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Streifen laufen bald vor dem Bahnhof

Sicherheitskonzept Streifen laufen bald vor dem Bahnhof

Vier Monate nach der Freigabe des umgestalteten Bahnhofsvorplatzes wird am Samstag gefeiert – und die Politik schmiedet weitere Pläne für das Areal.

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Fahrräder sind auf dem Bahnhofsvorplatz wild abgestellt. Der Umwelt- und Verkehrsausschuss fordert mehr Abstell- und Schließmöglichkeiten.

Quelle: Nadine Weigel

Marburg. Anfang der Woche bekam der Bahnhofsvorplatz noch einmal eine Grundreinigung ab; alles soll gerichtet sein für die Feierlichkeiten am Samstag. Im Verkehrs- und Umweltausschuss des Parlaments am Dienstag diskutierten die Kommunalpolitiker aber auch schon über weitere Pläne:

Regina Linda, die Leiterin des Ordnungsamts, berichtete, dass es derzeit wenige bis gar keine Sicherheitsprobleme am Bahnhofsvorplatz gebe. Dennoch: Stadt Marburg, Bahnhofsmanagement der Bahn, Stadtwerke, Bundes- und Landespolizei haben ein gemeinsames Konzept für „Sicherheit und Ordnung für den Hauptbahnhof und den Bahnhofsvorplatz“ erstellt. Unterschrieben werden soll in den nächsten Wochen, erklärte Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD).

Alle Beteiligten verpflichten sich, gemeinsam für Sicherheit und Ordnung auf dem Areal zu sorgen. Vereinbart wurde unter anderem:

  • Die Wartehalle ist täglich von 4.15 bis 0.45 Uhr geöffnet. Ein Sicherheitsdienst läuft mehrmals täglich Streife.
  • Auch auf dem Bahnhofsvorplatz, an den Bushaltestellen und auf dem Parkdeck laufen Sicherheitsdienste täglich Streife – vor allem in den Abend- und Nachtstunden. Stadt Marburg und Bahn teilen sich die Zuständigkeiten. Auch Landes- und Bundespolizei „bestreifen“, so heißt es im Amtsdeutsch, Bahnhof und Bahnhofsgelände. Zudem wird der „Stadtteilservice Nordstadt“, das sind Ordnungspolizisten der Stadt Marburg, die gezielt im Nordviertel eingesetzt werden, in die Kontrollen des Bahnhofsgebäudes und des Bahhofsvorplatzes eingebunden.

Mehr Abstellvorrichtungen für Räder gefordert

Vaupel kündigte in diesem Zusammenhang auf eine Frage von Tanja Bauder-Wöhr (Marburger Linke) an, die Bediensteten würden tariflich bezahlt; eine höhere Eingruppierung aufgrund höherer Anforderungen werde derzeit geprüft. Einstimmig fordern die Mitglieder des Umwelt- und Verkehrsausschusses vom Magistrat, die Situation für Fahrradfahrer auf dem Bahnhofsvorplatz zu verbessern. Der Antrag der Marburger Linken fordert eine bessere Beschilderung für Radtouristen. Die müssten sich orientieren können, wie sie etwa zur Innenstadt oder dem Lahntal-Fernradweg kommen.

Außerdem sollen, fordert der Ausschuss, im Bereich des Bahnhofsvorplatzes gesicherte Abstell- und Anschlussvorrichtungen für Fahrräder zur Verfügung gestellt werden. Die derzeitige Situation sei unbefriedigend. Bürgermeister Dr. Franz Kahle (Bündnis 90/Die Grünen) teilte aber in diesem Zusammenhang mit, dass die Stadt künftig verstärkt Schrottfahrräder und vergessene Fahrräder entfernen werde. Eine zentrale Sammelstelle für diese Räder in der Frauenbergstraße stehe kurz vor der Fertigstellung.

Der Ausschuss fordert zudem, in den Beiräten zu prüfen, wie die Verkehrssicherheit für alle Verkehrsteilnehmer am Bahnhofsvorplatz zu verbessern ist. Der ursprüngliche Antrag der Marburger Linken hatte nur vom Fahrradverkehr gesprochen. Man müsse jedoch die Perspektive aller Verkehrsteilnehmer berücksichtigen, forderte Steffen Rink (SPD).

Bürger sollen das Areal in Besitz nehmen

Joachim Brunnet (CDU) hat am Bahnhofsvorplatz vielfach auch Radfahrer ausgemacht, die gegen die Straßenverkehrsordnung verstießen. Einigkeit besteht aber darin, dass die Situation für Radfahrer, die vom Krummbogen kommend links auf den Bahnhofsvorplatz abbiegen wollen, eine „Katastrophe“ (Brunnet) ist: Sie ist schlicht nicht vorgesehen, hier müsse nachgebessert werden.

Mit seinem Vorschlag, den gesamten Bahnhofsvorplatz zur Fußgängerzone zu machen, blitzte ein Vertreter des Seniorenbeirats ab. Das sei rechtlich sehr schwierig, beschied Bürgermeister Kahle. Er kann sich aber eine Geschwindigkeitsbegrenzung für den gesamten Bereich auf 10 oder 20 km/h vorstellen. Die Fertigstellung und Einweihung des gesamten Bahnhofsareals wird am Samstag von 12 bis 23 Uhr mit Bürgerinnen und Bürgern gemeinsam gefeiert.

Angeboten wird den ganzen Tag über ein vielseitiges Programm für Jung und Alt. An Serviceständen der Deutschen Bahn AG, der Stadtwerke Marburg, des Rhein-Main-Verkehrsverbundes, des Vereins für Nahverkehrsgeschichte Marburg und der Marburger Tourismus und Marketing GmbH können sich die Besucherinnen und Besucher informieren.

Das Marburger Zollamt, das sein 250-jähriges Bestehen feiert, bietet zudem um 13.30 und 16.15 Uhr Hundevorführungen an. Die Vierbeiner demonstrieren, wie sie Drogen und andere illegale Substanzen im Gepäck aufspüren. Außerdem spielt die Zollkapelle Aachen und es gibt Vorträge zur Geschichte der Marburger Eisenbahn. Ein weiterer Höhepunkt des Festes ist ab 19 Uhr ein Poetry Slam mit Bo Wimmer. Im Anschluss erwartet die Gäste Livemusik von Ralph Lohaus und seiner Band.

von Till Conrad

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