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Straßensanierung bleibt Dauerthema

Stadtteil-Wünsche Straßensanierung bleibt Dauerthema

Sanierung, Umbau, Wegenetz, Verkehrsberuhigung. Die Wünsche der Marburger Stadtteile sind zahlreich. Insbesondere der Verkehr steht ganz oben auf der Liste.

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Einen Ausbau des Gehwegs am Oberen Rotenberg auf Höhe des Sellhofs fordert der Ortsbeirat Marbach. Archivfoto

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Was wünschen sich die Vertreter der 20 Stadtteile von der Stadt Marburg? An welchen Stellen ist besonders Not am Mann? Welche Anträge sind „Dauergäste“ auf dem Haushaltsplan und welche Maßnahmen sehen die Ortsvorsteher als besonders dringlich an?

Ein Thema sticht auf den Wunschlisten besonders hervor: In zahlreichen Marburger Stadtteilen liegen den Bewohnern vor allem die Fuß- und Fahrradwege besonders am Herzen. So würde sich etwa der Stadtteil Marbach über einen befestigten Fußweg am Rotenberg freuen. Dem kann sich Nachbar Wehrshausen nur anschließen und wünscht sich seit Jahren Fuß- und Radwege über den oberen Rotenberg und entlang der Kreisstraße Richtung Dammmühle.

Einer der sehnlichsten Wünsche von Moischt und Schröck wäre ebenfalls ein sicherer Verbindungsweg zwischen den beiden Nachbarn sowie Rad- und Fußweg entlang der Hahnerheide in Richtung Cappel beziehungsweise eine Anbindung an das Fahrradnetz Richtung Osten. Einen Ausbau der Verbindungswege zueinander wünschen sich auch Eln- und Dagobertshausen. So wie auch das eng zusammenarbeitende „Stadtteil-Trio“ Cyriaxweimar, Haddamshausen und Hermershausen, das sich für eine Erneuerung der Feld- und Wirtschaftswege sowie eine bessere Verbindung zwischen den Ortschaften des Allnatals einsetzt, erzählten die Ortsvorsteher.

Ebenfalls hoch oben auf den Wunschlisten steht bei vielen Stadtteilen eine Sanierung der Hauptstraßen. So stöhnen etwa die Einwohner Cappels seit Jahren über den desolaten Zustand der Marburger Straße.

„Und wenn die gute Fee mit ein paar Millionen vorbeikäme, wäre ein schöner Anbau an die Sporthalle auch ein Traum, aber die Straßensanierung ist besonders dringend“, sagte Cappels Ortsvorsteher Heinz Wahlers.

Auch Ockershausen meldet teils gravierende Mängel der Geh- und Feldwege sowie der desolaten Hermannstraße als „Dauerbrenner auf der Agenda“, betonte Ortsvorsteher Matthias Simon.

Auch die Bauerbacher Straße hat mehr als nur ein Schlagloch und abgefahrenen Belag zu bieten und eine Überholung dringend nötig, teilte Kollege Lothar Böttner aus Bauerbach mit. Zudem befürworten die Ortsvertreter einen sicheren Kreisverkehr an der Kreuzung der L3088 zur K 34. Während sich Cyriaxweimar eine Sanierung der Cyriaxstraße wünscht, stehen in Elnhausen die Königsstraße und der Goldberg seit über zehn Jahren auf der Liste der Haushaltsanmeldungen. „Es wird wirklich Zeit, dass etwas passiert, bevor der Goldberg runterfällt“, betonte Ortsvorsteher Jan von Ploetz.

Marbacher wollenkein „Nadelöhr“

Nicht nur der Zustand der Straßen, sondern auch die Verkehrslage stößt vielen Bürgern bitter auf. Insbesondere in Wehrda steht eine Verkehrsentlastung, etwa der Cölber-, Goßfeldener- und der Wehrdaer Straße, seit vielen Jahren an erster Stelle. Die Einwohner wünschen sich einen Rückbau anstelle eines Ausbaus, um den steten Verkehr - etwa aus dem Lahntal - abzumildern, der täglich durch den Stadtteil rauscht.

Auch die Marbacher wünschen sich, dass die verstärkt aufkommenden Verkehrsströme insbesondere mit Blick auf die Entwicklung der Marburger Nordstadt nicht gänzlich durch die Marbach geleitet werden. „Wir wollen nicht als Nadelöhr enden“, sagte Ortsvorsteher Dr. Ulrich Rausch.

Neben den Verkehrswegen hätten auch so manche Gemeinschaftsgebäude wie die Sport- und Bürgerhäuser in den Stadtteilen eine Überholung dringend nötig, teilten die Ortsvorsteher mit.

So wünscht sich etwa Ginseldorf eine Sanierung des Außengeländes. Bortshausen wäre von einer anspruchsvolleren Fassade des eher tristen Gemeinschaftshauses begeistert. Daneben setzt sich auch Bauerbach für eine energetische Sanierung des Bürgerhauses ein.

Ockershausen wünscht sich dasselbe für die Turnhalle, während die Michelbacher überhaupt erst einmal eine Sporthalle haben möchten. Darum kämpfen sie bereits seit rund 20 Jahren. Ganz im Zuge des Gemeinschaftssinns im Allnatal setzen sich auch Cyriaxweimar, Haddamshausen und Hermershausen für einen Umbau des gemeinsam genutzten Sportheims ein.

Auch der Ruf nach mehr Bauland dringt aus einigen Stadtteilen hervor. So wünscht sich etwa Moischt weitere Bauplätze, „Es gibt ein großes Interesse daran“, betonte Ortsvorsteher Horst Mania. Auch in Marburgs kleinstem Stadtteil Dilschhausen ist die Nachfrage nach Bauland groß: Gerade einige junge Leute würden gerne im Ort bleiben, haben jedoch keine Möglichkeiten, neu zu bauen, erklärte Ortsvorsteher Hermann Heck den „Dauerbrenner für Dilschhausen“.

Hallenbad Wehrda:Mehr Schwimmzeit?

In einigen Stadtteilen herrschen zudem ganz spezielle, individuelle Wünsche vor: So setzt sich etwa Wehrda für längere Öffnungszeiten des Hallenbades ein. Bereits 1200 Unterschriften konnten für dieses Ziel gesammelt werden. „Wir wünschen uns mehr Schwimmzeit für die Öffentlichkeit“, sagte Ortsvorsteher Dirk Vaupel.

Am Richtsberg ist neben der Bewahrung des Altenheims vor allem die Erhaltung sozialer Projekte im Gespräch.

Wie etwa die Arbeit der Bürgerinitiative für soziale Fragen, wie auch der liebevoll benannte „Richtsbergtrupp“ vom Bauamt, der bisher stets für Sauberkeit und kleine Reparaturen im Stadtteil gesorgt hat, teilte Ortsvorsteherin Erika Lotz-Halilovic mit.

Oberstes Thema in Bortshausen sind dagegen vernünftige Internet- und Telefonleitungen, da die Verbindung in vielen Bereichen regelmäßig streikt. Die letzte Hoffnung des Ortes ist ein baldiger Anschluss an das geplante Glasfasernetz, erzählte Ortsvorsteher Holger Jung.

Ginseldorf würde sich wiede­rum über eine Weiterführung des aktuellen Seniorenprojekts und ein seniorenfreundliches Wohngebiet freuen. Ein besonderer Herzenswunsch von Dagobertshausen wäre zudem ein neuer Glockenturm auf dem Friedhof, um wie allgemein üblich bei Beerdigungen die Glocken läuten zu können, teilte Ortsvorsteher August Scherer mit.

Für Wehrshausen wäre dagegen eine elektronische Geschwindigkeitsanzeige mit Dialogdisplay und Messgerät von Vorteil und besser zu sehen als das übliche Tempo-30-Schild, erzählte Ortsvorsteher Andreas Bergmann. In Gisselberg ist einer der Wünsche eine bessere Beleuchtung des Radwegs zwischen der Südspange und dem Aussiedlerhof vor Gisselberg. Und aus Ronhausen bekam die OP keine Rückmeldung auf ihre Anfrage.

In Großen und Ganzen ist die Stimmung in den Stadtteilen positiv, die Stadtverwaltung wird in der Regel als ein guter und verlässlicher Partner wahrgenommen, teilten mehrere Ortsvorsteher mit. Während in einigen Orten große Freude über kürzlich erfolgte Dorferneuerungsprogramme herrscht, fühlt sich der ein oder andere Stadtteil jedoch vergessen.

von Ina Tannert

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