll es in Mittelhessen zu weiteren Aktionen kommen.

Am kommenden Dienstag wird es zu weiteren Streiks im Landkreis Marburg-Biedenkopf kommen. Das kündigte die Gewerkschaft Verdi für den öffentlichen Dienst an.

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