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Straßenbahn statt Seilbahn

SPD-Idee Straßenbahn statt Seilbahn

So langsam nehmen die Bemühungen der Parteien um ein Programm für die Kommunalwahl 2016 ­Gestalt an. CDU und SPD haben zumindest schon einmal Vorstellungen ­formuliert.

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Eine restaurierte Straßenbahn steht in Bonn im Depot der Stadtwerke. Straßenbahnen auf die Lahnberge fahren zu lassen, ist eine alte Idee der Marburger SPD. Die alte Idee feiert jetzt ein Comeback.

Quelle: Oliver Berg

Marburg. Immerhin fast 50 Menschen versammelten sich auf Einladung am Mittwochabend im Bürgerhaus Cappel, um ihre Vorstellungen für die Entwicklung Marburgs zu formulieren – davon fast die Hälfte Unorganisierte, schätzt Marburgs SPD-Chefin Monika Biebusch. Dabei kristallisierten sich, so berichtet Biebusch, zwei übergreifende Themen heraus:  die Sicherung der Daseinsvorsorge und die Ermöglichung  von Teilhabe für alle. „Wichtig war sowohl den Gästen als auch den politisch aktiven Sozialdemokraten, dass etwa die Versorgung mit Wasser und Strom in öffentlicher Hand bleiben muss und möglichst dezentral organisiert sein soll“, berichtete Biebusch.
Ferner wurden in einzelnen Arbeitsgruppen konkrete Ideen in die Debatte eingebracht, etwa:

  • Ausweitung von Tempo-30- Zonen und die Durchsetzung von Tempo 80 auf der Stadtautobahn.
  • Kostenlosen oder beitragsfinanzierten Nahverkehr
  • Entwicklung des lokalen Online-Handels.
  • Weil es trotz guter Arbeitsmarktzahlen immer noch Menschen gibt, die abgehängt bleiben, wurde auch eine lokale Ausbildungsplatzgarantie diskutiert.
  • Die alte Idee einer Straßenbahn zur umweltfreundlichen Anbindung der Lahnberge kam wieder auf den Tisch.
  • Veränderung der Schülerbeförderung analog zum Semesterticket oder der Clever-Card.
  • W-LAN für alle Schulen.

Die Programmarbeit wird nun in den Arbeitskreisen der SPD fortgesetzt, ehe ein Parteitag am  2. Dezember entscheidet. Die Arbeitskreise seien für jeden offen, sagte Biebusch.

CDU-Arbeitskreise bereiten Programmparteitage vor

Das gilt auch für die  Programmarbeit bei der CDU. Sie findet wie bei der SPD in den Arbeitskreisen der Partei statt, „Anregungen sind willkommen“, sagt CDU-Stadtverbandsvorsitzender Matthias Range. Die genauen Vorstellungen der Partei sollen auf Programmparteitagen verabschiedet werden. Termine nannte der Vorsitzende noch nicht.

Konkrete Vorstellungen für ein Programm für Marburg formuliert Range aber schon:

  • Die CDU denkt über ein Investitionsprogramm für die ­Außenstadtteile nach, um die Versorgung mit DSL, die Sanierung der Bürgerhäuser und die Stärkung des ÖPNV zu beschleunigen.
  • „Denkmalschutz ist Investitionsverhinderungschutz“, sagt Range in diesem Zusammenhang. Er fordert Änderungen, um Entwicklungen in den Ortskernen zu ermöglichen.
  • Fahrradwege sollen ausgebaut werden. „Man muss sich in Marburg auf dem Rad bewegen können“, fordert Range. Dazu gehöre auch die ausreichende Zurverfügungstellung von bewirtschafteten Fahrradparkplätzen.
  • Ausbau derjenigen erneuerbaren Energien, die in der Bevölkerung eine breite Akzeptanz haben.
  • Die CDU will prüfen, ob die städtischen Tochtergesellschaften wie die Gewobau privatisiert werden müssen.  
  • Marburg soll eine klima­neutrale Stadt werden, die ­energetische Sanierung öffentlicher Gebäude müsse fortgesetzt und vorangetrieben werden.

von Till Conrad

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