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Straßenumbau in Nordstadt angestrebt

Verkehrsreform Straßenumbau in Nordstadt angestrebt

Konkrete Pläne für die Zeit nach dem Verkehrsversuch in der Nordstadt: Die Elisabethstraße soll umgebaut, das erlaubte Tempo für Autos gedrosselt und die Straße für Radfahrer sowie Fußgänger optimiert werden.

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Kaum Verkehr, wenig Lärm, dafür aufgehübschte Optik am Eingang zum historischen Viertel der Stadt: Eine Umgestaltung der Elisabethstraße – wie hier in einer älteren OP-Fotomontage gezeigt – könnte auf den Verkehrsversuch in der Nordstadt folgen.

Quelle: Tobias Hirsch

Marburg. Der Magistrat strebt für die Nordstadt künftig eine Anweisung von Tempo 30 an. Möglich ist, jedenfalls in der Elisabethstraße, die Einführung von Schritttempo (OP berichtete). „In der Bahnhofstraße, auf innerstädtischen Straßen generell sollte ein geringeres Tempo angeordnet werden“, sagt Bürgermeister Dr. Franz Kahle (Grüne) während der Sitzung des Verkehrsausschusses. „Dann hätten wir viele Konflikte zwischen den Verkehrsteilnehmern erst gar nicht.“

Sollte der laufende Verkehrsversuch vom zuständigen Dezernenten (SPD-OB Dr. Thomas Spies) positiv bewertet werden, werde sich „das Verhältnis Rad und Auto hoffentlich weiter verschieben“, sagt Kahle. Der Campus Firmanei, der rund 5000 Studenten täglich in die Gegend ziehen wird, werde automatisch für eine Erweiterung der Radangebote sorgen.

Das Ziel der Nordstadt-Verkehrsplanung sei es „nach und nach die Verkehrsmengen deutlich zu reduzieren“ um dann „größere Veränderungen, einen Umbau der Elisabethstraße vorzunehmen“.

Dieses Ansinnen unterstützt Henning Köster (Linke): „Unbequem muss man diese Straße für Autofahrer machen. Über Geschwindigkeits-Begrenzungen und Kontrollen sowieso, aber auch etwa Schwellen im Boden. Es muss ja nicht gleich der ganz große Schritt der Sperrung sein – aber es muss da Veränderungen geben.“ Die CDU erneuert indes ihre Kritik an der seit September 2015 geltenden Regelung in der Nordstadt: „Nach wie vor gibt es keine positive Entwicklung, die Hauptproblematik ist nur auf den hinteren Teil der Bahnhofstraße verlagert worden“, sagt Joachim Brunnet, Verkehrspolitiker. Die Abbiege-Quoten von der Bahnhof- in die Robert-Koch-Straße liegen bei etwas mehr als zehn Prozent, es gelinge also trotz der Reform nicht – wie eigentlich geplant – rund 4000 Autos täglich von dem Nordstadt-Nadelöhr fernzuhalten. „Das Konzept der Stadtspitze sieht doch so aus: Elisabethstraße dicht, Pilgrimstein dicht, Chaos am Rudolphsplatz – und mittendrin viele Anwohner im Biegenviertel, die stark belastet werden.“

„Es muss eine Option sein, den Versuch zu beenden“

SPD-Verkehrspolitiker Dominic Dehmel will das neue Stadtparlament über das weitere Vorgehen entscheiden lassen: „Es muss eine Option sein, den Versuch zu beenden, die Reform rückgängig zu machen“, sagt er. Man solle der Neuregelung „noch ein paar Monate Zeit geben. Im Sommer kann man mit neuen Daten neu diskutieren“.

Eine Verschärfung des Nordstadt-Verkehrs durch die bald entstehenden Apartment-Komplexe entlang der Neuen Kasseler Straße fürchtet Andrea Suntheim-Pichler (BfM). „Dann werden nochmal einige hundert Anwohner mehr auf den Hauptstraßen unterwegs sein. Das belastet die offensichtlichen Schwachstellen der geltenden Verkehrsregelung noch mehr.“ Kahle entgegnet: „Das neue Wohngebiet wird keine übergroßen Auswirkungen auf die Schwerpunktstraßen haben.“

Kommt es zu einer positiven Bewertung des Verkehrsversuchs – der Oberbürgermeister will diesen bis September fortsetzen – stehen Kahle zufolge in der Elisabethstraße mehrere Straßenbau-Veränderungen an. Neben einer Ausbesserung von Schäden und einer Spurenverengung, sollen die Bürgersteige breiter werden, Natursteinpflaster verlegt werden – „es soll eine der historischen Gegend würdige Optik wie in der Ketzerbach entstehen“.

von Björn Wisker

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